Wednesday, April 29, 2009

Hauswand - Steinwerk Hasestraße

Eines der verbauten, straßenabgewandten Mittelalterhäuser in Osnabrück. Unten sind Gebäudereste mit dem örtlichen gelben Bruchstein. Hoch im Hintergrund das eigentliche Mittelalter-Steinwerk. Rechts eingebrochene Fensterseite und Umbauten. Die anderen Gebäudeseiten sind eher ursprünglich

Saturday, April 25, 2009

Hinterhof


Hinterhof
Originally uploaded by Jens-Olaf
Das ist einer der Hinterhöfe in Osnabrück. In der Neustadt. Irgendwie beschreibt er die Atmosphäre des Viertels. Links ist historisch, der Rest Nachkriegslösung.

Die Bogenbrücke

Nach der Hohen Brücke nun die Bogenbrücke beim Felix-Nussbaum-Museum in diesem Blog. Auch sie eine Besonderheit. Fortgeschrittene Verteidigungsarchitektur im 17. Jahrhundert. Das Aussergewöhnliche war, dass sie wiederentdeckt wurde. Vor 10 Jahren mit dem Beginn der Baumaßnahmen für das Museum.
Nach der ersten Freilegungskampagne konnten die Brücke und der von ihr überspannte, von Mauern eingefaßte Stadtgraben als Überreste einer Bastion erkannt werden, die auf einem Abbruchplan von 1814 dargestellt ist. Derartige Anlagen dienten v.a. im 17. Jh. dazu, die wichtigsten Stadttore, in diesem Fall das Heger Tor, gegen Kanonenbeschuß zu sichern. Die Bogenbrücke bot ausreichend für Platz für einander begegnende Fuhrwerke. Stadteinwärts schloß sich eine Durchfahrt durch die südliche Flanke des Ravelins an. Dann gelangte man vermutlich über eine hölzerne Zugbrücke in das Rondell und anschließend in das eigentliche Torgebäude.

Die Bogenbrücke in Osnabrück, baufachinformation.de
Und:
Die Funde belegen, dass Osnabrück in jenen Jahren das größte und modernste Verteidigungswerk errichtete, das man damals kannte.

Na also:
Bogenrücke
Die Stadt Osnabrück bietet online einen archäologischen Rundgang an, die Bogenbrücke ist hier zu finden.

Thursday, April 23, 2009

Nachtrag Osterfeuer

Dieser Post dient auch dazu, die Videofunktion in Blogger zu testen, eine Premiere sozusagen.
Osterfeuer
JosOsnaBlog berichtete über die hohen Feinstaubwerte der Stadt nach dem Abrennen der Osterfeuer.
Jedes Jahr ist der Himmel in den Abendstunden eingetrübt. Allerdings kommen die extremen Werte auch durch die Brände in der Stadt. Und zwar nicht ganz kleine, wie hier bei Raspo in der Nähe Kalkhügel. Auch gibt es jährlich ein goßes Feuer beim nächstgelegenen Bauernhof.
Sollten die Meßwerte vom Ziegenbrink kommen, sind sie mit Sicherheit davon beeinflußt.
Osterfeuer
Fotos: Raspo 2006

Tuesday, April 14, 2009

Hohe Brücke - Vitischanze Osnabrück


Brücke Vitischanze
Originally uploaded by Jens-Olaf
Der gegenwärtige Kenntnisstand sagt: Das ist die einzige Wehrbrücke in Deutschland und nur aus diesem Grunde erbaut.

Man muss es aber nicht gleich so sagen wie der NDR "Das weltweit einmalige Verteidigungsbauwerk, das den Osnabrückern lange Zeit Rätsel aufgab, ist sonst für Besucher geschlossen."
Reste von Hölzern, die zu den Stauwehranlagen an der Hase gehören. Die Stauwehr wurde durch die Kanonen der Hohen Brücke geschützt.

Auf der Webseite der Stadt Osnabrück finden sich diese Informationen:
Wahrscheinlich im 15. Jahrhundert stieg der Verteidigungswert der gesamten Anlage durch den Bau der Hohen Brücke. Ein Zierstein nennt als Baujahr 1564, doch die Entstehungsgeschichte legt nahe, dass sie wesentlich früher errichtet wurde. Ein Gang innerhalb der Brücke verband sie mit dem geschützten Raum innerhalb der Stadtmauern.


