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Sunday, December 29, 2019

Warendorf - Auf der Suche nach den Steinwerken

Osnabrueck gilt als Hauptstadt der Steinwerke aus dem Mittelalter. Aber auch unsere westfaelischen Nachbarstaedte waren davon gepraegt. Laut einer Pressemeldung vor Jahren hat Warendorf im Sueden noch vier davon. Bei einem ersten Besuch wollte ich sie ausfindig machen. Erstmal im Zentrum die Sankt-Laurentius-Kirche von 1404, mit einem romanischen Kirchturmteil, der spaeter erhoeht wurde: Warendorf Dann wichtig, der erhaltene Turm der Marienkirche um 1200: Warendorf Marktplatz mit Rathaus links von 1404: Warendorf Das Haus ist steinwerkverdaechtigt, zumindest der untere Teil: Warendorf Und hier ist die rueckwaertige Situation auffaellig. Warendorf - Steinwerk? Ansonsten scheint Warendorf wichtig fuer die Bebauung der weniger bemittelten Buergerschicht zu sein, Gademe genannt: Warendorf Gassen: Warendorf Giebelzeile: Warendorf

Tuesday, December 23, 2014

Kleine Korrektur

Angeblich doch nur ein dekorativer Abort. Ursprünglich war dies wohl ein Durchgang in ein anderes Gebäude. Vom Steinwerk des Ledenhofs. Von innen soll man die Türfassung erkennen können. Ledenhof - Steinwerk

Thursday, May 17, 2012

Neu datiert

Ja hoppla, Steinwerke in der Nachbarschaft tauchen plötzlich nach 700 Jahren auf. So kann es gehen. Unsere Gegend ist ein Zentrum dieses mittelalterlichen Hausbaus. Und Burgsteinfurt hat nun mit einmal auch so eins. Von wegen 16.Jahrhundert. Da musste erst das Holz untersucht werden, und dann war klar, 13. Jahrhundert. Bestes Steinwerkalter:
Und in Westfalen wurde es kürzlich zum Denkmal des Monats erhoben.Die Kommende 13 in Burgsteinfurt.
Das unscheinbare Gebäude Kommende 13 in Burgsteinfurt ließ vor Beginn der denkmalpflegerischen Maßnahmen seinen hohen baugeschichtlichen Wert und seine historische Bedeutung nicht erahnen. Bekannt war lediglich, dass sich noch Reste eines Steinwerks aus dem 16. Jahrhundert in dem Gebäude befinden sollten.
So was steht in Osnabrück reihenweise rum, und? (Fast) Keiner weiß Bescheid. unbekanntes Steinwerk Marienstraße Das ist ein Mittelalterhaus, Steinwerk, in der Marienstraße.

Tuesday, February 01, 2011

Denkmalschutz Steinwerke

In den letzten Posts über die mittelalterlichen Steinwerke in Osnabrück wurden vor allem Parallelen zu ähnlichen Bautraditionen benachbarter und weiter entfernter Städte gezogen. Wie sieht es mit dem Bestandsschutz bei uns aus?
Weitgehend werden die Steinwerke in Osnabrück genutzt. Zum Beispiel in dem mehrphasigen Gebäudeensemble "Grüner Jäger". Erkennbar an den dicken Mauern, wenn man die Toiletten aufsucht:
Grüner Jäger
Die Besitzer des Restaurants Manolo in der Hasestraße mussten erst das Gebäude renovieren, dafür ist eines der besterhaltensten Steinwerke der Stadt zu erkennen. Mit dem seltenen Dachgewölbe.
Wie viel Eigeninitiative nötig war, ist auf der Webseite des Manolo zu lesen:

Auf der Südseite wurde über Jahrzehnte die Abschlußschiene nicht gewartet, über das Flachdach konnte sich das Wasser seinen weg bahnen. Die ein Meter dicken Mauern waren völlig durchfeuchtet und es dauerte fast zwei Jahre bis die voll gesogenen Steine getrocknet waren.

Wer das Resultat der Bemühungen sehen möchte, hier klicken.

Monday, October 18, 2010

Warburg - noch `ne Stadt mit Steinwerkgeschichte

Osnabrück hat westfälische Wurzeln, also ist Warburg Nachbarschaft. Ostwestfalen. Eine der Städte in Deutschland, die unbekannt sind, aber die einen überraschen können, wenn man sie das erste Mal besucht. Vorausgesetzt man mag alte Städte.
Und jetzt kommen die unvermeindlichen Parallelen mit Osnabrück. Sie besitzt eine Alt-und eine Neustadt. Beide alt und vereinigt. Anders als bei uns bauten sie am Ende ein gemeinsames Rathaus genau auf der Grenze.
Stadtbild: Durch die Gebirgslage ist ein Teil Oberstadt, der andere Unterstadt. Und die Stadt soll ehemals Steinwerke besessen haben, jedenfalls laut dieser Webseite der Familie Thonemann:

