Friday, May 29, 2009

Katharinenkirche

Nun wird der Turm der Katharinenkirche saniert. Der Dom in Osnabrück hat das Prozedere schon hinter sich. Wie dominierend der Turm wirken kann, zeigt diese Winteraufnahme von 2005. Richtung Westen gesehen:
Katharinenkirche
Meiner Meinung nach eines in der Wirkung nachhaltigsten Gebäude in Osnabrück.
Katharinenkirche von Nordost
Nochmal im Winter:
DSC03139
Oder im Frühjahr:
Katharinenkirche aus Richtung Neumarkt
Oder eingerahmt von der Postmoderne:
Der Kamp
Oder im Zusammenhang mit dem Mittelalter:
Rolandsmauer Poggenburg
Oder erwartet die Morgensonne:
Osnabrück  8:30 am

Wednesday, May 20, 2009

VfL Osnabrück


VfL Osnabrück
Originally uploaded by Jens-Olaf
Noch ein Spieltag - 2. Bundesliga. Der wahre Fan (nicht mein Bett ;-) drückt die Daumen. Osnabrück ist eben eine Fußballstadt.


Sonntag, 8. Minute Duisburg 1:0
Das tut weh, mal sehen, was noch geht. 20 Minuten gespielt
38. Minute 2:0 :-(
47. Minute 2:1 :-)
60. Minute 3:1 :-(
Schon gut 4:1, wir werden weitersehen.

Relegation. Osnabrück mag es spannend.

Monday, May 18, 2009

Osnabrücks krassester Hinterhof

Es ist vielleicht nicht der aktuellste Zustand, aber zwischen Heger- und Marienstraße befindet sich der auffälligste Hinterhof der Altstadt. Im Allgemeinen sind die Hausrückseiten und die Flächen durchsaniert. Hier steht aber nicht nur gefühlte Mittelalterarchitektur. Und gleichzeitig die letzte große Weltkriegsruine:
Steinwerk Hegerstraße
Vor drei Jahren habe ich schon mal darüber gepostet, aber mit anderen Photos. Hier eine Tür zu einem kleinen Anbau:
Tür
Wahrscheinlich wurde hier bereits aufgeräumt:
Steinwerk Marienstraße V
Der Blick nach oben zum angrenzenden Neubau der Lagerhalle:
Steinwerk Marienstraße IV

Friday, May 15, 2009

Bocksmauer

Fleischhauer - Bocksmauer
Schwieriges Motiv am Rande der Altstadt, aber beim genauen Hinsehen ist es eines der interessantesten alten Häuser in Osnabrück. Das Dach ist seitlich zur Straße gewand, traufenständig. Und genaugenommen war es eines der Nebengebäude des Tecklenbuger Hofes. Ein Relikt, das zeigt, dass im Mittelalter nicht alle Stadtflächen zugebaut waren, sondern auch Hofstrukturen Platz hatten. Eng wurde es vor allem wieder Richtung Bierstraße und Gildewart.
Das ehemalige Haus des Osnabrücker Kirchenvogts, der spätere Tecklenburger Hof, bot im 12. Jahrhundert den Handwerkern Schutz, die sich hier außerhalb der Binnenburg der Stadt ansiedelten. An der Rückseite des Gebäudes ist noch das Wappen der Fleischhauerinnung zu sehen.

Als infolge des Dreißigjährigen Krieges "die Zuchtlosigkeit unter der städtischen Jugend bedenklich zunahm", richtete der Rat hier im 17. Jahrhundert ein "Werkhaus" für Arme und eine "Waisenanstalt" mit einer Schule ein. 1812 wurden im Gebäude die vom Russlandfeldzug zurückgekehrten typhuskranken Soldaten Napoleons untergebracht.


Osnabrück: Haus der Jugend

Kaum mehr bekannt: Wir waren mal Frankreich.
1811-13 Kaiserreich Frankreich, Oberemsdepartement, Arrondissement Osnabrück
vorher schon:
1807-11 Kaiserreich Frankreich, Königreich Westfalen, Departement der Weser, Distrikt Osnabrück

Bocksmauer
Aus dem Bucksturm hat man diese Sicht:
Dächer
Ungefähr aus der Höhe, wo früher die Wachen auf der Mauer patrullierten.
Eine Webseite in Osnabrück sammelt alte Fotos, Alte Werte, hier ein Bild vom Abriss der Mauer. Ein Arbeiter steht auf dem heutigen Eingang zum Bucksturm.