Arbeiten am Barenturm und Brücke 2005:

Karmann in der Blogosphäre

Die Reaktion auf den Insolvenzantrag von Karmann in Osnabrück ist in der Bloggerszene vor allem durch Wiedergabe von Pressemitteilungen geprägt. Schade, so ein traditionsreiches Unternehmen. Vereinzelt wird auf die Problematik der Zulieferer hingewiesen, reifenhandel.eu: Zulieferer in Schwierigkeiten

Niemand hat letztlich damit gerechnet, dass selbst so renommierte Zulieferer wie Karmann Konkurs anmelden müssen. Das 1901 gegründete Unternehmen kam erst nach dem Zweiten Weltkrieg so richtig in Schwung, als es auf der Frankfurter IAA 1955 das legendäre Ghia Coupé vorstellte. Karmann baute sehr erfolgreich Fahrzeuge und Dachsysteme, Karosserien und komplexe Systeme. Trotzdem scheint das Ende nun besiegelt.

So wie Karmann geht es vielen anderen Autozulieferern bzw. Auftragsfertigern. Sie stehen auf der Kippe oder sind schon im freien Fall. Das Sterben dieser Kategorie hat gerade erst begonnen, „und es wird mit Karmann nicht zu Ende sein“, sagt ein Vorstand eines großen Unternehmens.


Hm, niemand hatte gerechnet...

Hier eine andere Meinung dazu:
Nun markiert der Insolvenzantrag den Tiefpunkt einer stolzen Firmengeschichte, die aber in den letzten Jahren immer mehr Kratzer bekam. „Die Probleme von Karmann sind viel älter und werden seit Jahren verschleppt. Vorbei die Zeiten, in denen Karmann das Kultmodell Ghia und die Cabrios von VW und Daimler gebaut hat. Die großen Hersteller bauen ihre Cabrios schon seit Jahren selbst. Doch die Eigentümerfamilien haben das ignoriert. Die Autokrise ist nur der Stein, der das seit langem angeschlagene Unternehmen in die Tiefe zieht“, kommentiert Ann-Katrin Johannsmann von NDR Info

Pressemitteilung Webservice:
Die Probleme wurden verschleppt – ICC-Chef Uwe Röhrig: Karmann hat zu lange am alten Geschäftsmodell festgehalten

Ansonsten, was Positives:
Karmann tüftelt an Elektroauto

Sunday, April 12, 2009

Urgroßvater


Urgroßvater
Originally uploaded by Jens-Olaf
Das ist es also, einer von vieren. Vier Urgroßväter hat man. Wann war das?

Saturday, April 11, 2009

Fachwerk in der Neustadt


Fachwerk in der Neustadt
Originally uploaded by Jens-Olaf
Gibt es noch Fachwerk in der Neustadt Osnabrück? Ja, aber wo, verrate ich nicht. Es ist klein und Alter mir unbekannt.

Wednesday, April 08, 2009

Was bleibt?


Lange Jahre waren wir in Osnabrück, vor allem wegen Karmann. Als heute die Nachricht vom Insolvenzantrag im Internet auftauchte, war das ein trauriger Moment. Befürchtet hatte man das ja. Die Auftragslage war nicht gut, dann noch die Weltwirtschaftskrise. Was wird bleiben, die Erinnerung an den Karmann Ghia? Oder das Weiterbestehen eines Kernbestandteils der Firma?
Noch vor kurzem wurde das 100jährige Jubiläum gefeiert.
Der Ghia hat echte Anhänger bis nach Kalifornien. Dieser hier unten wurde wohl extra zum Treffen in Osnabrück eingeschifft. Aufnahme in G-M-Hütte vor einigen Jahren.