Neben den Fachwerkhäusern („hüser“) und Steinwerken („steyn kameren“) gab es in der Altstadt von Warburg auch eine Anzahl von steinernen Wohnhäusern, die in alten Urkunden als „steynhüser“ ausdrücklich hervorgehoben wurden und sich vorwiegend im Besitz von Adeligen und Patriziern befanden. Da diese Oberschicht ihr Einkommen aus Lehnsgütern, ministralen Ämtern oder der Beschäftigung von Bediensteten bezog, war in ihren Häusern ein der Straße zugeordneter Wirtschaftsraum („Deele“) nicht notwendig. In der Regel wurden die Steinhäuser über die meist großen Grundstücke von der Traufseite her erschlossen und wahrscheinlich von mehreren Nebengebäuden umgeben. Das älteste datierte Steinhaus in Warburg ist das „Haus zum Stern“, Sternstraße 35, aus dem Jahre 1340, heute Stadtarchiv und Museum.

Hier wäre wissenschaftliches Referenzmaterial im Internet erwünscht, aber online ist wohl immer noch ohne Zukunft, stellenweise.Warburg erreicht man in anderthalb Stunden mit dem Auto Richtung Kassel.


Vom selben Fotografen die Burgruine Desenberg bei Warburg. Einer meiner favorisierten Orte: Quelle: Wikipedia Rekonstruktion der Burg.

Wednesday, October 13, 2010

Ältestes Steinhaus in Volkmarsen - ein Steinwerk?


Ältestes Steinhaus in der Volkmarser Altstadt stellt sich vor Bildergalerien Foto & Video / WLZ/FZ-online.de


Da ich andauernd das Netz nach steinernen Gebäuden des Mittelalters absuche, landet man doch ab und zu einen Treffer, was steinwerkähnliche Bauten betrifft. Seit 2009 ist das älteste Haus von Volkmarsen wieder hergerichtet. Baujahr um 1350.

Ältestes Haus in der Altstadt Volkmarsens
700 Jahre Stadtgeschichte in die Neuzeit gerettet


und

Ältestes Haus in der Volkmarser Altstadt stellt sich vor

Auch hier Parallelen mit den Osnabrücker Steinwerken. Aber Zufluchtstätte für Adlige, wieso eigentlich? Also dann eher die Bremer Variante, Schutz vor Dieben, wenn man unterwegs ist.

Umso deutlicher rückt das alte Steinhaus in den Blick des Betrachters. Das zweigeschossige Gebäude mit Keller wurde wahrscheinlich um das Jahr 1350 aus Buntsandstein als Speicher für Getreide und Zufluchtstätte für Adelige errichtet.
Der Baustoff Stein galt als wertvoll und wurde hier aus Brandschutzgründen verwendet. So konnte dieses Gebäude den großen Stadtbrand von 1668 überstehen. Davon zeugen Rußspuren.


Volkmarsen liegt in Nordhessen.

Thursday, December 10, 2009

Steinwerk Ledenhof


Steinwerk Ledenhof
Originally uploaded by Jens-Olaf
Ein älteres Foto des Steinwerks vor dem Verputzen mit weißer Kalkschlämme. Auf mindestens zwei Seiten zeichnen sich frühere Häuseranbauten ab.

Es ist das höchste Steinwerk Osnabrücks. Es wurde allerdings noch im Mittelalter aufgestockt.

Und auf der Suche nach Steinwerkvergleichen bin ich nun bei Wohntürmen gelandet. Hier ein Ergebnis aus Wien, das kaum mehr Mittelaltersubstanz besitzt:
Martin Aigner's Burgenseite aus Österreich. Bei der Spalte "unbekannt" eine schöne Seite zur Griechengasse.

Die drei Wohntürme in Trier, die aber doch schon sehr verschieden von den Steinwerken sind.

Steinwerkverdächtig, das Gelbe Haus in Esslingen

Hölle 11 in Quedlinburg stammt zum Teil aus dem frühen 13. Jahrhundert, ist aber länglich.

Thursday, September 17, 2009

Steinwerke - Der Gotlandvergleich

Die letzten Wochen habe ich den Blick nach Süden geworfen, von Osnabrück aus. Die Suche nach steinwerkähnlichen Gebäuden in Schwäbisch Hall, Nürnberg und anderen Orten Süddeutschlands. Manche Muster tauchen wieder auf: Quadratische Form, starke Mauern, Gewölbekeller, getrennte Eingänge, errichtet vom 12. bis 14. Jahrhundert, sie haben auch ähnliche Funktionen. Ob es sich hier ebenfalls um Steinwerke handelt, bleibt vorerst offen.
Michael Hurst, in den letzten Jahren zuständig für die Steinwerksforschung in Osnabrück, gab den Tipp einmal nach Gotland zu schauen. Dort hat er Hinweise auf Steinwerke entdeckt, obwohl es schwierig ist, an wissenschaftliches Material zu kommen. Das Internet ist da auch auf Schwedisch nicht sehr ergiebig. Was aber sehr wichtig ist: Einzelne mittelalterliche Gebäude auf Gotland haben oder hatten anscheinend Gewölbe unter dem aufliegenden Dach.
Hier die Ergebnisse einer Internetrecherche:
Das ist die vorhandene Gebäudesubstanz in der Inselhauptstadt Visby von 1100- 1500.

