Saturday, September 12, 2009

Der Schwäbisch Hall-Vergleich

Schwäbisch Hall ist eine reiche Stadt. Im Mittelalter. Nicht so groß wie Osnabrück. Aber Könige oder deren Abgesandte kamen zu Besuch. Die Stadt bietet Steuereinnahmen.
Aus der Zeit um 1200 bis 1300 gibt es Bausubstanz. Und auch reiche Steinhäuser. Manchmal gibt es Überschneidungen mit den Steinwerken in Osnabrück. Besonders die Gewölbekeller. Aber vielleicht auch Zeichen der Adelstürme im Süden. Nur die Zahl ist wie in Nürnberg gering. Es dreht sich um etwa acht solcher Bauten. Der besterhaltenste ist hier zu sehen, auch diesmal meide ich den Begriff Steinwerk, noch:
Im Keckenhof
Mit welcher Nutzung wurde aber dieses besondere Gebäude um 1240 errichtet? War...die Keckenburg
von Anfang an ein Wohnturm, dein Steinhaus, ein Repräsentationsbau oder vielleicht nur ein brandsi-
cheres Lager?
Alle bisherigen baugeschichtlichen Erkenntnisse über die Keckenburg lassen eine multifunktionale (viel-
fältige) Nutzung als Interpretation (Deutung) des steinernen Baus eher zu als nur eine einzige Deutung
der Baugestalt. Jeder, der sich bisher mit ihrer Baugeschichte und damit zwangsläufig mit ihrer ur-
sprünglichen Nutzung beschäftigte, hat mit seiner Aussage zur Bauidee sicher Recht, aber eben nur als
Teil einer Gesamtinterpretation. Eine ursprüngliche Wohnnutzung ist zumindest in eingeschränktem
Rahmen ebenso vorstellbar wie ein herrschaftlicher Repräsentationsbau, ein Befestigungsbau in zweiter
Verteidigungslinie oder gegen die Stadtbewohner selber sowie auch ein massiver, brandsicherer ausge-
führter Speicher- oder Vorratsbau. All diese möglichen Nutzungen in einem Bau kann sich der Bauherr
gewünscht haben...
Albrecht Bedal: Die Keckenburg in Schwäbisch Hall wird 750 Jahre alt, Jahrbuch HF 1991, S. 57 ff.


aus Lernwerkstatt im Hällisch-Fränkischen Museum

Rechts davon romanische Fensteröffnungen im Mauerwerk:
DSC07050
Im Halleschen Museum gibt es ein aufschlussreiches Modell. Die hochmittelalterliche Bausubstanz in rot, die jetzt noch vorhanden ist. Und da ist nicht mehr viel vorhanden. Aber die quadratischen Formen der Steinhäuser fallen auf.
DSC07028
Auch außerhalb der Altstadt, auf Limpurger Gebiet, dieses Haus, mit gotischer Tür:
DSC08113
Und ein Bogenfragment des Keckenturms im Museum:
Bogenfragment
Ein Kellerbeispiel:
DSC07032
Hier der beleuchtete Hochmittelalter-Bereich der Stadt Schwäbisch Hall.
Stadtmodell
Ein Resume ist verfrüht, um Vergleiche mit Steinwerken zu ziehen. Fortsetzung folgt -
Siedersburg
Das ist die sogenannte Siedersburg und wird als Adelsturm/haus bezeichnet.
Häuserlexikon:
Die ehemalige Siedersburg ist ein dreigeschossiges, romanisches Steinhaus in Ecklage, das nach dem Stadtbrand von 1728 barock umgestalltet wurde (Türöffnungen im Erdgeschoss, Fenster, Mansarddach). Die mittelalterliche Substanz des ursprünglichen Wohnturmes stellen die etwa 11 m hohen und ca. 1 m dicken Wände sowie innen einige Kragensteine von den früheren Stockwerken dar. Das Bauwerk gehört zu den fünf noch überlieferten Adelstürmen der Stadt, deren Bewohner zu den ältesten Geschlechtern von Hall zu zählen sind. Die Erbauer der Siedersburg, die Sieder, sind ab 1390 nachweisbar, sie sind als Richter und Schultheiße von Bedeutung gewesen. Die Siedersburg selbst wird vermutlich in einer Urkunde von 1356 genannt, in der von dem "gemalt Steinhus an der Judenschul" (heute Haalstraße 9) die Rede ist [Pietsch U 316: Bezieht sich aber eher auf Gebäude Haalstraße 5, da andere Straßenseite. A.M. 13.12.2007]. Bis auf die barocken Veränderungen ist die Substanz des mittelalterlichen Adelsturmes noch gut ablesbar. (StadtA Schwäb. Hall: Liste der Kulturdenkmale Stadt Schwäb. Hall, S. 221)

2 comments:

Judit said...

Lieber Jens,
ich recherchiere gerade für ein Projekt im nächsten Seminar in Hall und es war sooo schön, dass google mich auf deine Seite geleitet hat!
Liebe Grüße
Judit

Jens-Olaf said...

Judit, das ist ne' Überraschung. Du musst ja ein merkwürdiges Suchwort eingegeben haben. ;-)
Ziemliches Exotenthema von mir.