Sunday, June 26, 2011

Die sogenannte "frühzeitige" Anerkennung der Unabhängigkeit

von Slowenien und Kroatien im Dezember (!) 1991 vor zwanzig Jahren durch die Bundesrepublik Deutschland soll entscheidend mitverantwortlich für die Kriegsentwicklung in "Jugoslawien" gewesen sein. So sehen es viele im Internet zum Thema. Dezember 1991. Außenminister Genscher wird deswegen immer wieder kritisiert. Alle Zeitungsartikel, die mir von damals noch vorliegen, versuche ich in diesem Post zu sammeln. Zumindest die Schlagzeilen. Das Wort frühzeitig oder vorzeitig stelle ich hiermit in Frage. Erstaunlicherweise war damals die TAZ eine der Zeitungen, die am dichtesten aus Jugoslawien berichteten:
TAZ 26.6.1991


Kroaten und Slowenen ziehen neue Grenzen
Die beiden nördlichen jugoslawischen Republiken erklärten gestern ihre Unabhängigkeit/Bundesparlament nennt es "Straftat"
EG stärkt autoritäre Züge in Jugoslawien

TAZ 28.6.1991
Waffenstillstand in Jugoslawien/Armee erreicht ihr erstes Kriegsziel: Grenzposten wieder unter Kontrolle der Bundestruppen/Blutige Kämpfe


DIE WELT 29.6.1991
Der Bürgerkrieg in Jugoslawien: Dokumente beweisen, die Zentralregierung in Belgrad will auf keinen Fall nachgeben
"Ja, wir haben Angst, aber wir wollen unsere Freiheit"



TAZ Dienstag 2.7.1991
Jugoslawien: Ruhe aber kein Durchbruch
Burgfrieden im Vielvölkerstaat
Erstmals seit Beginn der Kämpfe am Donnerstag gab es in der Nacht zum Montag keine Schußwechsel zwischen Armee und slowenischer Miliz. Obwohl die Ernennung des Kroaten Mesic zum Vorsitzenden des Staatspräsidiums als Zeichen der Entspannung gewertet wurde, stand am Montag der durch eine EG-Abordnung vermittelte Rückzug der Armee in ihre Kasernen noch aus.


DIE WELT 2.7.1991
Kohl stärkt Slowenen und Kroaten
"Man kann mit Panzern nicht Länder zusammenhalten"/SPD kritisiert Genscher

aus dem Artikel:
In scharfer Form kritisierten Voigt und sein SPD-Fraktionskollege Norbert Gansel die Haltung Genschers und seiner EG-Amtskollegen in der Jugoslawien-Krise. Sie hätten durch ihre "Politik des Status quo" [Festhalten am Gesamt-Jugoslawien] eine Mitverantwortung für den Einsatz der Armee in Slowenien.



TAZ 3.7.1991
Bomben auf Ljubljana
Der Bürgerkrieg ist wieder aufgeflammt. Zum ersten Mal fielen gestern Bomben auf Sloweniens Hauptstadt, im Umkreis des einzigen AKWs des Landes wurde gekämpft. Bundesaußenminister Genscher hat daraufhin seine Jugoslawienreise abgesagt.
Foto:
Ein slowenischer Polizist und ein bewaffneter Zivilist schießen (am Montag) auf einen Helikopter.


TAZ 4.7.1991

Es ist ein seltsamer Krieg in Jugoslawien
Armee brach mühsam ausgehandelten Waffenstillstand systematisch/ Serbische Kommmandos im Rücken der Bundesarmee: Weicht bloß nicht zurück!/ Slowenen sind für viele Kroaten nun Helden/ Barrikaden finden sich in fast jedem Dorf

Und auch
TAZ 4.7. 1991
Foto:
In Belgrad demonstrierten cica 3.000 Serben für den Abzug ihrer Soldaten aus dem Krieg gegen Slowenien
Stunde der Demagogen in Serbien
Belgrader Eltern demonstrieren gegen den Krieg/Söhne sollen vor Bürgerwehr geschützt werden


TAZ 5.7. 1991
Wackliger Waffenstillstand
Nach der Erklärung des Waffenstillstands vom Mittwoch durch die jugoslawische Armee verhandeln die Konfliktparteien. Zu Kampfhandlungen kam es am Donnerstag trotz der Drohungen der Armeeführung, im Fall weiterer "Mißhandlungen der Soldaten durch slowenische Milizionäre zu "massiven Angriffen"überzugehen, nicht. Das Staatspräsidium in Belgrad diskutierte indes über die Aussetzung de rUnabhängigkeiterkärungen