Quelle:Medeltidsstaden
Innerstädtisch gibt es viele steinerne Häuser, aber nur für das ländliche Gotland findet man eine Untersuchung aus dem Jahr 1932. Es handelt sich um Stora Hästnäs.

Der Wikipedia-Artikel beschreibt die Anlage so:
Das Haus besitzt mit dem Kellergeschoss insgesamt vier Etagen. Ein kleines Tor führt zum halb eingetieften Keller, ein romanisches Portal in das mit Kreuzgewölben versehene erhöhte Untergeschoss, das die Reste eines Kaminfeuers aufweist. In das darüber gelegene Geschoss gelangt man über eine Innentreppe oder durch ein Rundbogenportal im Giebel. Das obere Stockwerk ist entlang der Vorderfront mit einer Galerie und drei mit Kolonetten versehenen gotischen Fenstern ausgestattet. Der tonnengewölbte Dachboden wurde wahrscheinlich als Lager genutzt.

Der tonnengewölbte Dachboden bereitet etwas Kopfschmerzen. Ich kann ihn in der Bauskizze nicht entdecken. Aber ein Gewölbe ist vorhanden:

Hier aus anderer Perspektive:

aus: Utgrävningen vid Stora Hästnäs pa Gotland 1932
Foto vom Giebel
Weitere Gebäude: Sören Norrbys källere und
Vatlings, und Foto auf Flickr-Webseite.
Ein Video über die Hansestadt Visby spricht von an der Straße liegenden Steinhäusern und nach hinten angefügten Holzhäusern zum Wohnen der Händler.
Pdf-Link zur Ausgrabung 1932
Hier noch eine interessante Perspektive: Gamla Apoteket, der Dachgiebel.
Update:
Weitere Arbeit zu einem Gebäudekomplex mit "Steinwerk" in Visby:
LILJEHORNSKA HUSET
EN KÖPMANSGAltl) FRÄN 1200-TALETS VISBY
AV
GUNNAR SVAHN STRÖM 1945

Saturday, September 12, 2009

Der Schwäbisch Hall-Vergleich

Schwäbisch Hall ist eine reiche Stadt. Im Mittelalter. Nicht so groß wie Osnabrück. Aber Könige oder deren Abgesandte kamen zu Besuch. Die Stadt bietet Steuereinnahmen.
Aus der Zeit um 1200 bis 1300 gibt es Bausubstanz. Und auch reiche Steinhäuser. Manchmal gibt es Überschneidungen mit den Steinwerken in Osnabrück. Besonders die Gewölbekeller. Aber vielleicht auch Zeichen der Adelstürme im Süden. Nur die Zahl ist wie in Nürnberg gering. Es dreht sich um etwa acht solcher Bauten. Der besterhaltenste ist hier zu sehen, auch diesmal meide ich den Begriff Steinwerk, noch:
Im Keckenhof
Mit welcher Nutzung wurde aber dieses besondere Gebäude um 1240 errichtet? War...die Keckenburg
von Anfang an ein Wohnturm, dein Steinhaus, ein Repräsentationsbau oder vielleicht nur ein brandsi-
cheres Lager?
Alle bisherigen baugeschichtlichen Erkenntnisse über die Keckenburg lassen eine multifunktionale (viel-
fältige) Nutzung als Interpretation (Deutung) des steinernen Baus eher zu als nur eine einzige Deutung
der Baugestalt. Jeder, der sich bisher mit ihrer Baugeschichte und damit zwangsläufig mit ihrer ur-
sprünglichen Nutzung beschäftigte, hat mit seiner Aussage zur Bauidee sicher Recht, aber eben nur als
Teil einer Gesamtinterpretation. Eine ursprüngliche Wohnnutzung ist zumindest in eingeschränktem
Rahmen ebenso vorstellbar wie ein herrschaftlicher Repräsentationsbau, ein Befestigungsbau in zweiter
Verteidigungslinie oder gegen die Stadtbewohner selber sowie auch ein massiver, brandsicherer ausge-
führter Speicher- oder Vorratsbau. All diese möglichen Nutzungen in einem Bau kann sich der Bauherr
gewünscht haben...
Albrecht Bedal: Die Keckenburg in Schwäbisch Hall wird 750 Jahre alt, Jahrbuch HF 1991, S. 57 ff.