Liebe für das Detail:

Noch gibt es genug Oldtimer vom Karmann Ghia, der Name wird uns noch eine Weile begleiten.
Für mich war allerdings die Zeit der Zusammenarbeit mit dem koreanischen Autobauer KIA am spannendsten. Mitte der 90er wurde das erste koreanische Auto "made in Germany" hergestellt, der Sportage in Osnabrück. Meine Lieblingsschlagzeile aus dieser Zeit in AutoBild:

Osnabrück vor dem Bloggen


Crow Familie aus Kanada auf der Illoshöhe

In Osnabrück gab es einige Veranstaltungen, die vor Jahren reichlich für Themen zum Bloggen gesorgt hätten. Zum Beispiel das große internationale Katholikentreffen 2005, der Weltjugendtag. Dabei meine ich mehr die jungen Menschen, die vor allem aus verschiedenen Ländern zugereist waren: Irakische Christen aus Schweden, Katholiken aus Russland, Crows aus Kanada. Was für Gespräche und Interviews hätte man führen können. Auch später gab es Katholikentage. Einer der sogenannten Alphablogger Deutschlands hat sich aus diesem Anlass die Online-Berichterstattung der NOZ vorgenommen, exemplarisch das journalistische Ergebnis im Internet über diese Veranstaltung. Allerdings hat die Diskussion bereits vor einem Jahr stattgefunden.
Stefan Niggemeier hat die Debatte angestoßen, er stammt aus dem Osnabrücker Land und war Schüler des Carolinum.

neue-oz.de/katholikentag

Es geht um verpasste Chancen. Hier ein paar Fotos, nicht von 2008, sondern vom Weltjugendtag 2005:

Katholiken aus Litauen


Und aus Russland:


Ja, woanders kommt immer wieder dieses Thema Provinzstadt auf. Ist nun auch teilweise wahr. Aber ebenso gut sind deutsche Großstädte auch nicht immer Weltstädte. Mein Beispiel für Osnabrück waren oft die Briten. Es wurde kaum wahrgenommen, dass ständig Soldaten aus einem der bekanntesten Krisenherde in der Stadt waren. Soldaten aus Basra im Irak, oder schon während des 1. Golfkrieges. Da fuhren einige mit dem Panzer durch die Wüste und wenig später badete man zusammen im Nettebad. Alle starren ins Fernsehen, aber gesprochen mit den Soldaten vom Kriegsschauplatz, darauf ist man kaum gekommen. Lieber werden Agenturmeldungen, die alle haben, durchgenudelt.



Anmerkung: Einer der ersten regelmäßigen Blogger aus Osnabrück war ein chinesischer Student, der jetzt wieder in Wuhan lebt.

Monday, April 06, 2009

Haseuferweg

Da musste ich doch nochmal schnell schauen, ob das kein Aprilscherz ist. Nein, in der NOZ liest sich das ernst: Es gibt Geld für den Haseuferweg von der Neuen Mühle bis zum Neumarkt. Das Besondere, es wird eine Stahlkonstruktion über dem Wasser, wenn denn alle Anlieger mitmachen. Hier sind die ersten Meter an der Mühle. Auf dieser Seite lag früher einmal eine Bastion. Die Erhöhung links (nicht im Bild) scheint noch aus den Hinterlassenschaften zu stammen:
Mühle
Richtung Bahnhof, NOZ:
Als Nächstes wird die Lücke zwischen Heinrich-Heine-Straße/Alando und der Schlagvorder Straße geschlossen. Das war schon lange geplant und wird unabhängig vom Konjunkturpaket umgesetzt. 600000 Euro stehen für diese 215 Meter lange Sektion zur Verfügung. Die Vorarbeiten haben schon begonnen: Vor wenigen Wochen wurden etwa ein Dutzend Trauerweiden und Erlen, die der Trasse im Weg standen, gefällt. Sie werden später durch junge Bäume ersetzt. Wenn keine besonderen Probleme aufträten, könne der Weg Ende des Jahres freigegeben werden, meint Griesert.


Das Haseufer-Projekt bei "lebendigeHase"

Monday, March 30, 2009

Die Osnabrücker Steinwerke und neue Forschungen zu Steinhäusern im Mittelalter

Steinwerk Manolo
Die Osnabrücker Steinwerke aus dem Hochmittelalter sind Forschungsgegenstand. Kaum eine Stadt hat so viele noch vorhandene Relikte dieser frühen städtischen Baukultur. Eine Frage ist dabei, wo der Trennungsstrich zu ziehen ist, bis in welche Region können wir von Steinwerken sprechen? Eine Region könnte dabei zunehmend in Betracht kommen. Tschechien und die historischen Gebiete Böhmen und Mähren.
Archaia Brno, eine historische Gesellschaft in Brünn, hat einen Seminarband zum Thema:
Materialen aus dem 3. Jahrgang des Fachseminars. Das Hauptthema des Seminars war die Problematik der hochmittelalterlichen gemauerten bürgerlichen Architektur in Mitteleuropa.