TAZ 6.7.1991
EG-Außenminister im Widerstreit
Waffenembargo und Stopp der Finanzhilfe an Jugoslawien/Keine Anerkennnung Sloweniens

Aus dem Artikel:
"Weil die Toten in Jugoslawien immer mehr werden", hatte der belgische Außenminister Eyskens am Vorabend der EG-Krisensitzung in Den Haag erklärt, solle die Gemeinschaft endlich handeln. Wirtschaftssanktionen und Beobachtermissionen allein seien nicht ausreichend. Um weiteres Blutvergießen zu verhindern, müsse die EG auch die beiden Sezessionsrepubliken anerkennen.


TAZ 6.7.1991
Slowenien wartet auf das Ende des Ultimatums
Nach der Freilassung der gefangenen Soldaten und dem Abbau der Barrikaden richtet sich die Aufmerksamkeit Jugoslawiens auf Sonntag mittag: Bis 12 Uhr muß Slowenien die Grenzübergänge an die Bundesbehörden zurückgegeben haben.


FAZ 8.7.1991
Häuser wurden dem Erdboden gleichgemacht
Aufbäumen in Ostslowenien nach dem Angriff der jugoslawischen Armee


Fortsetzung folgt.
FAZ 12.7.1991
Die Slowenen können nicht verlieren, aber dem kleinen Land wird der Sieg verwehrt
Die Republik nach den Vereinbarungen von Brioni/Haben sich die Europäer täuschen lassen?/Die Volksarmee bereitet sich auf einen neuen Angriff vor


DIE WELT 12.7.1991
Die Kämpfe in Slowenien
Geheimdienst wollte Kucan stürzen

Das war im Juli
August
September
Oktober
November
Der Krieg ist schon seit langem nach Kroatien gezogen
Dieser 23jährige Fotograf stirbt am 6.12. 1991 noch Wochen vor der Anerkennung Kroatiens in Dubrovnik.
Pavo Urban, ein Foto in No. 36 Süddeutsche Zeitung, Magazin vom 4.9.1992
Der letzte Film
Pavo Urban photographierte den Krieg in seiner Heimatstadt Dubrovnik. Und kam dabei ums Leben.

Saturday, June 25, 2011

Libyen

"Things seem to be speeding up..." annoptimist, heute

Libyen, die Ereignisse lassen einen nicht los - wenn man sich in einer Internet-Parallelwelt bewegt.

Und die findet zum Teil bei Facebook oder bei Al Jazeera-Online statt. Dort hat sich eine Karawane aus weltweiten Kommentatoren zur Lage gebildet. Immer wenn Aljazeera einen weniger zugänglichen Blogpost über Libyen aufmacht, wandert sie möglichst unauffällig weiter. Unter wenigen Nachrichten des Blogs türmen sich dann in einer Woche bis zu 20 000 Kommentare. Und immer wieder gibt es Trollinvasionen, die aber nur phasenweise Folgen haben und den Infostrom unterbrechen. Und interessant. Die meisten fügen ein Info-Puzzlebild zusammen, Insiderwissen, Twittergerüchte, aber vieles Richtige, zu dem unsere Leitmedien nicht im Ansatz imstande sind. Meist ist man Tage vorher über Dinge informiert, die dann später kommerziell als "Breaking News" verkauft werden.

Wednesday, June 08, 2011

"Føroyar hava vunnið"

Das ist eine Schlagzeile der Dimmalætting auf den Färöer und heißt, sie haben gewonnen. 2:0 gegen die estnische Fußballnationalmannschaft in der Euro2012 Qualifikation. Ich glaube, ich konzentriere mich jetzt besser auf die Leichtathletik-Saison.

Friday, June 03, 2011

Gerüchte

Update Libyen: abc über Niz, den ich schon mehrmals erwähnt habe.


Fast alle, die sich gerade mit Libyen beschäftigen, warten auf DIE Nachricht. Es kann aber alles nur Vermutung sein. Fest steht, dass vieles in Libyen in Bewegung ist, heute.

Ein Link zu einer Diskussion über die deutschen Medien in der Libyen-Berichterstattung bei Al Jazeera
Es scheint, alle haben beschlossen, inklusive Publikum, Libyen nur noch am Rande wahrzunehmen.