aus Lernwerkstatt im Hällisch-Fränkischen Museum

Rechts davon romanische Fensteröffnungen im Mauerwerk:
DSC07050
Im Halleschen Museum gibt es ein aufschlussreiches Modell. Die hochmittelalterliche Bausubstanz in rot, die jetzt noch vorhanden ist. Und da ist nicht mehr viel vorhanden. Aber die quadratischen Formen der Steinhäuser fallen auf.
DSC07028
Auch außerhalb der Altstadt, auf Limpurger Gebiet, dieses Haus, mit gotischer Tür:
DSC08113
Und ein Bogenfragment des Keckenturms im Museum:
Bogenfragment
Ein Kellerbeispiel:
DSC07032
Hier der beleuchtete Hochmittelalter-Bereich der Stadt Schwäbisch Hall.
Stadtmodell
Ein Resume ist verfrüht, um Vergleiche mit Steinwerken zu ziehen. Fortsetzung folgt -
Siedersburg
Das ist die sogenannte Siedersburg und wird als Adelsturm/haus bezeichnet.
Häuserlexikon:
Die ehemalige Siedersburg ist ein dreigeschossiges, romanisches Steinhaus in Ecklage, das nach dem Stadtbrand von 1728 barock umgestalltet wurde (Türöffnungen im Erdgeschoss, Fenster, Mansarddach). Die mittelalterliche Substanz des ursprünglichen Wohnturmes stellen die etwa 11 m hohen und ca. 1 m dicken Wände sowie innen einige Kragensteine von den früheren Stockwerken dar. Das Bauwerk gehört zu den fünf noch überlieferten Adelstürmen der Stadt, deren Bewohner zu den ältesten Geschlechtern von Hall zu zählen sind. Die Erbauer der Siedersburg, die Sieder, sind ab 1390 nachweisbar, sie sind als Richter und Schultheiße von Bedeutung gewesen. Die Siedersburg selbst wird vermutlich in einer Urkunde von 1356 genannt, in der von dem "gemalt Steinhus an der Judenschul" (heute Haalstraße 9) die Rede ist [Pietsch U 316: Bezieht sich aber eher auf Gebäude Haalstraße 5, da andere Straßenseite. A.M. 13.12.2007]. Bis auf die barocken Veränderungen ist die Substanz des mittelalterlichen Adelsturmes noch gut ablesbar. (StadtA Schwäb. Hall: Liste der Kulturdenkmale Stadt Schwäb. Hall, S. 221)

Saturday, September 05, 2009

Der Nürnbergvergleich


Nassauer Haus
Originally uploaded by Jens-Olaf
Osnabrück um 1300. Wir haben eine Vorstellung davon. Jedenfalls von der Altstadt. Wie sieht es zu dieser Zeit in Nürnberg aus, die zu einer der wichtigsten Städte nördlich der Alpen wird?

Es ist das Nassauer Haus:

"Es handelt sich um das älteste Privatgebäude der Stadt: Erd- und erstes Obergeschoss stammen entweder aus dem späten 12. oder frühen 13 Jh.
....
Von den ursprünglich mindestens etwa ein Dutzend Turm-Häusern Nürnbergs hat nur das Nassauer Haus alle Zeiten überdauert."

aus "Nürnberg Die historische Altstadt" von Pablo de la Riestra


Ein Muster der Steinwerke ist auch hier vorhanden. Gewölbter Keller, und beim Nassauer Haus auch ein gewölbtes Erdgeschoss. Aber ich belasse es mal beim Begriff Turmhaus für Nürnberg.
Nassauer Haus

Mittelalter?
Hauswand

Saturday, July 25, 2009

Aus der Mittelalter-Perspektive


Wie haben Osnabrücker um 1300 ihre städtische Umgebung wahrgenommen? Münster, Minden und Soest spielen dabei eine große Rolle. Nehme ich nun das profane Stadtbild hinzu, gibt es Parallelen. Kaum mehr sichtbar in Münster und Minden, aber vielleicht noch in Soest in Westfalen.
Nur das Internet gibt nicht viel her zum Thema Steinhäuser in westfälischen Städten. Soest hatte enge Verbindungen mit Osnabrück. Die Vorläufer der ostseeorientierten Hanse finden sich in Westfalen, und dazu gehören wir.
Zum Zuckerberg ist ein Hauskomplex in Soest, der sich in die Tradition der Steinwerke und ihrer Nachfolgerbauten einfügt:
Warum das Gebäude Höggenstraße 1 den Beinamen hat, ist nicht bekannt. Es wird erstmals in einem Ratsprotokoll des Jahres 1511 als Absteigequartier der Herzöge von Kleve so genannt. Der älteste Teil des Hauses, das westliche Steinwerk aus der Zeit um 1220, ist heute Teil eines Gebäudes aus dem Jahre 1719, dessen Kern wiederum aus dem 16.Jahrhundert stammt. Im Keller des Steinwerks ist noch ein zweijochiges Kreuzgratgewölbe aus dem 13.Jahrhundert erhalten geblieben. Neben dem für die Geschichte der Profanbaukunst wichtigen romanischen Steinteil hat auch der Fachwerkteil mit seinem noch klar ablesbaren Sicherheitsstock große baugeschichtliche Bedeutung.

Zur Geschichte unseres Hauses
Soests Fachwerkhäuser dominierten später.