Monday, May 11, 2009

Vor 1200 Jahren in Osnabrück

Der Spatenstich vor 800. Bautätigkeit in der Anfangszeit. Mit jeder neuen Grabung am Dom und den anschließenden Auswertungen zeigt sich ein weitaus komplexeres Bild der Frühgeschichte Osnabrücks. Hier Sara Snowadsky im Westwerk des Doms 2002.
Domgrabung Osnabrück 2002
Ich hatte noch keine Rücksprache mit den Grabungsleiterinnen Ellinor Fischer und Sara Snowadsky, aber nehme an, dass der Kirchenbote hier richtig liegt:

Bei Grabungen im Bereich des Osnabrücker Doms entdeckte Funde sind eine kleine historische Sensation: Eine unscheinbare Grundmauer südlich des Doms und in der Nähe entdeckte Spatenstiche stammen aus der Zeit vor dem Jahr 774. Das beweisen jetzt vorliegende Untersuchungsergebnisse. Bislang war man davon ausgegangen, dass die ersten Bauten und Missionsversuche in Osnabrück ab 780 begannen. Damit ist Osnabrück nach dem derzeitigen Kenntnisstand die älteste der niedersächsischen und westfälischen Bischofsstädte.


Hier das Bodendokument, vor zwei Jahren noch um 1000 angenommen:
Spatenstich um 1000
Im Bickhof des Doms unter Fundamenten:
Spatenstiche III

Und da hat Prof. Lobbedey schon vor Jahren eine bemerkenswerte aber damals nicht druckreife Schlussfolgerung bei Grabungen im Dom gezogen: Karl der Große könnte Osnabrück als ersten Bischofssitz bestimmt haben. Die frühe umfassende Bautätigkeit könnte damit begründet werden.

Und der Kirchenbote weiter über Erkenntnisse der Untersuchung des Kreuzgangs:
Die Archäologinnen deuten das Teilstück einer Wand im Südflügel des Dom-Kreuzganges als Überrest eines karolingischen Klostergebäudes, das die Missionare um den Osnabrücker Gründerbischof Wiho vor 801 errichteten. Im Bereich des heutigen Kreuzganges glauben die Archäologinnen jenes imposante Domkloster lokalisiert zu haben, das zwei Fuldaer Mönche in einem Wunderbericht erstmals für das Jahr 851 erwähnen. Hier lebten die Nachfolger des heiligen Wiho und ihre geistlichen Helfer bis etwa 1100 in klösterlicher Gemeinschaft.

Obwohl seit 814 von Karl dem Großen erlaubt, wurde die Osnabrücker Domburg erst im weiteren Verlauf des 9. oder 10. Jahrhunderts befestigt. „Wir wissen jetzt, dass die wichtigen Gebäude der Osnabrücker Domburg gleich aus Stein errichtet wurden und können damit die Geschichten über provisorische Holzkirchen und -bauten in den Bereich der Legende verweisen“, korrigiert Ellinor Fischer gängige und liebgewonnene örtliche Theorien.


Kreuzgang Osnabrücker Dom

Könnte die Stelle sein, muss ich aber noch nachprüfen:
Kreuzgang Dom Südwand

Und weiter die ON: Missionare bauten schon vor 774

Gehe ich recht in der Annahme, dass es damit das älteste oberirdische Mauerwerk in Osnabrück ist?
Der Kreuzgang und die Mauern sind eine durch die Jahrhunderte gestaltete Architektur. Es ist nicht einfach die Veränderungen zu entschlüsseln.
Grabung Kreuzgang Dom Osnabrück

Diese neuen Annahmen werfen viele neue Fragen auf: Gab es schon Missionsversuche vor den Sachsenkriegen mit Bautätigkeiten, oder gleich zu Beginn der Kriegszüge 772. Woher kommen die Bautechniker? Jetzt wohl kaum aus Münster zum Beispiel. Hier eine Karte des dreißigjährigen sächsisch-fränkischen Konflikts. Der Kampfschauplatz an der Hase ist mit dem Jahr 783 angegeben:

Quelle: 799 Kunst und Kultur der Karolingerzeit. Karl der Große und Papst Leo III. in Paderborn, Katalog der Ausstellung Paderborn 1999, hg. von Christoph Stiegemann und Matthias Wemhoff, Bd. 1 (1999) S. 265 Abb. 1.
Via: Die Sachsenkriege
Abteilung für Mittelalterliche Geschichte der Universität Tübingen

Aus Westfälische Geschichte:
Es entstand um 780 aus einer sächsischen Missionsstation des Bistums Lüttich, dessen Bischof Agilfried um 785 die erste Osnabrücker Kirche weihte. Bei Osnabrück an der Hase fand 783 der letzte Kampf Widukinds gegen Karl den Großen statt. Der erste Osnabrücker Bischof Wiho (803) leitete einen Kirchensprengel zwischen Wiehengebirge und Teutoburger Wald und über Corveyer Missionszellen um Meppen und Visbeck, der sich auf die späteren Grafschaften Tecklenburg, (Nord-)Ravensberg und das sogenannte Niederstift Münster ausweitete.