Wenigstens eine gute Notiz in der NOZ nach den Friedensgesprächen über den arabischen Aufbruch.

Neue-OZ: Prof. Dr. Cilja Harders
Ihrer Einschätzung nach kann der Erfolg eine Ermutigung für alle Völker in der arabischen Welt sein. Doch aktuelle Protestbewegungen in anderen Ländern der Region wie in Syrien, dem Jemen, in Libyen oder auch in den palästinensischen Gebieten besäßen unterschiedliche, nicht vergleichbare Strukturen. Was allerdings all diesen gemein sei, sei die Abneigung und die Empörung gegen die Rolle, die Europa und der Westen jahrzehntelang eingenommen hätten. Ben Amara ging auf die Verstrickung Europas in die Machenschaften der alten Regimes ein. „Sie haben sich an der Macht halten können, weil sie hofiert und unterstützt wurden.“ Noch in den ersten Tagen der Aufstände in Tunesien habe die ehemalige Kolonialmacht Frankreich der Staatsführung angeboten, Truppen zur Niederschlagung zu senden. Gleichwohl gebe es für beide Seiten die Chance, einen neuen Dialog zu beginnen. Seine Heimat sei auf politische und wirtschaftliche Unterstützung angewiesen, damit demokratische Strukturen wachsen können


One Hundred Days - Ein Gedicht von "Moussa Koussa"

Thursday, May 26, 2011

Ein Archäologie-Blog - Ankum



Unscheinbare Orte mit großer Geschichte. Sobald man im Osnabrücker Land gräbt, zeigt sich, dass hier zu frühen Zeiten mehr stattgefunden hat, als vorher angenommen. Die selbstgewählte Selbstbetitelung als Provinz hat dabei lange zu Fehlinterpretationen der Mittelaltergeschichte unserer Gegend geführt. Zum Beispiel war es früher kaum vorstellbar, dass bereits zu Zeiten Karls des Großen zumindest eine Kirche in Osnabrück aus Stein gebaut wurde.
Nun ist die frühere Kirchenburg Ankum ein Schwerpunkt der Archäologie im Landkreis. Und dazu gibt es sogar einen Blog:
Archäologische Forschung an der Kirchenburg zu Ankum
Und sogar eine Seite auf Facebook.

Wednesday, May 25, 2011

Lila

Lila by Jens-Olaf
Lila, a photo by Jens-Olaf on Flickr.

Nehmen wir mal die positive Seite des VfL- Abstiegs: Die Chance, dass man öfter wieder feiern kann, wird wieder größer sein. Kellerkind in der 2. Liga macht auf Dauer auch keinen Spaß.

Sunday, May 22, 2011

Niz aus Tripolis

So könnte man aus Tripolis berichten, aber soweit bekommt man solche Berichte nur von Niz, dessen Text gerade im Radio tribute fm in Bengazhi vorgelesen wurde, Kommentatoren bei Al Jazeera haben das Skript gepostet:
Als Kommentar zum Post: Libya's forgotten frontline

Pie_fr 2 hours ago
**Confirmed updates from our valuable source in Tripoli.**

1-
Reliable reports that Ayshas house and Muatisms house in Tripoli, Al Hani District and Al Dul Street respectively, will be bombed. Loop warnings to military over past 3 days.

Security, usually plentiful at the gates, have now entirely disappeared. Local petrol station has now closed. Neighbours have NOT been officially informed but have been informed via leaks! If indeed the targets are hit, the regime knew about it in advance, and neighbours were not informed, is this a war crime / crime against humanity?
(tbc...)


Pie_fr 2 hours ago
**Confirmed updates from our valuable source in Tripoli.**
(cont)

2-
Have personally spoken to a high ranking military official today who has informed me that 2 nights ago there was a fire fight between security forces within the compound of Bab Alazaziyah. Very similar to a previous incidents some 6 weeks ago or more. Exact response to the clash - immediate instigation of Benghazi rumour on State TV and orders to celebrate. He confirms the shooting did not involve activists but was rather an internal affair!

3-
Spoke to a second military officer this afternoon who came to find me to pass on the info that there is news between his ranks that a plan was being finalised to send troops by sea to Misrata and Benghazi. This was before the hit on the navy facilities. There is suggestion that NATO might have received intelligence and therefore attacked the navy. He confirms that this plan is no longer in operation.



