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Friday, February 24, 2012

Randnotiz

Immer wieder schön, wenn man Osnabrück irgendwo unterbringen kann. Hier ein Schülerfoto aus dem Gymnasium In der Wüste. Gelandet ist das Bild auf einer schwedischen Webseite über Europathemen. Das nenn ich mal ne korrekte Verwendung:
Allt fler blir skolambassadörer

Thursday, April 01, 2010

Schwedische Spuren

Es gab eine Zeit, da spielten die Schweden eine wichtige Rolle in Osnabrück. Einmal als Besatzungsmacht im 30jährigen Krieg und dann für einige Jahre als diplomatische Vertreter ihres Landes bei den Friedensverhandlungen bis 1648.
Nur heutzutage finden sich nicht mehr viele Spuren. Die Schwedenstraße, wo sie residiert haben, die Portraits im Friedensaal des Rathauses. Ein Familienname findet sich allerdings im Chorumgang der Marienkirche: Oxenstierna. Der Graf, dem diese Widmung um 1900 gilt. Aus Dankbarkeit von der protestantischen Seite:

Für Johann Oxenstierna Södermöre und dessen erste Frau, die 1646 in Osnabrück gestorben ist - Anna Margareta Sture zu Hörningsholm.
Im Internet Portal Westfälische Geschichte eine kurze Biografie des Grafen, darunter Episoden, die gern auch heute noch erzählt werden:
1641 schickt ihn sein Vater - von dem er in den Jahren 1642 bis 1649 248 Instruktionen erhält - nach Deutschland. Er soll die politischen Interessen seines Vaters gegen den Wunsch der jungen Königin nach einem schnellen Friedensschluß durchsetzen. Nach Reorganisation der Verwaltung im besetzten Pommern und Verhandlungen mit dem brandenburgischen Kurfürsten zieht Oxenstierna am Abend des 27.03.1643 (alten Stils) in Osnabrück ein: 60 Ritter reiten ihm auf der Straße nach Minden entgegen und geleiten ihn, dem eine lange Wagenreihe folgt, unter Salut in die Stadt; 500 Bürger bilden in den Straßen Spalier. Er bezieht mit einem Gefolge von 144 Personen die Herrenhöfe an der Kleinen Domsfreiheit (später Schwedenstraße). Wegen seines standesbewußten Auftretens kommt es zu Spannungen mit dem zweiten schwedischen Gesandten Johann Adler Salvius, der die Interessen der Königin vertritt, gegen dessen politische Erfahrung er sich nicht durchsetzen kann. Der französische Gesandte Abel Servien charakterisiert ihn als ein hoch intonirtes, aufgeblasenes Subjectum, dabei nichts in Recessu. Der venezianische Gesandte Contarini mokiert sich darüber, daß Aufstehen und Zubettgehen des schwedischen Prinzipalgesandten mit Pauken und Trompeten verkündet würden. Für die repräsentative Ausstattung seiner Gesandtschaft bewilligt ihm Stockholm 9870 Reichstaler. Für diesen Betrag bringt Oxenstierna Möbel, Tapisserien, Ledertapeten, Teppiche, Küchengeräte, Leinenzeug und ein 72teiliges Silberservice mit. Damit kann er dieselbe Zahl von Gästen bewirten wie der kaiserliche Gesandte Johann Ludwig Graf von Nassau. Oxenstierna gilt als ausgesprochen trinkfreudig: Der Magdeburger Kapitelsekretär Wegner ißt vor seinen Besuchen bei Oxenstierna stets Bittermandeln, um nüchtern zu bleiben. Gemeinsam mit seiner ersten Gemahlin stiftet Oxenstierna einen silbervergoldeten Altarkelch für die evangelische Marienkirche und ein Pedal für die Orgel. In Oxenstiernas Quartier wird am 06.08.1648 der Osnabrücker Teilfriede verlesen und beschworen. Am 24. Oktober unterschreibt er mit Salvius in Münster das Osnabrücker Friedensinstrument.

von Doris Gerstl
als Quelle wird auch Duchhardt, Heinz / Dethlefs, Gerd / Queckenstedt, Hermann | "...zu einem stets währenden Gedächtnis" | S. 214f genannt.