Ein Ausschnitt aus der ON:

Sunday, May 10, 2009

Holter Burg im Mai


Holter Burg im Mai
Originally uploaded by Jens-Olaf
Neben den archäologischen Ausgrabungen 2006 bietet die Holter Burgruine weiterhin auch reine Naturmotive. Hier der Mai im Buchenwald. Die Wurzeln umklammern historisches Gestein.

Wednesday, May 06, 2009

Bernd und Geodreieck


Bernd und Geodreieck
Originally uploaded by Jens-Olaf
Das Foto hatte ich ganz unterschlagen. Mathematik und die Archäologie. ^^
Während der Ausgrabung hinter dem Kreuzgang im Frühjahr 2007. Dom Osnabrück

Saturday, May 02, 2009

Põllküla



Pollkula
Originally uploaded by Jens-Olaf
Eben habe ich eine Webseite entdeckt. Familiengeschichte. Ein Teil meiner Familie stammt aus Estland. Ein Schwerpunkt des Familienlebens war Põllküla. Durch den Weltkrieg rissen die Verbindungen ab. Ich habe die Ruinen des Gutes, wo sie jeden Sommer verbracht haben im Dezember 1991 aufgesucht. Eine Zeitzeugin war auch noch dort. Jetzt sind wieder über 15 Jahre vergangen und in den Ruinen tut sich was. Jemand postet Fotos über irgendwelche Bautätigkeiten. Bin gespannt, was ich in Erfahrung bringen kann.


Põllküla Mõisapark

Picasa Fotos

Wednesday, April 29, 2009

Hauswand - Steinwerk Hasestraße

Eines der verbauten, straßenabgewandten Mittelalterhäuser in Osnabrück. Unten sind Gebäudereste mit dem örtlichen gelben Bruchstein. Hoch im Hintergrund das eigentliche Mittelalter-Steinwerk. Rechts eingebrochene Fensterseite und Umbauten. Die anderen Gebäudeseiten sind eher ursprünglich

Saturday, April 25, 2009

Hinterhof


Hinterhof
Originally uploaded by Jens-Olaf
Das ist einer der Hinterhöfe in Osnabrück. In der Neustadt. Irgendwie beschreibt er die Atmosphäre des Viertels. Links ist historisch, der Rest Nachkriegslösung.

Die Bogenbrücke

Nach der Hohen Brücke nun die Bogenbrücke beim Felix-Nussbaum-Museum in diesem Blog. Auch sie eine Besonderheit. Fortgeschrittene Verteidigungsarchitektur im 17. Jahrhundert. Das Aussergewöhnliche war, dass sie wiederentdeckt wurde. Vor 10 Jahren mit dem Beginn der Baumaßnahmen für das Museum.
Nach der ersten Freilegungskampagne konnten die Brücke und der von ihr überspannte, von Mauern eingefaßte Stadtgraben als Überreste einer Bastion erkannt werden, die auf einem Abbruchplan von 1814 dargestellt ist. Derartige Anlagen dienten v.a. im 17. Jh. dazu, die wichtigsten Stadttore, in diesem Fall das Heger Tor, gegen Kanonenbeschuß zu sichern. Die Bogenbrücke bot ausreichend für Platz für einander begegnende Fuhrwerke. Stadteinwärts schloß sich eine Durchfahrt durch die südliche Flanke des Ravelins an. Dann gelangte man vermutlich über eine hölzerne Zugbrücke in das Rondell und anschließend in das eigentliche Torgebäude.

Die Bogenbrücke in Osnabrück, baufachinformation.de
Und:
Die Funde belegen, dass Osnabrück in jenen Jahren das größte und modernste Verteidigungswerk errichtete, das man damals kannte.

Na also:
Bogenrücke
Die Stadt Osnabrück bietet online einen archäologischen Rundgang an, die Bogenbrücke ist hier zu finden.