Pie_fr 2 hours ago
**Confirmed updates from our valuable source in Tripoli.**(cont)

4-
Heavy talk on the streets of Tripoli of annoyance that reporters are reporting Tripoli as 'normal'. This in light of very recent reports by SKY and BBC suggesting "Tripoli is normal".
This was discussed at our meeting today and the consensus of our group is:

Reporters can only report what they see. Quite rightly, Tripoli currently does not appear to be a city at war. But suggestion of 'normality' must be qualified. Normality is relative. To know what the norm is for Tripoli you must have a baseline based on a pre-uprising assessment.

Reporters should note that in Tripoli, shops normally close at 2 or 3 am in main shopping districts. Ben Ashour is known at times to 'never sleep'. Now shops close soon after Mughreb prayer.

Reporters should also take note that whilst shops are indeed open, 70% are closed. Of those which are open, some have been harassed to open (our family shop included - story below), some open because it is their only lifeline and can not afford to join the boycott, some are loyalists, some open as an excuse to gather (including key shops where activist meetings take place in key districts).

Reporters should also note that the university (huge) is borderline empty! That schools are borderline empty. It is the middle of term time. My nieces and nephews and young cousins have not gone to school for months. They are not the exception to the rule.

There are checkpoints all over town which intensify in number and in paranoia after dark.
There is gunfire every night without exception.

So whilst the consensus is that reporters are forgiven for reporting normality, to those of us that know 'normal Tripoli', it is far from accurate.

Everyone, however, understands the difficulty and restrictions the media are under.

Pie_fr 2 hours ago
**Confirmed updates from our valuable source in Tripoli.**(cont)
5-
The story of our family shop.

As part of wide spread boycott, our shop decided to close after 17th Feb. We were approached, like many along our row, and asked why we were closed. When we responded that it was fear from the instability we were ordered to open in the next 24 hours. When the security men returned 2 days later they asked why we had still not opened. We replied that there was a staff shortage. They told us, in no uncertain terms, to open even if 'the shop is empty and you sell nothing'. We were told that the shop MUST NOT remain closed under any circumstances. For a while our shop opened. When i realised this i approached the family members who make the decisions and said that it was unacceptable that we open our own shop whilst i go around preaching a city wide boycott. I was told that recently we had been approached by security men and told, 'thank you for opening up and showing your loyalty to your country, of course if you decide to close again we will take the shop and open it for you. Have a good day'. This is not a unique conversation. This will have happened thousands of times over in tripoli.
My reply was that we should continue to give excuses to buy time but ultimately MUST close our shop. If they confiscate our shop then so be it. We are fighting to liberate a nation....with it we will liberate our shop.
Our shop now remains closed.

Many people around Tripoli find themselves in similar dilemmas. Some have not got the conviction to carry through with a boycott. Others cannot financially afford to. Many are overcome by the harassment. And yet still.....the majority of shops in Tripoli are shut!

Fashloum, Ben ashour and Zaweeyat al Dahmani form a kind of shopping triangle district. In these 3 areas 80% of
shops are shut. If anyone wants video evidence i can provide it, along with google map images to show where the streets are.

6-
There continue to be increasing, daily, armed attacks in Tripoli. Armed attacks in the past few days that i can CONFIRM are Soug al Jomaa and Al Hadba.

Special thanks to Niz!


Das Ganze bei Facebook mit Kommentaren:
Libya Youth Moevement

Friday, May 20, 2011

Funkstille

Wer wissen möchte, was sich zur Zeit in der libyschen Hauptstadt Tripolis entwickelt, kann die gängigen Medien vergessen. Eine der wichtigsten Nachrichtenquellen aus dem Zentrum ist Niz, so sein Pseudonym. Seine Berichte, zu hören bei Tribute Fm, oder festgehalten über Twitter, die letzte Zusammenfassung:
1- Clashes between armed anti-regime activists and katiba forces in Shara3 Jamhuriya (Jamhuriya Street)

2- Similar clashes in Gergarish

3- Similar, again, in Mansoora District

4- Man wearing military uniform killed outside the petrol station at Al Hani District. Reportedly killed by security forces. Apparent clash between security.

5- Gun fire was heard all over Tripoli. Some, admittedly, sounded celebratory. Some appeared to be exchanges of fire, with shouting and screaming.

NB: The above are all incidents which were witnessed by our group members. There are countless other reports around Tripoli, but we are unable to verify them, so we will not mention them.


Ibn Omar

from niz on #tripoli #libya: 100% CONFIRMED NEWS FROM TRIPOLI - 19th MAY 2011.

