Sunday, May 23, 2010

Die Bogenbrücken-Parallele

Brücke  Felix-Nusbaum-Museum
Mich reizt es, immer wieder Vergleiche zu ziehen, historische besonders. Und letztens in Seoul musste ich wieder an Osnabrück denken.
Bogenbrücke
Historische Quellen besagten, dass es einst barocke Bastionen in Osnabrück gab. In Zeiten Napoleons wurden sie geschleift. Zu aufwendig und nutzlos. Alle dachten, die Reste seien verschwunden. Bis auf einmal für den Bau des Felix-Nussbaum-Museum die steinerne Brücke der Bastion wieder auftauchte. Nun liegt Modernes und Geschichte nebeneinander. Und genau das ist auch in Seoul passiert. Lange hatte man sich aufgrund der schriftlichen Dokumente eingeredet, dass nach den vielen Invasionen und Krisenzeiten nicht viel zu holen sei. Während des Wirtschaftsaufstiegs nach dem Koreakrieg wurde mächtig gebaut und Archäologisches verschwand für immer. Wie viel aber stellenweise immer noch im Erdreich steckt, wurde spätestens letztes Jahr deutlich, als ein Baseball-Stadion in einen Park umgewandelt wurde. Die Archäologen fanden ein Wassertor der 18 km Ummauerung aus der Jesoseonzeit wieder. Igansumun
Dongdaemun XIII
Das Besondere: An dieser Stelle wurde ein Wasserlauf vom Namsan kommend geteilt und andersweitig genutzt.
Dongdaemun - Igansumun
Auch eine allgemeine hölzerne Absperrung war früher vorhanden, in den Steinen die dafür vorgesehenen Kerben:
Dongdaemun XII
Und es bleibt erhalten mitsamt anderen Funden und Hausfundamenten in der Umgebung. Etwas verloren stehen jetzt die Flutlichtmasten des Stadions da:
Archäologie und Architektur II
Eine kleine Besonderheit ist dieser Gartenweg aus zweitverwendeten Dachziegeln:
Dongdaemun III
Eine Übersicht, Ingansumun, 이간수문
Igansumun
Zur modernen Architektur des Parks später mehr, eine bekannte britische Architektin steckt dahinter, Zaha Hadid, in Bagdad geboren.
Baustelle Felix-Nussbaum-Museum 1997:
Bogenbrücke
Baustelle Seoul 2010:
Ausgrabungsfeld

Tuesday, May 18, 2010

Ärgernis


Gestern brauchte ich dringend das Foto vom Großen Treffen in Osnabrück. 1998 im Oktober. 350 Jahre Westfälischer Friede. Entweder habe ich die falschen Suchwörter in Google eingegeben oder sonstwas ist schief gegangen. Jetzt scanne ich deshalb die Hauptschlagzeile der NOZ von damals ein. Die Zeitung vergilbt allmählich.

Saturday, May 08, 2010

VfL


Hab' mich gerade an eine alte Fußball-Comicserie erinnert: Kai Falke. Hoffe, dass der VfL Osnabrück heute ebenso erfolgreich ist.

Wednesday, April 28, 2010

Hildesheim-Osnabrück

Seit vergangenem Jahr wird in Hildesheim im Dombereich archäologisch gegraben. Und wieder muss das alte Geschichtsbild korrigiert werden. Hildesheim ist eine der frühen Bischofszentren seit den Zeiten Karls des Großen, aus denen sich die ersten vorstädtischen Siedlungen im Norden entwickelten.
Nun wird auch in Hildesheim die Bautätigkeit des 9. Jahrhunderts deutlicher. Ein Jahrhundert in dem in Osnabrück bereits an zwei verschiedenen Kathedralen gebaut wurde.
Zuletzt hatte sich dieses nach den Kriegszerstörungen geöffnet: Der junge Kunstgeschichtsstudent Joseph Bohland nutzte 1946 die Gelegenheit zu Ausgrabungen vor dem Ostchor. Zum Erstaunen der Fachwelt wollte er damals Spuren einer Rundkapelle entdeckt haben, die noch aus der Zeit vor der Bistumsgründung 815 n. Chr. stammen sollte. Jetzt liegen einige der Steine wieder frei – und diese These ist wohl endgültig vom Tisch. „Die Steine sind eindeutig Teil des Dombaus von Bischof Altfried“, sagt Diözesankonservator Karl Bernhard Kruse – sie stammen also aus der Mitte des 9. Jahrhunderts.

