Wenn man mich über deutsche Dachlandschaften fragte. Diese Konstellation hätte was. In Schwäbisch Hall. Mülltrennung und Privatparken inklusive.
Es wird Herbst...
1 week ago
Osnabrück und so
Wenn man mich über deutsche Dachlandschaften fragte. Diese Konstellation hätte was. In Schwäbisch Hall. Mülltrennung und Privatparken inklusive.
Mit welcher Nutzung wurde aber dieses besondere Gebäude um 1240 errichtet? War...die Keckenburg
von Anfang an ein Wohnturm, dein Steinhaus, ein Repräsentationsbau oder vielleicht nur ein brandsi-
cheres Lager?
Alle bisherigen baugeschichtlichen Erkenntnisse über die Keckenburg lassen eine multifunktionale (viel-
fältige) Nutzung als Interpretation (Deutung) des steinernen Baus eher zu als nur eine einzige Deutung
der Baugestalt. Jeder, der sich bisher mit ihrer Baugeschichte und damit zwangsläufig mit ihrer ur-
sprünglichen Nutzung beschäftigte, hat mit seiner Aussage zur Bauidee sicher Recht, aber eben nur als
Teil einer Gesamtinterpretation. Eine ursprüngliche Wohnnutzung ist zumindest in eingeschränktem
Rahmen ebenso vorstellbar wie ein herrschaftlicher Repräsentationsbau, ein Befestigungsbau in zweiter
Verteidigungslinie oder gegen die Stadtbewohner selber sowie auch ein massiver, brandsicherer ausge-
führter Speicher- oder Vorratsbau. All diese möglichen Nutzungen in einem Bau kann sich der Bauherr
gewünscht haben...
Albrecht Bedal: Die Keckenburg in Schwäbisch Hall wird 750 Jahre alt, Jahrbuch HF 1991, S. 57 ff.
Die ehemalige Siedersburg ist ein dreigeschossiges, romanisches Steinhaus in Ecklage, das nach dem Stadtbrand von 1728 barock umgestalltet wurde (Türöffnungen im Erdgeschoss, Fenster, Mansarddach). Die mittelalterliche Substanz des ursprünglichen Wohnturmes stellen die etwa 11 m hohen und ca. 1 m dicken Wände sowie innen einige Kragensteine von den früheren Stockwerken dar. Das Bauwerk gehört zu den fünf noch überlieferten Adelstürmen der Stadt, deren Bewohner zu den ältesten Geschlechtern von Hall zu zählen sind. Die Erbauer der Siedersburg, die Sieder, sind ab 1390 nachweisbar, sie sind als Richter und Schultheiße von Bedeutung gewesen. Die Siedersburg selbst wird vermutlich in einer Urkunde von 1356 genannt, in der von dem "gemalt Steinhus an der Judenschul" (heute Haalstraße 9) die Rede ist [Pietsch U 316: Bezieht sich aber eher auf Gebäude Haalstraße 5, da andere Straßenseite. A.M. 13.12.2007]. Bis auf die barocken Veränderungen ist die Substanz des mittelalterlichen Adelsturmes noch gut ablesbar. (StadtA Schwäb. Hall: Liste der Kulturdenkmale Stadt Schwäb. Hall, S. 221)

Über einem gemauertemErdgeschoss und gewölbtem Keller zwei Fachwerk-Obergeschosse, darüber Halbwalmdach. Gute Erhaltung der historischen Bausubstanz des Ursprungsbaus und aus den verschiedenen Umbauphasen. Im 1. OG Wohnstube mit gut erhaltener, segmentbogiger, geschnitzter Bohlen-Balkendecke aus dem späten 15. Jh. Dachstuhl dendrochronologisch datiert auf 1395/96. Fachwerk des Rückgiebels mit verblatteten Steigbändern ebenfalls aus dieser Zeit. Heutige Raumaufteilung beruht auf Umbauten des 17./18. Jh. Bei umfangreicher Reparatur 1684 viele Fachwerkfelder mit Ziegeln neu ausgefacht, wohl auch Ausbau des 2. OG zu beheizbarer Wohnung. Vermutlich 1689 vollständige Erneuerung des Fachwerks des Westgiebels (vgl. Datenbank Bauforschung Baden-Württemberg).