Einiges was er berichtet, ist in Videos auf Youtube und woanders festgehalten. Und anders als die Journalisten im "Gefängnis"-Hotel Rixos, bewegt er sich auf eigene Faust durch die Stadt.

Und das englischsprachige Internet Radio Tribute FM in Benghazi hat im Moment Probleme, über Twitter:
TributeFM Tribute FM
Sorry everyone, Our Server appears to have been attacked by "Some people"

Monday, May 09, 2011

Libyen updated

Update 14. Mai, ein Kommentar von Salwinder bei Al Jazeera Live Blog,
I see in the news this morning NATO are stating that they do not need to hunt down Ghadafi specifically as regime forces are melting away fast. Yet another prediction from Gerhard earlier this week that has come to pass - he suggested that by the weekend the media would begin reporting on the collapse of Ghadafi's troops. He also informed us days ago ahead of time of NATO's renewed focus on Tripoli to target elite brigade equipment and C&C, as well as the final destruction of Ghadafi infrastructure in Brega as evidenced by yesterday's airstrike on the C&C target there.

Gerhard also talked earlier this week about defections of senior commanders to happen by this weekend once their families safety was secured. Hopefully this has been sorted and we hear about these defections shortly.

I think there is no doubt now that we are in the endgame and as far as I can tell Ghadafi no longer functions as a leader anymore - not politically, militarily or economically. So he is redundant now and regime insiders know this. The question is how long this phase lasts.

Ich bleibe dabei, solche Infos hat es so noch nicht bei militärischen Konflikten gegeben, jedenfalls soweit ich weiß. Nicht mal von sogenannten "Embedded Journalists".


Der Krieg in Libyen dauert an, aber die mediale Berichterstattung ist dürftig. Seit Wochen wird deutlich, dass die Journalisten da unten nur ein Teilbild liefern können. Ansonsten ist man vor allem auf die Kommentare und Linkverweise beim Al-Jazeera-Live-Blog angewiesen, um ein aktuelles Bild aus ganz Libyen zu bekommen. Allerdings laufen dort auch tausende Kommentare täglich auf, und man muss sondieren, wer verlässliche Infos weiter gibt.

Der arabische Frühling, leider unter weitesgehendem Ausschluß der Öffentlichkeit, nicht nur in Syrien. Und das liegt auch daran, dass wir bei internationalen und anderen Konflikten zu oft nur uns selber meinen. Unsere Sicht auf die Welt.
Joseon Tongsinsa Festival

Update 10. Mai
Ich bin etwas zurückhaltend mit meiner Meinung, aber dieser Kommentar beim Al Jazeera Live Blog trifft es:

globeline 2 minutes ago
I looked back to the Al jazeera blog feb 17 and i found this:

Richard Pithouse argues in the latest edition of Pambazuka Online, that the revolts in North Africa and the Middle East might be towards advancing democratic values but the struggles do not seek to replicate American or European values. Pithouse argues that considering the relationship the United States and Europe have had with despots in the region, "they have no claim of moral leadership in this world"
We cannot know the trajectories of the uprisings that have swept North Africa and the Middle East. But one thing is for sure. Whatever pompous claims to the contrary come out of Washington and Brussels, these are not revolts for American or European values. On the contrary they are a direct challenge to those values. They are revolts against a global power structure that is formed by an international alliance of elites with one of its key principles being the idea, the racist idea, that Arabs are ‘not yet ready’ for democracy.

#Libya latest map, updated 10-05-2011 @ 11:30am local time:  on Twitpic
und Libyen Youth Movement auf Facebook.
Tribute FM - Radio auf Englisch aus Benghazi
Englisch, eine Sprache, die aus dem öffentlichen Raum in Libyen gebannt worden war.

Update 17. Mai Al Jazeera hat einen neunen Blog aufgemacht, aber die Kommentarfunktion weggelassen. Das führt zu heftigen Protesten. Eine Reaktion, Michael Grant:
Every student in the university and colleges where I work here in France has been told about the Comments section of this blog, which is surely a historic phenomenon in the history of journalism just as the Libyan Revolution is in the history of the struggle for human rights. To get rid of the section now is either a ludicrous mistake on the part of AJE editorial board or it is cowing to some Influential Person. "Comments" might be a mess, it might be massively trolled by daffi agents, FSB or ex-Milosevic yobs but it's got its finger on the pulse like no other news organ so please AlJazeera, keep your reputation and keep the Comments section - your stature can only grow by doing so. Where else can we read postings from insiders and other well-informed people like Gerhard, Colin, Glen, Tara, crazy Moussa K and those brave Libyans?