Thursday, April 23, 2009

Nachtrag Osterfeuer

Dieser Post dient auch dazu, die Videofunktion in Blogger zu testen, eine Premiere sozusagen.
Osterfeuer
JosOsnaBlog berichtete über die hohen Feinstaubwerte der Stadt nach dem Abrennen der Osterfeuer.
Jedes Jahr ist der Himmel in den Abendstunden eingetrübt. Allerdings kommen die extremen Werte auch durch die Brände in der Stadt. Und zwar nicht ganz kleine, wie hier bei Raspo in der Nähe Kalkhügel. Auch gibt es jährlich ein goßes Feuer beim nächstgelegenen Bauernhof.
Sollten die Meßwerte vom Ziegenbrink kommen, sind sie mit Sicherheit davon beeinflußt.
Osterfeuer
Fotos: Raspo 2006

Tuesday, April 14, 2009

Hohe Brücke - Vitischanze Osnabrück


Brücke Vitischanze
Originally uploaded by Jens-Olaf
Der gegenwärtige Kenntnisstand sagt: Das ist die einzige Wehrbrücke in Deutschland und nur aus diesem Grunde erbaut.

Man muss es aber nicht gleich so sagen wie der NDR "Das weltweit einmalige Verteidigungsbauwerk, das den Osnabrückern lange Zeit Rätsel aufgab, ist sonst für Besucher geschlossen."
Reste von Hölzern, die zu den Stauwehranlagen an der Hase gehören. Die Stauwehr wurde durch die Kanonen der Hohen Brücke geschützt.

Auf der Webseite der Stadt Osnabrück finden sich diese Informationen:
Wahrscheinlich im 15. Jahrhundert stieg der Verteidigungswert der gesamten Anlage durch den Bau der Hohen Brücke. Ein Zierstein nennt als Baujahr 1564, doch die Entstehungsgeschichte legt nahe, dass sie wesentlich früher errichtet wurde. Ein Gang innerhalb der Brücke verband sie mit dem geschützten Raum innerhalb der Stadtmauern.


Arbeiten am Barenturm und Brücke 2005:

Karmann in der Blogosphäre

Die Reaktion auf den Insolvenzantrag von Karmann in Osnabrück ist in der Bloggerszene vor allem durch Wiedergabe von Pressemitteilungen geprägt. Schade, so ein traditionsreiches Unternehmen. Vereinzelt wird auf die Problematik der Zulieferer hingewiesen, reifenhandel.eu: Zulieferer in Schwierigkeiten

Niemand hat letztlich damit gerechnet, dass selbst so renommierte Zulieferer wie Karmann Konkurs anmelden müssen. Das 1901 gegründete Unternehmen kam erst nach dem Zweiten Weltkrieg so richtig in Schwung, als es auf der Frankfurter IAA 1955 das legendäre Ghia Coupé vorstellte. Karmann baute sehr erfolgreich Fahrzeuge und Dachsysteme, Karosserien und komplexe Systeme. Trotzdem scheint das Ende nun besiegelt.

So wie Karmann geht es vielen anderen Autozulieferern bzw. Auftragsfertigern. Sie stehen auf der Kippe oder sind schon im freien Fall. Das Sterben dieser Kategorie hat gerade erst begonnen, „und es wird mit Karmann nicht zu Ende sein“, sagt ein Vorstand eines großen Unternehmens.


Hm, niemand hatte gerechnet...

Hier eine andere Meinung dazu:
Nun markiert der Insolvenzantrag den Tiefpunkt einer stolzen Firmengeschichte, die aber in den letzten Jahren immer mehr Kratzer bekam. „Die Probleme von Karmann sind viel älter und werden seit Jahren verschleppt. Vorbei die Zeiten, in denen Karmann das Kultmodell Ghia und die Cabrios von VW und Daimler gebaut hat. Die großen Hersteller bauen ihre Cabrios schon seit Jahren selbst. Doch die Eigentümerfamilien haben das ignoriert. Die Autokrise ist nur der Stein, der das seit langem angeschlagene Unternehmen in die Tiefe zieht“, kommentiert Ann-Katrin Johannsmann von NDR Info

Pressemitteilung Webservice:
Die Probleme wurden verschleppt – ICC-Chef Uwe Röhrig: Karmann hat zu lange am alten Geschäftsmodell festgehalten

Ansonsten, was Positives:
Karmann tüftelt an Elektroauto

Sunday, April 12, 2009

Urgroßvater


Urgroßvater
Originally uploaded by Jens-Olaf
Das ist es also, einer von vieren. Vier Urgroßväter hat man. Wann war das?

Saturday, April 11, 2009

Fachwerk in der Neustadt


Fachwerk in der Neustadt
Originally uploaded by Jens-Olaf
Gibt es noch Fachwerk in der Neustadt Osnabrück? Ja, aber wo, verrate ich nicht. Es ist klein und Alter mir unbekannt.

Wednesday, April 08, 2009

Was bleibt?