Und:
Im Lichte neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse verblassen freilich alte Mythen: Der Legende nach verlor Ludwig der Fromme einst mitten in der Wildnis ein Silbergefäß mit Marienreliquien. Als man es wiederfand, ließ es sich nicht mehr von einem Rosenstrauch lösen. Das Wunder bewegte den frommen Ludwig, hier eine Kirche zu bauen. Die archäologischen Funde nähren jetzt Zweifel an der Geschichte. „Wir haben Keramik aus früherer Zeit gefunden – die Stelle war wohl längst besiedelt, als Ludwig kam“, sagt Grabungsleiter Brandorff. Zu Zeiten von Bischof Altfried und seinen Nachfolgern – auch das zeigen die freigelegten Mauerreste – befand sich östlich des heutigen Ostchors außerdem eine Kapelle. Wäre der Tausendjährige Rosenstock, der dort sprießt, tatsächlich 1000 Jahre alt, hätte er damals also mitten in einem Gebäude wachsen müssen.


Hannoversche Allgemeine, 27.04.2010
Tja , die alten Legenden müssen wohl überall als solche behandelt werden. In Osnabrück ist es die Geschichte vom Löwenpudel.

Thursday, April 15, 2010

Vorfreude

Hab' heute mal wieder auf der FIFA-Seite nachgeschaut. Der WM-Ticker läuft: Noch 56 Tage. Und ich habe festgestellt, dass noch unzählige Fotos von der WM 2006 auf der Festplatte liegen. Hier in der Iburger-Straße nicht weit vom Rosenplatz:

Traurige Spanier im Alando, die aber später Europameister wurden:


Noch mehr Flaggen:


Ein Stürmer aus Togo hat nach dem Anschlag auf seine Mannschaft in diesem Jahr aufgegeben, sein Leben ist ihm wichtiger. Hier sein Team beim Spiel gegen Korea in Frankfurt 2006:

Thursday, April 01, 2010

Schwedische Spuren

Es gab eine Zeit, da spielten die Schweden eine wichtige Rolle in Osnabrück. Einmal als Besatzungsmacht im 30jährigen Krieg und dann für einige Jahre als diplomatische Vertreter ihres Landes bei den Friedensverhandlungen bis 1648.
Nur heutzutage finden sich nicht mehr viele Spuren. Die Schwedenstraße, wo sie residiert haben, die Portraits im Friedensaal des Rathauses. Ein Familienname findet sich allerdings im Chorumgang der Marienkirche: Oxenstierna. Der Graf, dem diese Widmung um 1900 gilt. Aus Dankbarkeit von der protestantischen Seite:

Für Johann Oxenstierna Södermöre und dessen erste Frau, die 1646 in Osnabrück gestorben ist - Anna Margareta Sture zu Hörningsholm.
Im Internet Portal Westfälische Geschichte eine kurze Biografie des Grafen, darunter Episoden, die gern auch heute noch erzählt werden:
1641 schickt ihn sein Vater - von dem er in den Jahren 1642 bis 1649 248 Instruktionen erhält - nach Deutschland. Er soll die politischen Interessen seines Vaters gegen den Wunsch der jungen Königin nach einem schnellen Friedensschluß durchsetzen. Nach Reorganisation der Verwaltung im besetzten Pommern und Verhandlungen mit dem brandenburgischen Kurfürsten zieht Oxenstierna am Abend des 27.03.1643 (alten Stils) in Osnabrück ein: 60 Ritter reiten ihm auf der Straße nach Minden entgegen und geleiten ihn, dem eine lange Wagenreihe folgt, unter Salut in die Stadt; 500 Bürger bilden in den Straßen Spalier. Er bezieht mit einem Gefolge von 144 Personen die Herrenhöfe an der Kleinen Domsfreiheit (später Schwedenstraße). Wegen seines standesbewußten Auftretens kommt es zu Spannungen mit dem zweiten schwedischen Gesandten Johann Adler Salvius, der die Interessen der Königin vertritt, gegen dessen politische Erfahrung er sich nicht durchsetzen kann. Der französische Gesandte Abel Servien charakterisiert ihn als ein hoch intonirtes, aufgeblasenes Subjectum, dabei nichts in Recessu. Der venezianische Gesandte Contarini mokiert sich darüber, daß Aufstehen und Zubettgehen des schwedischen Prinzipalgesandten mit Pauken und Trompeten verkündet würden. Für die repräsentative Ausstattung seiner Gesandtschaft bewilligt ihm Stockholm 9870 Reichstaler. Für diesen Betrag bringt Oxenstierna Möbel, Tapisserien, Ledertapeten, Teppiche, Küchengeräte, Leinenzeug und ein 72teiliges Silberservice mit. Damit kann er dieselbe Zahl von Gästen bewirten wie der kaiserliche Gesandte Johann Ludwig Graf von Nassau. Oxenstierna gilt als ausgesprochen trinkfreudig: Der Magdeburger Kapitelsekretär Wegner ißt vor seinen Besuchen bei Oxenstierna stets Bittermandeln, um nüchtern zu bleiben. Gemeinsam mit seiner ersten Gemahlin stiftet Oxenstierna einen silbervergoldeten Altarkelch für die evangelische Marienkirche und ein Pedal für die Orgel. In Oxenstiernas Quartier wird am 06.08.1648 der Osnabrücker Teilfriede verlesen und beschworen. Am 24. Oktober unterschreibt er mit Salvius in Münster das Osnabrücker Friedensinstrument.