Monday, May 02, 2011

Schulkind

Schulkind by Jens-Olaf
Schulkind, a photo by Jens-Olaf on Flickr.

Eine weniger bekannte Figur in Stein in Osnabrück. Noch mit Holzschuhen.

Friday, April 29, 2011

Libyen -Update

Dieser Gerhard Heinz bei Al Jazeera-Live-Blog ist ein echtes Phänomen. Er weist manchmal auf seine ostdeutsche Herkunft hin. Warum können andere solche Infos nicht verbreiten?

the situation inside libyen army
daffi have handle out a letter to higher officers from front comands
if they change sides their famalies where killed incl.their parents.
brega
daffis son tell the troops there, to attack adj. imidiatly
troops send back a long list of things they need to be an army.
most of their belarus and foreign advisers dead since yesterday hit.
comunikation with tripoli via letter and motorcycle.
misrata
airport will fall to ff after tonights aktion
nato will step up the raids to tripoli
the fear inside the goverment rise ,anybody look for an exit now
a lot of infos coming out of tripoli from people who want to make friends for future.
towns between misrata and tripoli by night under controll from ff.
western ff make progress to wipe daffi out,this night french will work intensiv.
high aktivity on us airbase in europ


In einem jüngsten Kommentar benennt er seine Quellen. Er habe Zugang zu den militärischen Insider-Infos durch seine Firma. Darf aber nicht alles posten. Nun denn. Mein Gefühl sagt, er flunkert wenig oder gar nicht.

Warum Libyen hier, auch ein Grund: Ich habe mal eine Stellungnahme für die NOZ abgegeben, abgedruckt. In der Großen Straße. Als die USA Ziele in Tripolis bombardiert hatten. Das war in der 80ern. Ich hatte dagegen argumentiert.
http://www.blogger.com/img/blank.gif

Update 30. April

Vorgestern hat ebenfalls ein Post die Kommentare zum Libya Live Blog von Al Jazeera behandelt:
Fact and propaganda: war and real-time social-media
At present there are well over 6000 comments each day on those LiveBlogs. Almost all of them come from people with strong opinions, of course. Nothing is certain; one of the few things that does seem certain is that quite a few people there are not what they claim. Yet between them the commenters do seem to have a surprising range of skills, experience and information. For example, one of them, ‘Gerhard Heinz’, does appear to have near-real-time access to a satellite-feed, because much of his information, if opinionated, is precise, specific, and usually subsequently proven as fact ...

http://www.blogger.com/img/blank.gif
Jedenfalls habe ich so eine militärische Informationsquelle, die fast in Echtzeit stattfindet, bei Blogs aus Krisenregionen noch nicht gesehen. Man muss ja berücksichtigen, dass er mehrmals am Tag berichtet und sogar Ereignisse ankündigt.

Hier noch ein neuer Photostream live2Tripoli

Update 1. Mai
C.J. Chivers berichtet aus Misurata

Update 3. Mai
Das halte ich mal fest. Nachrichten aus Libyen kommen spärlich. Gerhard Heinz meint beim Libya Live Blog:
updates
there is going something on in the moment.
daffis troops are complete out of comunikation even uhf is disturbe.
the attacks and movements thei make in the moment are from kompanie level and without any koordination or tactical sence. on the other side a lot of my sources say wait until this night to me.
the whole thing locks like the time followed by unkondi.surrender and exit from daffi or his sons
chance 50/50

Morgen sind wir schlauer. Libyen ist vorübergehend aus den Nachrichten. Das nervt. Die Kurzlebigkeit der medialen Aufmerksamkeitsspanne ist kein neues Problem, das ist alt und erinnert mich an die Zeiten vor der Auflösung der Sowjetunion. Mein Fazit. Man muss sich selbst um Informationen kümmern. Traditionelle Medien haben da wieder ihre Relevanz-Hürde. Heute gehörte Libyen nicht dazu. Reflektieren über Osama bin Laden war wohl wichtiger.

Update 5. Mai:
ein bemerkenswerter Kommentar bei Libya Live Blog von Al Jazeera:
Some of the key advice NATO is providing is keeping the press away or quiet from sensitive operations - real time TV only helps Gadaffi. So when you hear or see little do not assume nothing happening. The more quiet it is be pleased the FF are working professionally - ...