Lange Jahre waren wir in Osnabrück, vor allem wegen Karmann. Als heute die Nachricht vom Insolvenzantrag im Internet auftauchte, war das ein trauriger Moment. Befürchtet hatte man das ja. Die Auftragslage war nicht gut, dann noch die Weltwirtschaftskrise. Was wird bleiben, die Erinnerung an den Karmann Ghia? Oder das Weiterbestehen eines Kernbestandteils der Firma?
Noch vor kurzem wurde das 100jährige Jubiläum gefeiert.
Der Ghia hat echte Anhänger bis nach Kalifornien. Dieser hier unten wurde wohl extra zum Treffen in Osnabrück eingeschifft. Aufnahme in G-M-Hütte vor einigen Jahren.

Liebe für das Detail:

Noch gibt es genug Oldtimer vom Karmann Ghia, der Name wird uns noch eine Weile begleiten.
Für mich war allerdings die Zeit der Zusammenarbeit mit dem koreanischen Autobauer KIA am spannendsten. Mitte der 90er wurde das erste koreanische Auto "made in Germany" hergestellt, der Sportage in Osnabrück. Meine Lieblingsschlagzeile aus dieser Zeit in AutoBild:

Osnabrück vor dem Bloggen


Crow Familie aus Kanada auf der Illoshöhe

In Osnabrück gab es einige Veranstaltungen, die vor Jahren reichlich für Themen zum Bloggen gesorgt hätten. Zum Beispiel das große internationale Katholikentreffen 2005, der Weltjugendtag. Dabei meine ich mehr die jungen Menschen, die vor allem aus verschiedenen Ländern zugereist waren: Irakische Christen aus Schweden, Katholiken aus Russland, Crows aus Kanada. Was für Gespräche und Interviews hätte man führen können. Auch später gab es Katholikentage. Einer der sogenannten Alphablogger Deutschlands hat sich aus diesem Anlass die Online-Berichterstattung der NOZ vorgenommen, exemplarisch das journalistische Ergebnis im Internet über diese Veranstaltung. Allerdings hat die Diskussion bereits vor einem Jahr stattgefunden.
Stefan Niggemeier hat die Debatte angestoßen, er stammt aus dem Osnabrücker Land und war Schüler des Carolinum.

neue-oz.de/katholikentag

Es geht um verpasste Chancen. Hier ein paar Fotos, nicht von 2008, sondern vom Weltjugendtag 2005:

Katholiken aus Litauen


Und aus Russland:


Ja, woanders kommt immer wieder dieses Thema Provinzstadt auf. Ist nun auch teilweise wahr. Aber ebenso gut sind deutsche Großstädte auch nicht immer Weltstädte. Mein Beispiel für Osnabrück waren oft die Briten. Es wurde kaum wahrgenommen, dass ständig Soldaten aus einem der bekanntesten Krisenherde in der Stadt waren. Soldaten aus Basra im Irak, oder schon während des 1. Golfkrieges. Da fuhren einige mit dem Panzer durch die Wüste und wenig später badete man zusammen im Nettebad. Alle starren ins Fernsehen, aber gesprochen mit den Soldaten vom Kriegsschauplatz, darauf ist man kaum gekommen. Lieber werden Agenturmeldungen, die alle haben, durchgenudelt.



Anmerkung: Einer der ersten regelmäßigen Blogger aus Osnabrück war ein chinesischer Student, der jetzt wieder in Wuhan lebt.

Monday, April 06, 2009

Haseuferweg

Da musste ich doch nochmal schnell schauen, ob das kein Aprilscherz ist. Nein, in der NOZ liest sich das ernst: Es gibt Geld für den Haseuferweg von der Neuen Mühle bis zum Neumarkt. Das Besondere, es wird eine Stahlkonstruktion über dem Wasser, wenn denn alle Anlieger mitmachen. Hier sind die ersten Meter an der Mühle. Auf dieser Seite lag früher einmal eine Bastion. Die Erhöhung links (nicht im Bild) scheint noch aus den Hinterlassenschaften zu stammen:
Mühle
Richtung Bahnhof, NOZ:
Als Nächstes wird die Lücke zwischen Heinrich-Heine-Straße/Alando und der Schlagvorder Straße geschlossen. Das war schon lange geplant und wird unabhängig vom Konjunkturpaket umgesetzt. 600000 Euro stehen für diese 215 Meter lange Sektion zur Verfügung. Die Vorarbeiten haben schon begonnen: Vor wenigen Wochen wurden etwa ein Dutzend Trauerweiden und Erlen, die der Trasse im Weg standen, gefällt. Sie werden später durch junge Bäume ersetzt. Wenn keine besonderen Probleme aufträten, könne der Weg Ende des Jahres freigegeben werden, meint Griesert.