Auf der Webseite findet sich auch die Abhandlung von Frank Löbbecke:
Hochmittelalterliche Holz-Stein-Bauten in Südwestdeutschland und der Nordschweiz
Seine Hausvergleiche reichen bis nach Westfalen, hier Warburg.
Selbst in Basel (Frank Löbbecke) liegen Fragestellungen zur Mittelalterstadt vor, die auch auf Osnabrück zutreffen:
...3) Das an Basler Befunden orientierte Idealbild (Abb. 4) zeigt Holz- und Steinbauten im starken Kontrast zueinander: „kleine, verschachtelte Holzbauten“ und Holzhäuser
kleiner Händler standen den „wesentlich aufwendigeren [Stein-]Häusern der Fernhändler“ gegenüber. 5) Baute also die Unter- und Mittelschicht in Holz, die Oberschicht
in Stein? Am Beispiel der Forschungsergebnisse der letzten Jahre, vor allem in Freiburg im Breisgau, soll der Frage nachgegangen werden, ob die hochmittelalterliche
Bauweise in Holz und in Stein tatsächlich in einem solchen Kontrast zueinander stand.



Hier die Beiträge aus dem Sammelband FUMA II
und hier die Beiträge aus dem ersten Sammelband FUMA III bei Archaia Brno.
Sie reichen bis nach Ungarn.

Seit 2002 veranstaltet die Gesellschaft eine eigene Konferenz FORUM URBES MEDII AEVI (FUMA), die verschiedenen Themen der Stadtarchäologie gewidmet ist.

In Osnabrück haben sieben Steinwerke ein Dachgewölbe. Alle haben selbst die Bombenangriffe des letzten Weltkrieges überstanden. Hier in der Marienstraße mit gotisch- spitzem Winkel vor der Renovierung der letzten Jahre, Bausubstanz um 1300:



Hier eins der dazugehörigen gotischen Fenster.


Update Juni 2009:
Seit einigen Monaten liegen die neuen Forschungsergebnisse zum Huckinger Steinturm im Licht aktueller Forschung vor, in der Reihe: Duisburger Denkmalthemen 3
Der Blog Schauhuette - Anschauliche Archäologie berichtet. Dort gelangt man über einen Link zur gut gemachten pdf-Dokumentation. Gerne mehr davon, wenn es ums Thema Steinwerke geht. Eine Menge Parallelen zu Osnabrück liegen hier vor. Aber auch die jeweilige regionale Ausprägung wird deutlich, zum Beispiel beim Baumaterial.
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Und nun der Blick auf weitere Internetquellen zum Thema Steinwerk mit Bauten aus dem Hochmittelalter und später:

1. Lübeck: DEUTSCH - DÄNISCHE GESCHICHTE VOM MITTELALTER BIS HEUTE
Archäologisch sind
inzwischen rd. 20 private Backsteinbauten nachgewie­
sen: Kleine turmartige Steinwerke und große Bauten mit
zwei hohen Geschossen über dem Keller, die sog. Saal-
geschosshäuser. Während in Lübeck kein Steinwerk
mehr steht, sind noch zwei Saalgeschosshäuser erhal­
ten: Koberg 2 und Alfstraße 38. Das Haus am Hafen hat
eine Grundfläche von fast 300 qm. So große Häuser sind
auch in den folgenden Jahrhunderten nur selten errichtet
worden. Die Deckenbalken des Kellers stammen noch
aus der Bauzeit, sie datieren dendrochronologisch „um
1216“. In den folgenden Jahrhunderten sind die zu den
Straßen weisenden Fassaden mehrfach dem Zeitge­
schmack angepasst worden, doch vermittelt dieser ge­
waltige Bau noch immer die Wirtschaftskraft und das
Repräsentationsbewusstsein des frühen 13. Jahrhun­
derts, als Lübeck dänisch war.