Thursday, April 28, 2011

Holter Burg - Zwischenstand

Holter Burg Mauern
2006 und 2007 fanden intensive archäologische Untersuchungen an den Resten (siehe oben) der Holter Burg bei Bissendorf statt. Eine der nordwestlichsten Höhenburgen in Deutschland. Zunächst kamen erstaunlicherweise gut erhaltene Mauerzüge zum Vorschein. Samt den Fundamenten des Haupttors und einer Kapelle. Die Reste wurden gesichert, zum Teil rekonstruiert und sind jetzt gut sichtbar. Als Ergebnis wurde auch die Wikipedia-Seite aktualisiert:
Holter Burg


Ein GaLa-Bau, Hyco Verhaagen wird das Ganze landespflegerisch gestalten. Siehe die Pläne hier.

Zuvor aber noch eine Ankündigung der Stadt Bissendorf. Es gibt am 14. Mai einen Tag gewidmet der Holter Burg: "Erlebnis Holter Burg"

Die Gemeinde Bissendorf hat in enger Abstimmung mit der Stadt- und Kreisarchäologie in den vergangenen 12 Monaten eine Vielzahl an unterschiedlichen Arbeitsprojekten durchgeführt, die nun ihrer Vollendung entgegenstreben und am 14. Mai vorgestellt werden sollen. Dazu gehören u.a.:
• Hinweisschilder für den Autoverkehr an den wichtigsten Verkehrsknotenpunkten
• Umfassende Beschilderung im Bereich der Holter Burg, der Zuwegung und des Parkplatzes mit Erklärungen zur Baugeschichte, zur Funktion der Burggebäude und zur Familiengeschichte der „Edlen zu Holte“
• Informationsblatt über die Holter Burg und den Ort Holte
• Neue Publikation in der Reihe der „Großen Kunstführer“ des Verlags Schnell und Steiner mit dem Titel „Holte und die Holter Burg“
• Neue Internetseite www.holterburg.de mit zahlreichen Informationen und Hinweisen, z.B. über Rundwanderwege, Führungen über das Burggelände, Informationen über historische Besonderheiten in der näheren Umgebung, Sonderveranstaltungen, touristische Hinweise und vieles andere mehr.

Die Internetseite allerdings ist noch nicht online.

Tuesday, April 26, 2011

Steinwerke und kein Ende

Steinwerk Bierstraße
Je weiter man von Osnabrück entfernt lebt, fragt man sich, wofür diese Stadt eigentlich steht. Der Westfälische Friede (Rathaus) und Fußball vielleicht. Aber beides ist nicht gleich für Auswärtige greifbar. Sagen wir für Städtebesucher zum Beispiel. Aber Osnabrück hat diese alte Bausubstanz aus dem Mittelalter, einen Bautyp, der sehr selten geworden ist. Jahrhunderte haben ihn in Norddeutschland wieder entfernt, die Steinwerke. Und weil es auch wissenschaftlich von Interesse ist, wurde daran die letzten Jahre geforscht, aufgelistet und archiviert. Und - nichts. Die Daten liegen brach, auch eine Geldfrage. Wenigstens werden die Unterlagen darüber wieder für weitere Forschungsarbeiten verwendet:
In den vergangenen Jahren konnte in Osnabrück die Katalogisierung der bestehenden und ehemals vorhandenen Steinwerke erfolgreich vorangetrieben werden. Nach Beendigung der Finanzierung dieses Projektes verschwanden diese wichtigen Daten jedoch in der Schublade. Im Rahmen dieses Dissertationsprojektes soll die Bestandsaufnahme abgeschlossen werden. Darüber hinaus ist es das Ziel, vor allem die gewölbten Steinwerke anhand ausgewählter Objekte bauhistorisch zu untersuchen. Als Forschungsansatz stehen insbesondere die Dimensionierung der ursprünglichen Vorderhäuser als auch Fragen zur Kaminsituation und Nutzungsstruktur in den Steinwerken im Vordergrund.

Die Steinwerke der Stadt Osnabrück, Technische Universität München
Steinwerk Bierstraße von 1180
Bierstraße 7 um 1180 erbaut
mit romanischen Fenster:
Steinwerk Bierstraße

Sunday, April 24, 2011

Misrata II

http://www.blogger.com/img/blank.gif
Dieses Video zeigt Panzer der Gadaffi-Truppen, die wohl wegen der Luftangriffe in Misurata in Häusern geparkt wurden, um von dort aus die Innenstadt zu beschiessen.