Das Haseufer-Projekt bei "lebendigeHase"

Monday, March 30, 2009

Die Osnabrücker Steinwerke und neue Forschungen zu Steinhäusern im Mittelalter

Steinwerk Manolo
Die Osnabrücker Steinwerke aus dem Hochmittelalter sind Forschungsgegenstand. Kaum eine Stadt hat so viele noch vorhandene Relikte dieser frühen städtischen Baukultur. Eine Frage ist dabei, wo der Trennungsstrich zu ziehen ist, bis in welche Region können wir von Steinwerken sprechen? Eine Region könnte dabei zunehmend in Betracht kommen. Tschechien und die historischen Gebiete Böhmen und Mähren.
Archaia Brno, eine historische Gesellschaft in Brünn, hat einen Seminarband zum Thema:
Materialen aus dem 3. Jahrgang des Fachseminars. Das Hauptthema des Seminars war die Problematik der hochmittelalterlichen gemauerten bürgerlichen Architektur in Mitteleuropa.


Auf der Webseite findet sich auch die Abhandlung von Frank Löbbecke:
Hochmittelalterliche Holz-Stein-Bauten in Südwestdeutschland und der Nordschweiz
Seine Hausvergleiche reichen bis nach Westfalen, hier Warburg.
Selbst in Basel (Frank Löbbecke) liegen Fragestellungen zur Mittelalterstadt vor, die auch auf Osnabrück zutreffen:
...3) Das an Basler Befunden orientierte Idealbild (Abb. 4) zeigt Holz- und Steinbauten im starken Kontrast zueinander: „kleine, verschachtelte Holzbauten“ und Holzhäuser
kleiner Händler standen den „wesentlich aufwendigeren [Stein-]Häusern der Fernhändler“ gegenüber. 5) Baute also die Unter- und Mittelschicht in Holz, die Oberschicht
in Stein? Am Beispiel der Forschungsergebnisse der letzten Jahre, vor allem in Freiburg im Breisgau, soll der Frage nachgegangen werden, ob die hochmittelalterliche
Bauweise in Holz und in Stein tatsächlich in einem solchen Kontrast zueinander stand.



Hier die Beiträge aus dem Sammelband FUMA II
und hier die Beiträge aus dem ersten Sammelband FUMA III bei Archaia Brno.
Sie reichen bis nach Ungarn.

Seit 2002 veranstaltet die Gesellschaft eine eigene Konferenz FORUM URBES MEDII AEVI (FUMA), die verschiedenen Themen der Stadtarchäologie gewidmet ist.

In Osnabrück haben sieben Steinwerke ein Dachgewölbe. Alle haben selbst die Bombenangriffe des letzten Weltkrieges überstanden. Hier in der Marienstraße mit gotisch- spitzem Winkel vor der Renovierung der letzten Jahre, Bausubstanz um 1300:



Hier eins der dazugehörigen gotischen Fenster.


Update Juni 2009:
Seit einigen Monaten liegen die neuen Forschungsergebnisse zum Huckinger Steinturm im Licht aktueller Forschung vor, in der Reihe: Duisburger Denkmalthemen 3
Der Blog Schauhuette - Anschauliche Archäologie berichtet. Dort gelangt man über einen Link zur gut gemachten pdf-Dokumentation. Gerne mehr davon, wenn es ums Thema Steinwerke geht. Eine Menge Parallelen zu Osnabrück liegen hier vor. Aber auch die jeweilige regionale Ausprägung wird deutlich, zum Beispiel beim Baumaterial.
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Und nun der Blick auf weitere Internetquellen zum Thema Steinwerk mit Bauten aus dem Hochmittelalter und später:

1. Lübeck: DEUTSCH - DÄNISCHE GESCHICHTE VOM MITTELALTER BIS HEUTE
Archäologisch sind
inzwischen rd. 20 private Backsteinbauten nachgewie­
sen: Kleine turmartige Steinwerke und große Bauten mit
zwei hohen Geschossen über dem Keller, die sog. Saal-
geschosshäuser. Während in Lübeck kein Steinwerk
mehr steht, sind noch zwei Saalgeschosshäuser erhal­
ten: Koberg 2 und Alfstraße 38. Das Haus am Hafen hat
eine Grundfläche von fast 300 qm. So große Häuser sind
auch in den folgenden Jahrhunderten nur selten errichtet
worden. Die Deckenbalken des Kellers stammen noch
aus der Bauzeit, sie datieren dendrochronologisch „um
1216“. In den folgenden Jahrhunderten sind die zu den
Straßen weisenden Fassaden mehrfach dem Zeitge­
schmack angepasst worden, doch vermittelt dieser ge­
waltige Bau noch immer die Wirtschaftskraft und das
Repräsentationsbewusstsein des frühen 13. Jahrhun­
derts, als Lübeck dänisch war.