Wednesday, April 29, 2009

Hauswand - Steinwerk Hasestraße

Eines der verbauten, straßenabgewandten Mittelalterhäuser in Osnabrück. Unten sind Gebäudereste mit dem örtlichen gelben Bruchstein. Hoch im Hintergrund das eigentliche Mittelalter-Steinwerk. Rechts eingebrochene Fensterseite und Umbauten. Die anderen Gebäudeseiten sind eher ursprünglich

Monday, March 30, 2009

Die Osnabrücker Steinwerke und neue Forschungen zu Steinhäusern im Mittelalter

Steinwerk Manolo
Die Osnabrücker Steinwerke aus dem Hochmittelalter sind Forschungsgegenstand. Kaum eine Stadt hat so viele noch vorhandene Relikte dieser frühen städtischen Baukultur. Eine Frage ist dabei, wo der Trennungsstrich zu ziehen ist, bis in welche Region können wir von Steinwerken sprechen? Eine Region könnte dabei zunehmend in Betracht kommen. Tschechien und die historischen Gebiete Böhmen und Mähren.
Archaia Brno, eine historische Gesellschaft in Brünn, hat einen Seminarband zum Thema:
Materialen aus dem 3. Jahrgang des Fachseminars. Das Hauptthema des Seminars war die Problematik der hochmittelalterlichen gemauerten bürgerlichen Architektur in Mitteleuropa.


Auf der Webseite findet sich auch die Abhandlung von Frank Löbbecke:
Hochmittelalterliche Holz-Stein-Bauten in Südwestdeutschland und der Nordschweiz
Seine Hausvergleiche reichen bis nach Westfalen, hier Warburg.
Selbst in Basel (Frank Löbbecke) liegen Fragestellungen zur Mittelalterstadt vor, die auch auf Osnabrück zutreffen:
...3) Das an Basler Befunden orientierte Idealbild (Abb. 4) zeigt Holz- und Steinbauten im starken Kontrast zueinander: „kleine, verschachtelte Holzbauten“ und Holzhäuser
kleiner Händler standen den „wesentlich aufwendigeren [Stein-]Häusern der Fernhändler“ gegenüber. 5) Baute also die Unter- und Mittelschicht in Holz, die Oberschicht
in Stein? Am Beispiel der Forschungsergebnisse der letzten Jahre, vor allem in Freiburg im Breisgau, soll der Frage nachgegangen werden, ob die hochmittelalterliche
Bauweise in Holz und in Stein tatsächlich in einem solchen Kontrast zueinander stand.



Hier die Beiträge aus dem Sammelband FUMA II
und hier die Beiträge aus dem ersten Sammelband FUMA III bei Archaia Brno.
Sie reichen bis nach Ungarn.

Seit 2002 veranstaltet die Gesellschaft eine eigene Konferenz FORUM URBES MEDII AEVI (FUMA), die verschiedenen Themen der Stadtarchäologie gewidmet ist.

In Osnabrück haben sieben Steinwerke ein Dachgewölbe. Alle haben selbst die Bombenangriffe des letzten Weltkrieges überstanden. Hier in der Marienstraße mit gotisch- spitzem Winkel vor der Renovierung der letzten Jahre, Bausubstanz um 1300:



Hier eins der dazugehörigen gotischen Fenster.


Update Juni 2009:
Seit einigen Monaten liegen die neuen Forschungsergebnisse zum Huckinger Steinturm im Licht aktueller Forschung vor, in der Reihe: Duisburger Denkmalthemen 3
Der Blog Schauhuette - Anschauliche Archäologie berichtet. Dort gelangt man über einen Link zur gut gemachten pdf-Dokumentation. Gerne mehr davon, wenn es ums Thema Steinwerke geht. Eine Menge Parallelen zu Osnabrück liegen hier vor. Aber auch die jeweilige regionale Ausprägung wird deutlich, zum Beispiel beim Baumaterial.
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Und nun der Blick auf weitere Internetquellen zum Thema Steinwerk mit Bauten aus dem Hochmittelalter und später:

1. Lübeck: DEUTSCH - DÄNISCHE GESCHICHTE VOM MITTELALTER BIS HEUTE
Archäologisch sind
inzwischen rd. 20 private Backsteinbauten nachgewie­
sen: Kleine turmartige Steinwerke und große Bauten mit
zwei hohen Geschossen über dem Keller, die sog. Saal-
geschosshäuser. Während in Lübeck kein Steinwerk
mehr steht, sind noch zwei Saalgeschosshäuser erhal­
ten: Koberg 2 und Alfstraße 38. Das Haus am Hafen hat
eine Grundfläche von fast 300 qm. So große Häuser sind
auch in den folgenden Jahrhunderten nur selten errichtet
worden. Die Deckenbalken des Kellers stammen noch
aus der Bauzeit, sie datieren dendrochronologisch „um
1216“. In den folgenden Jahrhunderten sind die zu den
Straßen weisenden Fassaden mehrfach dem Zeitge­
schmack angepasst worden, doch vermittelt dieser ge­
waltige Bau noch immer die Wirtschaftskraft und das
Repräsentationsbewusstsein des frühen 13. Jahrhun­
derts, als Lübeck dänisch war.