2. Steinwerk in Lippstadt. Erinnert etwas an ein Steinwerk in der Hasestraße Osnabrück, mit Anbau.
Nach Freilegung zahlreicher Bauspuren bestätigte sich die Vermutung, dass es sich bei dem Gebäude um einen der wenigen noch vorhandenen steinernen Saalbauten, einem sog. Steinwerk, aus dem 14. Jahrhundert handelte, dem zur Soeststraße vermutlich ein Fachwerkhaus vorgelagert war.

Hier Hasestraße Osnabrück:
Hasestraße Steinwerk

3. Hannoversch-Münden: Kemenate-Steinwerk
Zu den ältesten in Hannerversch Münden erhaltenen Gebäuden gehört das in die 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts datierte Steinwerk/Steinhaus. Der romanische Bruchsteinbau grenzt im Westen an die Rückseite des in Fachwerkbauweise errichteten Vorderhauses Lange Straße 17 und diente wohl als Kemenate. Sich eine Bauparzelle teilend war sie mit diesem ursprünglich über Zugänge in jeder Etage, die heute zugemauert sind, verbunden. In dem vermutlich für profane Zwecke errichteten Gebäudes blieb in der aufsteigenden Mauer mit Eckquaderung das bauliche Detail eines ursprünglichen Zwillingsfensters erhalten. Auch die zwei Tonnengewölbe, die das gesamte zweigeschossige Steinhaus mit Satteldach unterkellern, gehen wohl auf diese erste Bauphase zurück.


4. Steinwerk und großer Graben in Hannover
Etwa 17 Nachweise

5. Bad Münstereifel: Romanisches Haus

6. Düsseldorf: Romanisches Haus

7. Korbach: Das Spukhaus und Großes Steinhaus

8. Worms: Haus zur Trommel

9.Mainz: Haus zum Stein

10. Seligenstadt: Romanisches Haus, Foto aktueller Zustand

11. Braunschweig: Beispiel einer der etwas jüngeren Kemenaten

Und ganz wichtig: Die Jakobkemenate aus dem 13. Jahrhundert. Hier der Post dazu:
Braunschweig und die Steinwerke

12. Wolfenhagen: Modell eines Steinwerks mit Vorderhaus.
Das Vorderhaus (Flettdielenhaus) als Vierständer-Fachwerkbau, 15./16. Jh., dreizonig angelegt und überwiegend landwirtschaftlich genutzt; das Steinwerk als rückwärtiger Bau mit Saal/Kemenate (heizbar, rauchfrei), um 1260, für besondere Anlässe; Hochkeller mit Gewölbe, ...


13. Bielefeld: Unmittelbare Nachbarschaft. Nach archäologischen Ausgrabungen eine gut gemachte pdf-Dokumentation. Erste Ergebnisse der Ausgrabung an der "Welle"
Zur Bedeutung der Steinwerke und zur weiteren Entwicklung
der Bebauung an der Welle

Unter dem Begriff Steinwerk versteht man ein in Stein errichtetes
ein- oder mehrstöckiges Gebäude, das meistens
hinter dem in Holz errichteten und an der Straße stehenden
Wohnhaus lag. Inspiriert von ländlichen Wohnsitzen
des Adels entwickelte sich dieser Haustyp seit
dem späten 12. Jahrhundert in den Städten. Der gängige
mittelalterliche Haustyp war in Holz oder Fachwerk
ausgeführt.


Und etwas, was sich viele in der Schwedenstraße in Osnabrück gewünscht hätten: Der Erhalt der Reste eines Steinwerks und archäologischer Funde, Archaeowelle:

Eine Fahrt nach Dresden, an der Mitglieder der Stadt, die Bauherren,
Architekten und Archäologen teilnahmen, um Anregungen für den Umgang mit den
zu präsentierenden archäologischen Befunden zu sammeln, führte jedoch zu einer
ernüchternden Erkenntnis: keiner konnte sich für in Beton gebettete Mauerreste in
Tiefgaragen und durch trübes Glas unter dem Gehweg zu erahnende Keller begeistern.
Fast wäre das Projekt gescheitert. Doch daraus resultierte letztendlich der
Entschluss, die Befunde offen in den geplanten Neubau zu integrieren. Um eine
möglichst professionelle Umsetzung des von archäologischer Seite erstellten
Konzepts zu gewährleisten, wurden eine Architektin für die Bauleitung, eine Gestaltungsfirma
und eine Restaurierungsfirma für die Ausführung hinzugezogen.
In einem ersten Arbeitsgang wurden Schäden am Mauerwerk ausgebessert