2. Steinwerk in Lippstadt. Erinnert etwas an ein Steinwerk in der Hasestraße Osnabrück, mit Anbau.
Nach Freilegung zahlreicher Bauspuren bestätigte sich die Vermutung, dass es sich bei dem Gebäude um einen der wenigen noch vorhandenen steinernen Saalbauten, einem sog. Steinwerk, aus dem 14. Jahrhundert handelte, dem zur Soeststraße vermutlich ein Fachwerkhaus vorgelagert war.

Hier Hasestraße Osnabrück:
Hasestraße Steinwerk

3. Hannoversch-Münden: Kemenate-Steinwerk
Zu den ältesten in Hannerversch Münden erhaltenen Gebäuden gehört das in die 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts datierte Steinwerk/Steinhaus. Der romanische Bruchsteinbau grenzt im Westen an die Rückseite des in Fachwerkbauweise errichteten Vorderhauses Lange Straße 17 und diente wohl als Kemenate. Sich eine Bauparzelle teilend war sie mit diesem ursprünglich über Zugänge in jeder Etage, die heute zugemauert sind, verbunden. In dem vermutlich für profane Zwecke errichteten Gebäudes blieb in der aufsteigenden Mauer mit Eckquaderung das bauliche Detail eines ursprünglichen Zwillingsfensters erhalten. Auch die zwei Tonnengewölbe, die das gesamte zweigeschossige Steinhaus mit Satteldach unterkellern, gehen wohl auf diese erste Bauphase zurück.


4. Steinwerk und großer Graben in Hannover
Etwa 17 Nachweise

5. Bad Münstereifel: Romanisches Haus

6. Düsseldorf: Romanisches Haus

7. Korbach: Das Spukhaus und Großes Steinhaus

8. Worms: Haus zur Trommel

9.Mainz: Haus zum Stein

10. Seligenstadt: Romanisches Haus, Foto aktueller Zustand

11. Braunschweig: Beispiel einer der etwas jüngeren Kemenaten

Und ganz wichtig: Die Jakobkemenate aus dem 13. Jahrhundert. Hier der Post dazu:
Braunschweig und die Steinwerke

12. Wolfenhagen: Modell eines Steinwerks mit Vorderhaus.
Das Vorderhaus (Flettdielenhaus) als Vierständer-Fachwerkbau, 15./16. Jh., dreizonig angelegt und überwiegend landwirtschaftlich genutzt; das Steinwerk als rückwärtiger Bau mit Saal/Kemenate (heizbar, rauchfrei), um 1260, für besondere Anlässe; Hochkeller mit Gewölbe, ...


13. Bielefeld: Unmittelbare Nachbarschaft. Nach archäologischen Ausgrabungen eine gut gemachte pdf-Dokumentation. Erste Ergebnisse der Ausgrabung an der "Welle"
Zur Bedeutung der Steinwerke und zur weiteren Entwicklung
der Bebauung an der Welle

Unter dem Begriff Steinwerk versteht man ein in Stein errichtetes
ein- oder mehrstöckiges Gebäude, das meistens
hinter dem in Holz errichteten und an der Straße stehenden
Wohnhaus lag. Inspiriert von ländlichen Wohnsitzen
des Adels entwickelte sich dieser Haustyp seit
dem späten 12. Jahrhundert in den Städten. Der gängige
mittelalterliche Haustyp war in Holz oder Fachwerk
ausgeführt.


Und etwas, was sich viele in der Schwedenstraße in Osnabrück gewünscht hätten: Der Erhalt der Reste eines Steinwerks und archäologischer Funde, Archaeowelle:

Eine Fahrt nach Dresden, an der Mitglieder der Stadt, die Bauherren,
Architekten und Archäologen teilnahmen, um Anregungen für den Umgang mit den
zu präsentierenden archäologischen Befunden zu sammeln, führte jedoch zu einer
ernüchternden Erkenntnis: keiner konnte sich für in Beton gebettete Mauerreste in
Tiefgaragen und durch trübes Glas unter dem Gehweg zu erahnende Keller begeistern.
Fast wäre das Projekt gescheitert. Doch daraus resultierte letztendlich der
Entschluss, die Befunde offen in den geplanten Neubau zu integrieren. Um eine
möglichst professionelle Umsetzung des von archäologischer Seite erstellten
Konzepts zu gewährleisten, wurden eine Architektin für die Bauleitung, eine Gestaltungsfirma
und eine Restaurierungsfirma für die Ausführung hinzugezogen.
In einem ersten Arbeitsgang wurden Schäden am Mauerwerk ausgebessert