von Doris Gerstl
als Quelle wird auch Duchhardt, Heinz / Dethlefs, Gerd / Queckenstedt, Hermann | "...zu einem stets währenden Gedächtnis" | S. 214f genannt.

Sunday, March 28, 2010

Busan Motor Show 2003 - Karmann

Hier in Korea waren sie noch Konkurrenten unter mehreren. Magna aus Österreich und Karmann in Osnabrück. Das Dachsystem für Hyundai-Korea blieb nur ein Projekt. Der Auftrag ging an andere.
Nun ist dieser Teil Karmanns von Magna übernommen, fast. Warten wir auf das Urteil vom Kartellamt.

Tuesday, March 23, 2010

Ausschnitt


Nimmt man Teile der Osnabrücker Geschichte, zum Beispiel das hier aus der Marienkirche, dann bleiben Rätsel. Wieviel wissen wir tatsächlich über Vergangenes? Wohl nicht viel. Siehe oben.

Friday, February 26, 2010

Der Hexenturm


Brücke Hexenturm
Originally uploaded by Jens-Olaf
Dieser Ort hat das Schicksal vieler Frauen besiegelt. In Osnabrück. Von hier aus wurden der Zauberei verdächtigte Frauen zur Wasserprobe mit einem Boot auf der Hase gebracht. Darum ranken zahlreiche Legenden, aber nicht nur. Die Hexenprozesse des 17. Jahrhunderts sind gut dokumentiert. Und es gibt auch einen offensichtlichen Hauptschuldigen. Den Bürgermeister Dr. Peltzer ab 1636.
Und er hat einen Hauptgegner, seinen Vorgänger. Bürgermeister Modemann bekommt die Hexenverfolgung zu spüren.
So wurden später Schwarzweissbilder gestrickt. Peltzer pro Verfolgung, Modemann hat eine weisse Weste.
Vielleicht aber doch nicht. Seit einigen Jahren liegt eines der interessantesten Geschichtsbücher über Osnabrück vor. Die Erinnerungen des Rudolf von Bellinckhausen 1628-1637. Herausgegeben von den Osnabrücker Geschichtsquellen und Forschungen, Band 45.
Und da steht (1635):
Den 20. Juni ward die Horstmansche, sonst Wulfsackesche genand, ein bierbrauersche auf der neuenstadt, zu 3 uhren in der Hase fur den Herrendeychs pforten gebadet, so viel 100 menschen gesehen, und ist nach dem bade wider in den Buck gebracht, darinn sie 3tage zuvoren geseßen, auch fur etlichen jahren, als sie durchs gerucht der zauberey darin verhaftet. Als sie nun stund nach dem bade in den Buck ist gebracht, ist sie stark peinlich verhört worden lange zeit. Die folgenden nacht aber ist sie morgens im thurm tod gefunden


Der jetzige Hexenturm gehört zur Parkgarage von L&T. Vor dem Neubau wurden die Reste des originalen Kümpersturm ausgegraben. Hier verlief die Ummauerung der mittelalterlichen Stadt. Reste dieser Mauern befinden sich wahrscheinlich noch stellenweise im Boden entlang der Hase. An der Vitischanze werden sie fast in alter Höhe wieder sichtbar.