2. Steinwerk in Lippstadt. Erinnert etwas an ein Steinwerk in der Hasestraße Osnabrück, mit Anbau.
Nach Freilegung zahlreicher Bauspuren bestätigte sich die Vermutung, dass es sich bei dem Gebäude um einen der wenigen noch vorhandenen steinernen Saalbauten, einem sog. Steinwerk, aus dem 14. Jahrhundert handelte, dem zur Soeststraße vermutlich ein Fachwerkhaus vorgelagert war.

Hier Hasestraße Osnabrück:
Hasestraße Steinwerk

3. Hannoversch-Münden: Kemenate-Steinwerk
Zu den ältesten in Hannerversch Münden erhaltenen Gebäuden gehört das in die 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts datierte Steinwerk/Steinhaus. Der romanische Bruchsteinbau grenzt im Westen an die Rückseite des in Fachwerkbauweise errichteten Vorderhauses Lange Straße 17 und diente wohl als Kemenate. Sich eine Bauparzelle teilend war sie mit diesem ursprünglich über Zugänge in jeder Etage, die heute zugemauert sind, verbunden. In dem vermutlich für profane Zwecke errichteten Gebäudes blieb in der aufsteigenden Mauer mit Eckquaderung das bauliche Detail eines ursprünglichen Zwillingsfensters erhalten. Auch die zwei Tonnengewölbe, die das gesamte zweigeschossige Steinhaus mit Satteldach unterkellern, gehen wohl auf diese erste Bauphase zurück.


4. Steinwerk und großer Graben in Hannover
Etwa 17 Nachweise

5. Bad Münstereifel: Romanisches Haus

6. Düsseldorf: Romanisches Haus

7. Korbach: Das Spukhaus und Großes Steinhaus

8. Worms: Haus zur Trommel

9.Mainz: Haus zum Stein

10. Seligenstadt: Romanisches Haus, Foto aktueller Zustand

11. Braunschweig: Beispiel einer der etwas jüngeren Kemenaten

Und ganz wichtig: Die Jakobkemenate aus dem 13. Jahrhundert. Hier der Post dazu:
Braunschweig und die Steinwerke

12. Wolfenhagen: Modell eines Steinwerks mit Vorderhaus.
Das Vorderhaus (Flettdielenhaus) als Vierständer-Fachwerkbau, 15./16. Jh., dreizonig angelegt und überwiegend landwirtschaftlich genutzt; das Steinwerk als rückwärtiger Bau mit Saal/Kemenate (heizbar, rauchfrei), um 1260, für besondere Anlässe; Hochkeller mit Gewölbe, ...


13. Bielefeld: Unmittelbare Nachbarschaft. Nach archäologischen Ausgrabungen eine gut gemachte pdf-Dokumentation. Erste Ergebnisse der Ausgrabung an der "Welle"
Zur Bedeutung der Steinwerke und zur weiteren Entwicklung
der Bebauung an der Welle

Unter dem Begriff Steinwerk versteht man ein in Stein errichtetes
ein- oder mehrstöckiges Gebäude, das meistens
hinter dem in Holz errichteten und an der Straße stehenden
Wohnhaus lag. Inspiriert von ländlichen Wohnsitzen
des Adels entwickelte sich dieser Haustyp seit
dem späten 12. Jahrhundert in den Städten. Der gängige
mittelalterliche Haustyp war in Holz oder Fachwerk
ausgeführt.


Und etwas, was sich viele in der Schwedenstraße in Osnabrück gewünscht hätten: Der Erhalt der Reste eines Steinwerks und archäologischer Funde, Archaeowelle:

Eine Fahrt nach Dresden, an der Mitglieder der Stadt, die Bauherren,
Architekten und Archäologen teilnahmen, um Anregungen für den Umgang mit den
zu präsentierenden archäologischen Befunden zu sammeln, führte jedoch zu einer
ernüchternden Erkenntnis: keiner konnte sich für in Beton gebettete Mauerreste in
Tiefgaragen und durch trübes Glas unter dem Gehweg zu erahnende Keller begeistern.
Fast wäre das Projekt gescheitert. Doch daraus resultierte letztendlich der
Entschluss, die Befunde offen in den geplanten Neubau zu integrieren. Um eine
möglichst professionelle Umsetzung des von archäologischer Seite erstellten
Konzepts zu gewährleisten, wurden eine Architektin für die Bauleitung, eine Gestaltungsfirma
und eine Restaurierungsfirma für die Ausführung hinzugezogen.
In einem ersten Arbeitsgang wurden Schäden am Mauerwerk ausgebessert


14. Paderborn: Ebenfalls gute Dokumentation der Archäologie.
Archäologische Spurensuche im Paderborner Osten

Schon gegen Ende des 13. Jahrhunderts
ließ die Ministerialenfamilie das massive Steingebäude
abreißen und teilte das Grundstück in zwei Teile (Abb. 52,
Befund 274). Die Südwand des ehemaligen Gebäudes (Abb. 52,
Befund 72) blieb als Teil der neuen Grundstücksmauer erhalten.
Ein neues Steinwerk mit tonnengewölbtem Keller im mittleren
Grundstücksbereich (Abb. 53) ist Teil eines Baubooms,
der an den vielen Bodeneingriffen dieser Zeit erkennbar ist.