14. Paderborn: Ebenfalls gute Dokumentation der Archäologie.
Archäologische Spurensuche im Paderborner Osten

Schon gegen Ende des 13. Jahrhunderts
ließ die Ministerialenfamilie das massive Steingebäude
abreißen und teilte das Grundstück in zwei Teile (Abb. 52,
Befund 274). Die Südwand des ehemaligen Gebäudes (Abb. 52,
Befund 72) blieb als Teil der neuen Grundstücksmauer erhalten.
Ein neues Steinwerk mit tonnengewölbtem Keller im mittleren
Grundstücksbereich (Abb. 53) ist Teil eines Baubooms,
der an den vielen Bodeneingriffen dieser Zeit erkennbar ist.


15. Minden und weitere westfälische Städte:
Küche – Kochen – Ernährung im Blick der Fachdisziplinen
Solche Haustypen sind für Südniedersachsen und Ostwestfalen die typischen Bürgerhäuser des späten 12. bis 14. Jahrhunderts. Allerdings gingen reiche Kaufleute schon im 13. Jahrhundert dazu über, repräsentative straßenseitige Steingebäude zu errichten, die dann aber ebenfalls häufig ebene Feuerstellen im Erdgeschoss aufweisen. Im 14. oder frühen 15. Jahrhundert werden Fachwerkhäuser mit Steinwerken im hinteren Grundstücksareal nicht mehr gebaut.


Ein Überblick der Situation in Minden, Stand etwa 2004:
Bei Steinwerken handelt es sich um rechteckige oder quadratische, mehrgeschossige und meist unterkellerte Hinterhäuser in Massivbauweise. Nach derzeitigem Forschungsstand entstanden sie bereits um 1100 in der Regel hinter den noch hölzernen Vorderhäusern, mit denen sie baulich häufig verbunden waren.[1] Wie oben bereits angedeutet, liegt ihr Hauptverbreitungsgebiet im Bereich des heutigen Westfalens und südlichen Niedersachsens - ein Raum, der bis in die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts eine politische Einheit bildete (Hzm. Sachsen) und dessen Städte in der Folgezeit wirtschaftlich eng miteinander verbunden blieben (Hanse).


16 .Hier nochmal Freiburg und Zürich, allerdings in den Anfängen des Städtebaus um 1100, und bereits 1995 erschienen:
HEIKO STEUER, Freiburg und das Bild der Städte um 1100 im Spiegel
der Archäologie


17. Soest - eine unserer engsten Partnerstädte im Hochmittelalter. Es gibt Vermutungen, dass Stein ein wichtigerer Baustoff war als angenommen, wichtiger als später das Fachwerk. Das Haus im Zuckerberg



Liste wird fortgesetzt.
Update August/September 2009:
Ganz wichtig! Gotland in Schweden, vielleicht ein weiterer Standort von Steinwerken.
- Ein Vergleich mit Schwäbisch Hall
- Vergleich Nürnberg
Ältere Posts zu Steinwerken von Jens-Olaf: Teil 1, Teil 2, Teil 3

"Wohntürme" des Mittelalters in Aschaffenburg, Rekonstruktion eines Hauses des niederen Adels in der Pfaffengasse.

Ein Beispiel, warum der Haustyp im Laufe der Jahrhunderte weitgehend verschwunden ist.
Nikolaiort
Am Nikolaiort in Osnabrück konzentrieren sich um die Jahrhundertwende die Geschäftshäuser. Die Steinwerke werden hier Opfer der neuen Bautätigkeit. Allein an dieser Stelle wird später mehrmals um- und neugebaut.