Saturday, February 13, 2010

VFL Osnabrück - FC Schalke 04

Rostock, Dortmund, Hamburg - aber Schalke dann doch nicht. Diese Pokalrunde wird in Osnabrück in Erinnerung bleiben und war auch fällig nach der Geschichte bei Bayern München 1978 (5:4 für Osnabrück). Viele Internetnutzer waren damals noch nicht geboren. Also, es gibt neues zu erzählen. Und wichtig, vielleicht gelingt der Wiederaufstieg in die 2. Liga. Tabellenerster macht sich da gut.

Vielen Dank an Marcel Gebbe für das Foto vom Zweikampf zwischen Osnabrücker und Schalker Spielern. Kevin Kuranyi (links) hat dann für den Siegtreffer gesorgt.

Sunday, February 07, 2010

Holter Burg

Holter Burg
Dieser Ort ist unterbewertet. Deshalb gibt es Versuche, ihm einen größeren Stellenwert in der sichtbaren Kulturgeschichte des Osnabrücker Landes zu geben. Jüngstens stand in der NOZ:
Wichtig – und darin waren sich alle Anwesenden einig – sei dabei der Erhalt der naturräumlichen Situation: „Man sollte Zusammenhänge erklären und gleichzeitig die Burganlage im Buchenhochwald aus sich selbst heraus wirken lassen“, bekräftige Kreisarchäologe Bodo Zehm und schloss eine komplette Rekonstruktion der Holter Burg aus.

Eine solche Aufmauerung sei zwar reizvoll, scheitere aber an den Kosten, sei denkmalpflegerisch bedenklich und gehe zulasten der Authentizität. Das Konzept für die Holter Burg hingegen ermögliche die gelungene Symbiose zwischen Denkmalpflege und Öffentlichkeit, betonte der Erste Kreisrat Reinhold Kassing. „Sanfter Tourismus“ sei das vom Tourismusverband Osnabrücker Land (TOL), dessen Vorstandsvorsitzender Reinhold Kassing ist, angestrebte Prinzip.


Tja, bei den Ausgrabungen der letzten Jahre waren tatsächlich viele versteckte Aufmauerungen zu sehen. Ohne Rekonstruktion. Aber immerhin sind die mächtigen und tiefen Gräben, die vor Jahrhunderten rundherum in den Felsen getrieben wurden, gut zu erkennen.

Die Reste stammen aus dem 14. Jahrhundert oder sind älter. Stadt Osnabrück:
Sie liegt unweit des alten Höhenweges von Osnabrück nach Herford und ist neben der Iburg die einzige hochmittelalterliche Höhenfestung des Osnabrücker Landes.

Die Edelherren von Holte gerieten in Konflikt mit ihrem Landesherrn, dem Bischof von Osnabrück. Den Quellen zufolge eroberten bischöfliche Truppen und Gefolgsleute des Grafen von Ravensberg im Jahre 1144 die Holter Burg. Kurze Zeit später wurde die stark beschädigte Anlage wieder instand gesetzt und blieb bis ins 14. Jahrhundert hinein als Dynastenburg im Besitz der Familie von Holte. 1335 endete ihre Nutzung, und die Ruine diente zunehmend als Steinbruch.

Thursday, January 28, 2010

Risotto mit weißem Trüffel

Interessante Variante. Was ist typisch deutsches Essen? Für den Sprachunterricht bin ich immer auf der Suche nach was anderem als Schweinshaxe. Und beim Regionalen landet man sogar im Südwesten beim Reis. In diesem Fall Risotto genannt. Jedenfalls behaupten sie das in Baden-Württemberg. Also: Risotto mit weißem Trüffel und Blattsalat. Die Semmelknödel auf der Tafel gehen klar.
Wir haben Pumpernickel, und da gibt es kein Vertun (jedenfalls,woher das kommt).

Risotto

Sunday, January 24, 2010

Elisabeth-Siegel-Schule


Elisabeth-Siegel-Schule
Originally uploaded by Jens-Olaf
Das war der Winter im letzten Jahr. Dieses Mal wird er wohl länger. Die Schüler haben damit kein Problem. Kalkhügel 2009.

Wednesday, January 13, 2010

Snow Maiden


Snow Maiden I
Originally uploaded by MiaSnow Myriam
Das ist ein weiteres Werk, das mit dem Hintergrund einer Aufnahme im Winter vom Hüggel in Hasbergen basiert. Der zweite oder eigentlich dritte Streich bereits.

