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Sunday, May 23, 2010

Die Bogenbrücken-Parallele

Brücke  Felix-Nusbaum-Museum
Mich reizt es, immer wieder Vergleiche zu ziehen, historische besonders. Und letztens in Seoul musste ich wieder an Osnabrück denken.
Bogenbrücke
Historische Quellen besagten, dass es einst barocke Bastionen in Osnabrück gab. In Zeiten Napoleons wurden sie geschleift. Zu aufwendig und nutzlos. Alle dachten, die Reste seien verschwunden. Bis auf einmal für den Bau des Felix-Nussbaum-Museum die steinerne Brücke der Bastion wieder auftauchte. Nun liegt Modernes und Geschichte nebeneinander. Und genau das ist auch in Seoul passiert. Lange hatte man sich aufgrund der schriftlichen Dokumente eingeredet, dass nach den vielen Invasionen und Krisenzeiten nicht viel zu holen sei. Während des Wirtschaftsaufstiegs nach dem Koreakrieg wurde mächtig gebaut und Archäologisches verschwand für immer. Wie viel aber stellenweise immer noch im Erdreich steckt, wurde spätestens letztes Jahr deutlich, als ein Baseball-Stadion in einen Park umgewandelt wurde. Die Archäologen fanden ein Wassertor der 18 km Ummauerung aus der Jesoseonzeit wieder. Igansumun
Dongdaemun XIII
Das Besondere: An dieser Stelle wurde ein Wasserlauf vom Namsan kommend geteilt und andersweitig genutzt.
Dongdaemun - Igansumun
Auch eine allgemeine hölzerne Absperrung war früher vorhanden, in den Steinen die dafür vorgesehenen Kerben:
Dongdaemun XII
Und es bleibt erhalten mitsamt anderen Funden und Hausfundamenten in der Umgebung. Etwas verloren stehen jetzt die Flutlichtmasten des Stadions da:
Archäologie und Architektur II
Eine kleine Besonderheit ist dieser Gartenweg aus zweitverwendeten Dachziegeln:
Dongdaemun III
Eine Übersicht, Ingansumun, 이간수문
Igansumun
Zur modernen Architektur des Parks später mehr, eine bekannte britische Architektin steckt dahinter, Zaha Hadid, in Bagdad geboren.
Baustelle Felix-Nussbaum-Museum 1997:
Bogenbrücke
Baustelle Seoul 2010:
Ausgrabungsfeld

Saturday, April 25, 2009

Die Bogenbrücke

Nach der Hohen Brücke nun die Bogenbrücke beim Felix-Nussbaum-Museum in diesem Blog. Auch sie eine Besonderheit. Fortgeschrittene Verteidigungsarchitektur im 17. Jahrhundert. Das Aussergewöhnliche war, dass sie wiederentdeckt wurde. Vor 10 Jahren mit dem Beginn der Baumaßnahmen für das Museum.
Nach der ersten Freilegungskampagne konnten die Brücke und der von ihr überspannte, von Mauern eingefaßte Stadtgraben als Überreste einer Bastion erkannt werden, die auf einem Abbruchplan von 1814 dargestellt ist. Derartige Anlagen dienten v.a. im 17. Jh. dazu, die wichtigsten Stadttore, in diesem Fall das Heger Tor, gegen Kanonenbeschuß zu sichern. Die Bogenbrücke bot ausreichend für Platz für einander begegnende Fuhrwerke. Stadteinwärts schloß sich eine Durchfahrt durch die südliche Flanke des Ravelins an. Dann gelangte man vermutlich über eine hölzerne Zugbrücke in das Rondell und anschließend in das eigentliche Torgebäude.

Die Bogenbrücke in Osnabrück, baufachinformation.de
Und:
Die Funde belegen, dass Osnabrück in jenen Jahren das größte und modernste Verteidigungswerk errichtete, das man damals kannte.

Na also:
Bogenrücke
Die Stadt Osnabrück bietet online einen archäologischen Rundgang an, die Bogenbrücke ist hier zu finden.