15. Minden und weitere westfälische Städte:
Küche – Kochen – Ernährung im Blick der Fachdisziplinen
Solche Haustypen sind für Südniedersachsen und Ostwestfalen die typischen Bürgerhäuser des späten 12. bis 14. Jahrhunderts. Allerdings gingen reiche Kaufleute schon im 13. Jahrhundert dazu über, repräsentative straßenseitige Steingebäude zu errichten, die dann aber ebenfalls häufig ebene Feuerstellen im Erdgeschoss aufweisen. Im 14. oder frühen 15. Jahrhundert werden Fachwerkhäuser mit Steinwerken im hinteren Grundstücksareal nicht mehr gebaut.


Ein Überblick der Situation in Minden, Stand etwa 2004:
Bei Steinwerken handelt es sich um rechteckige oder quadratische, mehrgeschossige und meist unterkellerte Hinterhäuser in Massivbauweise. Nach derzeitigem Forschungsstand entstanden sie bereits um 1100 in der Regel hinter den noch hölzernen Vorderhäusern, mit denen sie baulich häufig verbunden waren.[1] Wie oben bereits angedeutet, liegt ihr Hauptverbreitungsgebiet im Bereich des heutigen Westfalens und südlichen Niedersachsens - ein Raum, der bis in die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts eine politische Einheit bildete (Hzm. Sachsen) und dessen Städte in der Folgezeit wirtschaftlich eng miteinander verbunden blieben (Hanse).


16 .Hier nochmal Freiburg und Zürich, allerdings in den Anfängen des Städtebaus um 1100, und bereits 1995 erschienen:
HEIKO STEUER, Freiburg und das Bild der Städte um 1100 im Spiegel
der Archäologie


17. Soest - eine unserer engsten Partnerstädte im Hochmittelalter. Es gibt Vermutungen, dass Stein ein wichtigerer Baustoff war als angenommen, wichtiger als später das Fachwerk. Das Haus im Zuckerberg



Liste wird fortgesetzt.
Update August/September 2009:
Ganz wichtig! Gotland in Schweden, vielleicht ein weiterer Standort von Steinwerken.
- Ein Vergleich mit Schwäbisch Hall
- Vergleich Nürnberg
Ältere Posts zu Steinwerken von Jens-Olaf: Teil 1, Teil 2, Teil 3

"Wohntürme" des Mittelalters in Aschaffenburg, Rekonstruktion eines Hauses des niederen Adels in der Pfaffengasse.

Ein Beispiel, warum der Haustyp im Laufe der Jahrhunderte weitgehend verschwunden ist.
Nikolaiort
Am Nikolaiort in Osnabrück konzentrieren sich um die Jahrhundertwende die Geschäftshäuser. Die Steinwerke werden hier Opfer der neuen Bautätigkeit. Allein an dieser Stelle wird später mehrmals um- und neugebaut.

Update Osnabrück:
Steinwerke in Osnabrück, Vortrag im Historischen Arbeitskreis des Westfälischen Hansebundes in Hamm, 6.9.2008 18. Hofgeismar Sieht den Osnabrücker Steinwerken sehr ähnlich aus:
Das Steinerne Haus in Hofgeismar (Apothekenstraße 5) ist der älteste erhaltene Profanbau der Region. Das um das Jahr 1239 errichtete mittelalterliche Gebäude diente vornehmlich als Speicher, später auch als Wohnhaus.
Quelle: regiowiki 19. Warburg Kirchstraße 6, Steinwerk des Pfarrhauses Liste der Baudenkmäler Zu diesem Haus hätte ich gerne ein paar Infos: Foto 20. Höxter Steinwerk Westerbachstraße 35

Saturday, January 05, 2008

Lichtenberg - Steinwerke und Denkmalpflege

Was geschieht mit den Mittelalterbauten in Osnabrück? Der Besitzer des schiefsten Dachs und dem Steinwerk-Bau von 1300 im Gespräch mit Denkmalpfleger Bruno Switala. In der hand ein Lichtenberg-Bildband. Das Manolo in der Altstadt an der Hasestraße. Die Bausubstanz wurde fasst bewusst vernachlässigt, aber dank der Privatinitiative des jetzigen Besitzers gerettet.