Tuesday, January 05, 2010

Bahnhofsviertel Osnabrück

Ein Foto von mir aus der Altstadt habe ich "Rotes Haus" genannt, weil es alt und in dieser Farbe angestrichen ist. Da ich auf meiner Blogseite sehen kann, mit welchen Suchwörtern jemand hier landet, weiß ich: Die meisten suchen DAS rote Haus (Stichwort Rotlichtviertel) am Bahnhof. Das wohl weltweit bekannteste Gebäude dieses Stadteils. Und wirklich: weltweit.

Abgesehen davon - es gibt noch einige Architekturüberbleibsel seit dem Krieg, wie dieser wohl eher unbekannte Hausschmuck im Jugendstil.

Friday, January 01, 2010

Das neue Jahrzehnt



Wer Langfristiges mag und an Natur denkt, da gibt es eine interessante Entwicklung. Grob gesagt: Vor zwanzig Jahren galt alles als Natur, was nicht vom Menschen beeinflußt war. Nur mittlererweile wissen wir nicht wie lange der Mensch schon auf die Umwelt einwirkt. Ist er schon an der Ausbreitung der Buchenwälder in Mitteleuropa beteiligt? Dann geht es schon um Zeiträume von mehreren tausend Jahren. Ist er sogar schon an großflächigen Bränden in der Mittelsteinzeit und damit an der Vegetationszusammensetzung beteiligt?
Kurz und gut, irgendwie spielt der Mensch seit sehr sehr langem eine Rolle, heutzutage beispielsweise durch den hohen Nährstoffeintrag aus der Luft, der zum großen Teil aus der intensiven Landwirtschaft stammt. Ältere Naturschutzgebiete im Landkreis Osnabrück brauchten ausser den kaum mehr vorhandenen Hochmooren Pflegepläne. Teilweise waren sie ja alte Kulturflächen, die jetzt durch veränderte Techniken und Nutzungen allmählich verschwinden.
Viele ideologische Kämpfe hingegen oder noch mehr gab es um den Nationalparkgedanken - kann man Natur sich selber überlassen? - man kann. Auch im Landkreis Osnabrück, obwohl für die betroffenen Flächen, die noch hinzugefügt werden sollen, noch viel Lobbyarbeit notwendig ist. Eine Buchneuerscheinung behandelt das Thema und heisst:
Dynamik-Inseln in der Kulturlandschaft - Ein Projekt im Raum Osnabrück

Die Autoren sind Paul Stegmann und der schon langjährig bekannte Naturschutz-Haudegen von der FH-Osnabrück Herbert Zucchi.
Sie schildern die Bestrebungen, möglichst viele Dynamik-Inseln zu schaffen, in denen sich die Natur selbst überlassen bleibt. Das kann sogar am Stadtrand von Osnabrück geschehen, ein Gebiet am Burenkamp ist dafür vorgesehen.
Auf einer Webseite der FH:
Auf diesen Dynamik-Inseln ist das Ziel nicht der Schutz von einzelnen Arten oder Biotopen, sondern die Bereitstellung der Fläche für den Schutz dynamischer Entwicklungen und Prozesse, die als eine Grundeigenschaft aller lebendigen Systeme anzusehen sind. Konsequenter Prozessschutz auf Arealen der mitteleuropäischen Kulturlandschaft führt zu (sekundärer) Wildnis, die BROGGI (1999) treffend als jenen Raum definiert,

• „in dem wir jede Nutzung und Gestaltung bewusst unterlassen,

• in dem natürliche Prozesse ablaufen können, ohne dass der Mensch denkt und lenkt,

• in dem sich Ungeplantes und Unvorhergesehenes entwickeln kann.“

Im Gegensatz zu Prozessschutzflächen in Großschutzgebieten wie etwa Nationalparken, wo sich Wildnis mit ihrer Dynamik auf einigen tausend Hektar ausdehnen kann, geht es hier um kleine bis kleinste Areale, die als Dynamik-Inseln in der genutzten „Normallandschaft“ liegen. Auch sie sollen einem konsequenten Prozessschutz zugeführt werden und sich somit zu Sekundärwildnis-Inseln entwickeln können.