Thursday, September 17, 2009

Steinwerke - Der Gotlandvergleich

Die letzten Wochen habe ich den Blick nach Süden geworfen, von Osnabrück aus. Die Suche nach steinwerkähnlichen Gebäuden in Schwäbisch Hall, Nürnberg und anderen Orten Süddeutschlands. Manche Muster tauchen wieder auf: Quadratische Form, starke Mauern, Gewölbekeller, getrennte Eingänge, errichtet vom 12. bis 14. Jahrhundert, sie haben auch ähnliche Funktionen. Ob es sich hier ebenfalls um Steinwerke handelt, bleibt vorerst offen.
Michael Hurst, in den letzten Jahren zuständig für die Steinwerksforschung in Osnabrück, gab den Tipp einmal nach Gotland zu schauen. Dort hat er Hinweise auf Steinwerke entdeckt, obwohl es schwierig ist, an wissenschaftliches Material zu kommen. Das Internet ist da auch auf Schwedisch nicht sehr ergiebig. Was aber sehr wichtig ist: Einzelne mittelalterliche Gebäude auf Gotland haben oder hatten anscheinend Gewölbe unter dem aufliegenden Dach.
Hier die Ergebnisse einer Internetrecherche:
Das ist die vorhandene Gebäudesubstanz in der Inselhauptstadt Visby von 1100- 1500.

Quelle:Medeltidsstaden
Innerstädtisch gibt es viele steinerne Häuser, aber nur für das ländliche Gotland findet man eine Untersuchung aus dem Jahr 1932. Es handelt sich um Stora Hästnäs.

Der Wikipedia-Artikel beschreibt die Anlage so:
Das Haus besitzt mit dem Kellergeschoss insgesamt vier Etagen. Ein kleines Tor führt zum halb eingetieften Keller, ein romanisches Portal in das mit Kreuzgewölben versehene erhöhte Untergeschoss, das die Reste eines Kaminfeuers aufweist. In das darüber gelegene Geschoss gelangt man über eine Innentreppe oder durch ein Rundbogenportal im Giebel. Das obere Stockwerk ist entlang der Vorderfront mit einer Galerie und drei mit Kolonetten versehenen gotischen Fenstern ausgestattet. Der tonnengewölbte Dachboden wurde wahrscheinlich als Lager genutzt.

Der tonnengewölbte Dachboden bereitet etwas Kopfschmerzen. Ich kann ihn in der Bauskizze nicht entdecken. Aber ein Gewölbe ist vorhanden:

Hier aus anderer Perspektive:

aus: Utgrävningen vid Stora Hästnäs pa Gotland 1932
Foto vom Giebel
Weitere Gebäude: Sören Norrbys källere und
Vatlings, und Foto auf Flickr-Webseite.
Ein Video über die Hansestadt Visby spricht von an der Straße liegenden Steinhäusern und nach hinten angefügten Holzhäusern zum Wohnen der Händler.
Pdf-Link zur Ausgrabung 1932
Hier noch eine interessante Perspektive: Gamla Apoteket, der Dachgiebel.
Update:
Weitere Arbeit zu einem Gebäudekomplex mit "Steinwerk" in Visby:
LILJEHORNSKA HUSET
EN KÖPMANSGAltl) FRÄN 1200-TALETS VISBY
AV
GUNNAR SVAHN STRÖM 1945

Sunday, May 25, 2008

Katholikentag in Osnabrück

Es ist nicht die erste Großveranstaltung in Osnabrück, wenn es um Religion geht. Vielleicht ist für manche der Pabstbesuch 1980 der Höhepunkt. Für die Jüngeren vielleicht der Weltjugendtag 2005, als unzählige internationale Jugendgruppen in Osnabrück Station machten, vor dem Höhepunkt in Köln.
Spiegel-Online:
Am Angebot des Katholikentags kann es auch dieses Jahr kaum gelegen haben: Rund 1200 Veranstaltungen zeigten die Vielfalt der katholischen Kirche auf, es kamen prominente Gäste wie Bundespräsident Horst Köhler, Kanzlerin Angela Merkel und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, dazu ein hochkarätiges Kulturprogramm mit Auftritten von Schauspieler Ben Becker, der Hip-Hop-Formation Culcha Candela und der A-Capella-Gruppe Wise Guys.

Aber Mut bewiesen 2005 die Christen aus dem Irak beim Weltjugendtag, die ihre Fahne selbst im Osnabrücker Dom hoch hielten. Auch hier berichtet DER SPIEGEL. Ein Rückkehr in die Heimat ist ungewiss.
2005 auf der Illoshöhe:
Iraker auf dem Weltjugendtag
Hier ein Eindruck, wer noch dabei war: Ein Crow aus Kanada:
Weltjugendtag