Friday, December 14, 2007

Bierstraße 7 Steinwerk, Osnabrück


Bierstraße 7 Steinwerk
Originally uploaded by Jens-Olaf
Mit einer einfachen Digikamera aufgenommen hat es das kleine Bild des ältesten Steinwerks in Osnabrück schon weit gebracht. Eine Arbeit über Steinwerk und Kemenate an der Uni Tübingen hat es aufgegriffen. Aus dem einleitenden Text von Olaf Goldstein:


Dem entgegen steht bis zum heutigen Tag das grundsätzliche Problem, dass unter den Begriffen Steinwerk und Kemenate - vor allem in funktionaler Hinsicht - verschiedene Formen des Steinbaus subsumiert werden.[4] Der Grund hierfür dürfte vor allem darin zu suchen sein, dass sich alle bisherigen Definitionsversuche ausschließlich auf die Analyse der materiellen Hinterlassenschaften beschränken, wobei die baukontextuellen Bezüge und sozialen Bedingungen, in die dieser Bautyp eingebunden war und die ihn in einem hohen Maße determinierten, unberücksichtigt bleiben.[5] Diese Prämisse ist zugleich der Ausgangspunkt für das vorliegende Promotionsvorhaben: Durch die großräumige Berücksichtigung bisheriger Forschungsergebnisse soll in einem interdisziplinären Ansatz eine genauere Bestimmung dessen vorgenommen werden, was unter diesem Bautyp zu verstehen ist und wie man ihn gegenüber anderen Bauformen abgrenzen kann.


Ich bin mir da nicht sicher, inwieweit die neuesten Osnabrücker Kenntnisse der letzten Jahre verarbeitet sind. Denn hier stehen ja noch 35 zum Teil bestens erhaltene frühe Beispiele dieses Bautyps. Stattdessen spielt Minden in der erwähnten Promotionsarbeit eine große Rolle, nur in Minden sind nur wenige in Fundamentresten erhalten. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass die Osnabrücker Ausnahmesituation an bestehenden Steinwerken noch immer nicht bekannt ist. Oder leide ich an Lokalpatriotismus? Jedenfalls habe ich diesen Link bei Wikipedia zu den Steinwerken hinzugefügt. Und bei Wikipedia ist noch lange kein zufriedenstellendes Ergebnis zu sehen, nur Stückwerk zu diesem Thema.


Wieweit der Verbreitungsbereich der Steinwerke geht, zeigt meiner Meinung nach im Südwesten das maison romane in Rosheim von 1152 (etwas älter als Bierstraße 7), Elsaß, aus Wikipedia:


Gesammelte Informationen aus dem Internet zu Steinwerken und den Stadtkerngrabungen in Osnabrück im Forum bei Archäologie-Online: Stadtkerngrabungen Osnabrück.

Der Link funktioniert leider nicht mehr. Aber noch eine Anmerkung zum Alter des Steinwerks Bierstraße.
Der Münzfund 12.Jahrhundert ?
Das Steinwerk Bierstraße -bisher datiert um das Jahr 1220, ein städtischer Haustyp, der vor allem in Osnabrück verbreitet war. Im Umland Osnabrücks gibt es auch ländliche Varianten, die aber zum Teil andere Merkmale aufweisen. Wichtig ist auch dieser Münzfund in den mittelalterlichen Aushubgruben am Steinwerk: Es ist ein Münsteraner Silberpfennig, der laut Grabungsleiterin Carolin Prinzhorn aufgrund seiner Beschaffenheit und seines Alters und Fundortes ermöglicht, "das Steinwerk in der Bierstraße 7- etwas früher als bisher angenommen- in die Zeit um 1180 zu datieren." So die vorläufige Deutung.
Stand 2007

Tuesday, November 20, 2007

Steinwerke


Steinwerk Bissendorf
Originally uploaded by Jens-Olaf
Osnabrück und das Osnabrücker Land sind eine der wenigen Regionen, in denen es noch Steinwerke gibt. Eine Hausform, die im Mittelalter offensichtlich mehr verbreitet war als angenommen, aber vielerorts bereits verschwunden ist. Bald wird eine wissenschaftliche Arbeit in Osnabrück darüber erscheinen, die hoffentlich einen großen Einfluss auf unser Mittelalter-Bild haben wird. Als Konsequenz: Städte um 1300 hatten eine individuelleres Aussehen als angenommen und die Steinwerke spielen dabei eine wichtige Rolle.

Ich habe mal versucht das auf die Hasetraße zu übertragen. Angefangen vom Restaurant Manolo heutzutage bis Höhe Vitischanze:
Hasetraße um 1300
Was sind Steinwerke? Die Webseite der Stadt Osnabrück gibt Auskunft, hier.
Bei Archäologie-Online habe ich soviel wie möglich aus dem Internet zu diesem Thema zusammen getragen: Stadtkerngrabungen Osnabrück.
Bis zur nordöstlichsten Hansestadt der Geschichte reichen die Steinwerkbauten, hier eine Rekonstruktion des mittelalterlichen Tartu in Estland. Wer genau drauf achtet sieht den Steinbau innerhalb hölzerner Konstruktionen bevor die Backsteinbauten dominieren, hier. Eine Sequenz nach dem Eintritt mit Hilfe der 3D-Simulation durch die Stadttore, etwa in der Mitte des Videos.

In Abgrenzung zu den städtischen Steinwerken, stehen die ländlichen Formen im Osnabrücker Land, wie oben im Foto.
Carolin Prinzhorn hat dazu eine kurze Übersicht verfasst.