14. Paderborn: Ebenfalls gute Dokumentation der Archäologie.
Archäologische Spurensuche im Paderborner Osten

Schon gegen Ende des 13. Jahrhunderts
ließ die Ministerialenfamilie das massive Steingebäude
abreißen und teilte das Grundstück in zwei Teile (Abb. 52,
Befund 274). Die Südwand des ehemaligen Gebäudes (Abb. 52,
Befund 72) blieb als Teil der neuen Grundstücksmauer erhalten.
Ein neues Steinwerk mit tonnengewölbtem Keller im mittleren
Grundstücksbereich (Abb. 53) ist Teil eines Baubooms,
der an den vielen Bodeneingriffen dieser Zeit erkennbar ist.


15. Minden und weitere westfälische Städte:
Küche – Kochen – Ernährung im Blick der Fachdisziplinen
Solche Haustypen sind für Südniedersachsen und Ostwestfalen die typischen Bürgerhäuser des späten 12. bis 14. Jahrhunderts. Allerdings gingen reiche Kaufleute schon im 13. Jahrhundert dazu über, repräsentative straßenseitige Steingebäude zu errichten, die dann aber ebenfalls häufig ebene Feuerstellen im Erdgeschoss aufweisen. Im 14. oder frühen 15. Jahrhundert werden Fachwerkhäuser mit Steinwerken im hinteren Grundstücksareal nicht mehr gebaut.


Ein Überblick der Situation in Minden, Stand etwa 2004:
Bei Steinwerken handelt es sich um rechteckige oder quadratische, mehrgeschossige und meist unterkellerte Hinterhäuser in Massivbauweise. Nach derzeitigem Forschungsstand entstanden sie bereits um 1100 in der Regel hinter den noch hölzernen Vorderhäusern, mit denen sie baulich häufig verbunden waren.[1] Wie oben bereits angedeutet, liegt ihr Hauptverbreitungsgebiet im Bereich des heutigen Westfalens und südlichen Niedersachsens - ein Raum, der bis in die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts eine politische Einheit bildete (Hzm. Sachsen) und dessen Städte in der Folgezeit wirtschaftlich eng miteinander verbunden blieben (Hanse).


16 .Hier nochmal Freiburg und Zürich, allerdings in den Anfängen des Städtebaus um 1100, und bereits 1995 erschienen:
HEIKO STEUER, Freiburg und das Bild der Städte um 1100 im Spiegel
der Archäologie


17. Soest - eine unserer engsten Partnerstädte im Hochmittelalter. Es gibt Vermutungen, dass Stein ein wichtigerer Baustoff war als angenommen, wichtiger als später das Fachwerk. Das Haus im Zuckerberg



Liste wird fortgesetzt.
Update August/September 2009:
Ganz wichtig! Gotland in Schweden, vielleicht ein weiterer Standort von Steinwerken.
- Ein Vergleich mit Schwäbisch Hall
- Vergleich Nürnberg
Ältere Posts zu Steinwerken von Jens-Olaf: Teil 1, Teil 2, Teil 3

"Wohntürme" des Mittelalters in Aschaffenburg, Rekonstruktion eines Hauses des niederen Adels in der Pfaffengasse.

Ein Beispiel, warum der Haustyp im Laufe der Jahrhunderte weitgehend verschwunden ist.
Nikolaiort
Am Nikolaiort in Osnabrück konzentrieren sich um die Jahrhundertwende die Geschäftshäuser. Die Steinwerke werden hier Opfer der neuen Bautätigkeit. Allein an dieser Stelle wird später mehrmals um- und neugebaut.

Update Osnabrück:
Steinwerke in Osnabrück, Vortrag im Historischen Arbeitskreis des Westfälischen Hansebundes in Hamm, 6.9.2008 18. Hofgeismar Sieht den Osnabrücker Steinwerken sehr ähnlich aus:
Das Steinerne Haus in Hofgeismar (Apothekenstraße 5) ist der älteste erhaltene Profanbau der Region. Das um das Jahr 1239 errichtete mittelalterliche Gebäude diente vornehmlich als Speicher, später auch als Wohnhaus.
Quelle: regiowiki 19. Warburg Kirchstraße 6, Steinwerk des Pfarrhauses Liste der Baudenkmäler Zu diesem Haus hätte ich gerne ein paar Infos: Foto 20. Höxter Steinwerk Westerbachstraße 35