Birken
Bereich der alten Landwehr an der Autobahnausfahrt Sutthausen

Ob diese Birken dazugehören, ist nicht sicher, aber sie sind ein wichtiger Rand- und Übergangsbereich zu den genutzten Flächen drumherum. Im Buch wird auch der Begriff Wildnis benutzt. Und spätestens dann wird klar, wie heikel noch dieses Naturschutzziel ist. Denn wer möchte schon gern seinen Besitz in "Wildnis" umwandeln lassen? Aber immerhin, im Jahr 2010 gibt es bereits eine erstaunliche Anzahl solcher sich selbstüberlassenen Nischen im Landkreis Osnabrück.

Hier die Flächen, blaue Punkte, entlang des Wiehengebirgsstreifens (entnommen aus dem oben genannten Buch):


Auch der Silbersee im Hüggel südwestlich von Osnabrück konnte hinzugefügt werden.

Die Fixierung auf ein Biotop, ein Lieblingswort des Naturschutzes in früheren Jahren, war schon immer problematisch. Es galt hier einen Jetztzustand zu erhalten, obwohl klar sein musste, dass in der Natur vor allem Entwicklungen und Prozesse stattfinden. Selbst ein alter Wald hat irgendwann ein vorläufiges Ende. Entweder durch Windwurf oder Brand oder andere Ursachen, die hochstämmigen Bäume weichen irgendwann für einige Zeit den kleineren Pflanzen. Also: Beobachten wir erstmal, was auf den Dynamikinseln passiert. Vorhersehen können wir es nicht hundertprozentig, aber das macht es spannender.

Friday, December 18, 2009

Haseuferweg


Hase Oktober 2006

Eine gut gemachte Seite: "Lebendige Hase", mit Karten und Fotodokumentation der voranschreitenden Arbeiten am Haseufer in der Innenstadt Osnabrück, hier der Link.

Mit einem symbolischen ersten Spatenstich begannen am Mittwoch, 25. November 2009, die Bauarbeiten am Haseuferweg zwischen Heinrich-Heine-Straße und Schlagvorder Straße. Bis Mitte Mai des kommenden Jahres soll dieser 215 Meter lange Abschnitt fertig gestellt sein. Auf einer Länge von 95 Meter wird der Weg auf einem Steg gebaut.


Das oben abgebildete Teilstück ist die schwierigtse zu schließende Lücke. Hier soll später vor allem der Steg weiterlaufen.

Thursday, December 10, 2009

Steinwerk Ledenhof


Steinwerk Ledenhof
Originally uploaded by Jens-Olaf
Ein älteres Foto des Steinwerks vor dem Verputzen mit weißer Kalkschlämme. Auf mindestens zwei Seiten zeichnen sich frühere Häuseranbauten ab.

Es ist das höchste Steinwerk Osnabrücks. Es wurde allerdings noch im Mittelalter aufgestockt.

Und auf der Suche nach Steinwerkvergleichen bin ich nun bei Wohntürmen gelandet. Hier ein Ergebnis aus Wien, das kaum mehr Mittelaltersubstanz besitzt:
Martin Aigner's Burgenseite aus Österreich. Bei der Spalte "unbekannt" eine schöne Seite zur Griechengasse.

Die drei Wohntürme in Trier, die aber doch schon sehr verschieden von den Steinwerken sind.

Steinwerkverdächtig, das Gelbe Haus in Esslingen

Hölle 11 in Quedlinburg stammt zum Teil aus dem frühen 13. Jahrhundert, ist aber länglich.

Wednesday, December 09, 2009

Ein Weihnachtsmotiv


Dieses Bild entstand auf der Grundlage von Fotos mit Creative Commons Lizenzen.
"pareeerica" hat dieses Motiv zusammengestellt und bei Flickr veröffentlicht. Das Hintergrundbild mit dem Winterwald wurde in Hasbergen aufgenommen. Die eigentliche Zusammenstellung wurde wohl in Australien vorgenommen.
* Christmas Prayer*
von pareeerica

Friday, November 27, 2009

Trolley Mission über Osnabrück


Ziegenbrink, ehemalige Kaserne und heutige Ernst-Weber-Straße in Osnabrück

Im Februar habe ich ein paar Fotos der Trolley Mission am Endes des Zweiten Weltkrieges gepostet, die ich auf der Seite www.b24.net gefunden habe.
Ein Link auf diese Seite hier berichtet nun von der offiziellen Freigabe eines weiteren Archivs mit tausenden Fotos, shortnews.
Das Originalarchiv:
The National Collection of Arial Photography
The Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Scotland (RCAHMS)
Dort gibt es eine Einteilung mit Fotos aus Deutschland, unsere Region nennt sich Weser-Ems.