Update Osnabrück:
Steinwerke in Osnabrück, Vortrag im Historischen Arbeitskreis des Westfälischen Hansebundes in Hamm, 6.9.2008 18. Hofgeismar Sieht den Osnabrücker Steinwerken sehr ähnlich aus:
Das Steinerne Haus in Hofgeismar (Apothekenstraße 5) ist der älteste erhaltene Profanbau der Region. Das um das Jahr 1239 errichtete mittelalterliche Gebäude diente vornehmlich als Speicher, später auch als Wohnhaus.
Quelle: regiowiki 19. Warburg Kirchstraße 6, Steinwerk des Pfarrhauses Liste der Baudenkmäler Zu diesem Haus hätte ich gerne ein paar Infos: Foto 20. Höxter Steinwerk Westerbachstraße 35

Friday, March 20, 2009

Horst Köhler in Osnabrück

Der Bundespräsident hat das Gymnasium in der Wüste besucht. Vor allem seinen Bemerkungen zu Winnenden und seinem Vergleich zu Osnabrück wurde große Aufmerksamkeit geschenkt. Die Schule wurde lobend erwähnt, auch wegen der Bemühungen um internationale Kontakte zwischen Schülern. Osnabrück hat da Traditionen. Die Verbindung nach Bosnien gefällt mir gut. Neues Europa.
Gymnasium in der Wüste
In der NOZ lese ich, dass das Schulleben weitgehend konfliktfrei sei,na ja, kommt auf die Perspektive an.
Neue-OZ zum Prädientenbesuch
Gymnasium in der Wüste zum Präsidentenbesuch
Und ich wiederhole es hier nochmal: Was zeichnet Osnabrück aus? Eine Bemerkung eines Jugendlichen am Rande eines internationalen Treffens: Junge Bosnier, Kroaten und Serben kamen erstmals hier zusammen, nicht in ihren Heimatländern, um sich gegenseitig ihre Kriegserlebnisse zu schildern. Woanders wäre der Druck zu groß gewesen, der Einfluß der eigenen nationalen Gruppen.
Hier ein Bild aus Gospic in Kroatien. Alltagsszene 2005, verlassene Häuser, kriegsbeschädigt.
Croatia - Gospić
Aufgenommen mit einer frühen Samsung-Digitalkamera. Selbst in diesem Moment war ich mir nicht sicher, ob Passanten das Fotografieren billigen würden. Neun Jahre später nach dem Friedensabkommen! Meine alte Minolta hätte ich gar nicht erst benutzt.

Sunday, March 15, 2009

DEVENTER: STREET IN THE BERGKWARTIER

Eine der Städte, die ich gerne genauer anschauen möchte, ist Deventer in der Niederlande. Diese Stadt hat enge Verbindungen zu Osnabrück. Vor allem aus Zeiten bevor nationale Grenzen im heutigen Sinne eine größere Rolle spielten, im Mittelalter. Deventer ist nicht viel weiter als Bremen oder Dortmund entfernt. Etwas mehr als eine Stunde mit dem Auto.

Friday, March 13, 2009

Mein Beitrag zur Schlossdebatte

Seit über 10 Jahren läuft die Schlossdebatte in Berlin und darüberhinaus. Zäh wurde um den Abriss des Palast der Republik gerungen. Der Streit um die Modellpläne des Wiederaufbaus geht weiter. Hier ein paar Eindrücke, die ich hier im Lauf der Zeit gesammelt habe in einem Post. 1993 die Schlossattrappe vor dem Palast:
Schlossattrappe II in Berlin 1993
An der Brücke, hinten links der Palast:
Schlossattrappe in Berlin 1993
Die Ausgrabungen Jahre danach:
Schloß Berlin 2000/2001
Der Abriss, Endes des Palastes:
Das Ende vom Palast der Republik
Andere Perspektive
Das Ende vom Palast der Republik
Der jüngste Beitrag in der FAZ zum Thema: Im Palast der Republik

Ich kann es nicht lassen: kleiner Seitenblick auf Osnabrück. Viele wissen gar nicht um die rekonstruierten oder versetzten Fassaden in der Innenstadt nach dem 2. Weltkrieg. Neben dem Dom liegt das Diözesanmuseum. Aber die Fassaden wurden aus einem anderen Stadtteil Osnabrücks dorthin versetzt. Die nächste Rekonstruktion übrigens gilt dem Dach des Theaters.
Große Domsfreiheit
Der Restaurierung der Dommauern waren diese Steinuntersuchungen vorausgegangen. Das Ergebnis war akuter Handlungsbedarf:

Saturday, March 07, 2009

Mein Foto des Tages


Bickhof- Domburg
Originally uploaded by Jens-Olaf
Hochgeladen von meiner Festplatte. Diskutieren über 1000 Jahre Osnabrücker Geschichte. Ellinor Fischer und Bodo Zehm. Im Hintergrund liegen unzählige zerdepperte Dachziegel diverser Jahrhunderte und Gebäude rund um den Osnabrücker Dom. Foto von 2006

Wednesday, March 04, 2009

Alternative Energie


Sonnenkollektoren
Originally uploaded by Jens-Olaf
Eine Aufnahme von einer Grundschule in Südkorea. Allmählich verbreiten sich auch hier Sonnenkollektoren.
Diesen Post mache eigentlich nur, um eine Webseite zu bookmarken. Dort ist nämlich eine Aufnahme von meinem Flickraccount gelandet. Und wenn es um alternative Energien geht, soll es mir recht sein:
"Alternative Energie - Fossile Energie war gestern"
.
Abgebildet ist dort das Blockheizkraftwerk der Stadtwerke Osnabrück im Stadtteil Kalkhügel.

Monday, March 02, 2009

Na sowas

Foto: © Raimond Spekking / CC-BY-SA-3.0 , Wikimedia Commons
Was hat die Statue von Wilhelm I. auf der Hohenzollernbrücke in Köln, die Figur auf der Siegessäule in Berlin und der Osnabrücker Justus Möser gemeinsam? Tz, Tz das wusste ich nicht, der hat sein Denkmal vom gleichen Künstler
Justus Möser
von Johann Friedrich Drake.

Saturday, February 28, 2009

Die Bremer und wir Teil 2

Entweder man fährt weiter oder steigt aus, hier am HBF Bremen. Tatsächlich bin ich lange Jahre nur weiter Richtung Kiel gefahren. Später hat sich das geändert.
Hauptbahnhof Bremen
Über die Weser muss man immer:
Über der Weser
Nicht alle wollen vor den Bremer Stadtmusikanten fotografiert werdenBremer Stadtmusikanten
Dafür eine empfehlenswerte Bäckerei:
Bäckerei in Bremen
Und die gute alte Weserrenaissance:
Renaissance
Eine Straßenbahn, die Osnabrück leider in den 60ern abgeschafft hat:

Thursday, February 26, 2009

Die Bremer und wir

Ich habe noch eine Rechnung offen mit den Bremern. Nein, eher mit dem Weserkurier. Oder war es ein Kommentar vor Jahren in einer anderen Zeitung? Dort ortete Jemand Osnabrück kurz vor den Alpen. Oder denken Bremer wirklich, wenn sie einen Hauch von Bergen sehen, es käme gleich das Matterhorn zum Vorschein?
Okay, mir geht es um Geschichte. Und da sind Bremen und Osnabrück Partnerstädte. Gegründet als Bischofssitze um 800. Jede Stadt hat ihren eigenen Weg genommen und Osnabrück war vielleicht nicht der kleinere Partner bis 1300. Davon zeugt noch der romanische Dom in der Hasestadt. Also Vergleiche: Bremen und der Dom.
Dom
Das Rathaus und die Kirche nebenan. In Osnabrück wäre es die Marienkirche:
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Osnabrück braucht keinen Roland, zeitweise haben sie ja die Bischofsswahl im Griff. Ein lokaler Machtkonkurrent.
Später wird Bremen bedeutender, als Hanseaten überholen sie dann meilenweit die Osnabrücker. Abzulesen an den jüngeren Großbauten der letzten 200 Jahre.

Marktplatz
Jetzt könnte man einwenden, in Bremen sei alles größer. Aber bitte: So sieht der Bremer Dom noch im 17. Jahrhundert aus. Genau 1695.

Und der Kölner Dom im 19. Jahrhundert 1824:

Der Osnabrücker Dom ist mit dem Südturm schon über 450 Jahre fertig, fast. Reparaturarbeiten gibt es immer wieder.
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