Update:
Häuserkampf
Ich werde das mal als Bookmark benutzen. Kann sich jeder selbst eine Meinung darüber bilden.

Update II Das westliche Libyen
Wikipedia: Battles of the Nafusa Mountains, wird aktualisiert.

Update III
Libya February 17th 2011
Einige aktuelle Übersetzungen und Quellenzusammenfassungen.

Friday, April 22, 2011

Misrata


Es scheint, dass Gaddafis Truppen aus dem Zentrum Misuratahs verschwunden sind. Nachdem zwei Journalisten und vor kurzem schon wieder ein Netizen-Journalist in Libyen umgekommen sind, drehen andere unvermindert weiter und laden unermüdlich ihre Videos ins Internet hoch. Rohfassungen und wenig überarbeitet.

Im Zentrum die umkämpfte Tripolis-Straße, eine Gegend in der Sniper, Scharfschützen eingesetzt worden sein sollen. Die Aufständischen sollen einen Überraschungsangriff gegen diese gestartet haben. Das Ergebnis ist die Rückeroberung einzelner Gebäude. So jedenfalls die Berichte. Und das klingt etwas anders als die gängigen Medien wie Spiegel-Online schildern.

Khalid Ahmed Alghirani Remembered

Wenn man mal den ganzen Meinungsmüll auf der Kommentarseite des Libyen-Blogs von Al Jazeera beiseite räumt, bleiben einige Beobachter der Szene in Misrata, die ständig neue Situationsbeschreibungen abliefern. Ganz auffällig die Kommentare von Gerhard Heinz. Der muss Insiderwissen über militärische Operationen haben. So scheint es jedenfalls.
Libya Live Blog - April 22

Gerhard Heinz:
my last comment up to the evening
freelibya2011write simply correct gaddafi -jugend
i write in the beginning of this blog
there is a point a army colapse
this point is coming now
you will see things speed up dramaticly
east have a stop on press information about different reasons ,but not bad one for ff.
sirte is neutralised .
west ff get control back
misrata will consulidate today and daffis troops are step back
we will see what in tripoli start this weekend ,but i am realy optimistic about this.
have a nice day
i come back at 20.00


Mal sehen wie die Prognosen ausgehen.

Noch ein Video:


Update: Gerhard Heinz stellt eine weitere Prognose auf, und ich denke, er liegt da richtig. Die sogenannten Pro-Gaddafi-Stämme werden die Seite wechseln, und nicht wie es in den Medien heisst, selbst möglicherweise in Krieg gegen die Aufständischen eingreifen:
here are talks between high people in libya since weeks.(and some people in germany manage it)
remember my comment about daffi is not good for buisiness.
nearly all this people waiting to a point they can join the winning side without a risk
this point is comming this week,
ff from east are sill in the east becouse this people from other citys dont want to loss their influenz and position in the future.
they see now very clear that there is no future with the daffi clan,only a lack of money and bad buisiness,
they change sides now and will manage the situation together.
no place for daffi in libyas future


23. April, einer von vielen seine heutigen Kommentare beim Blog von Al Jazeera.

Sunday, April 10, 2011

Alte Akten

Postsendung
Meine Verbindung zu Osnabrück beruht auch auf der jährlichen Zustellung der Osnabrücker Mitteilungen. Der Osnabrücker Verein für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück ist Herausgeber. In der jüngsten Ausgabe Band 115 berichtet Raimond Reiter über "die Opfer der NS-Psychatrie aus Osnabrück". Viele Quellen werden genannt. Aber ich vermisse eine über die Euthanasie an den Patienten des ehemaligen Landeskrankenhauses. Die Akten des Landeskrankenhaus, die jetzt im Staatsarchiv Osnabrück liegen müssten. 1985 habe ich meinen Zivildienst im LKH abgeleistet und eine meiner Aufgaben war die Archivierung der alten Patientenakten seit dem 19. Jahrhundert. Der Geruch der verstaubten und süßlich riechenden Dokumente in Kellerräumen des historischen LKHs auf dem Gertrudenberg ist mir noch gut in Erinnerung. Akte um Akte sind wir durchgegangen und haben sie für die Registrierung dokumentiert. Die Übergabe an das Staatsarchiv stand bevor. Und auffällig: Die Abgänge gegen Ende der NS-Herrschaft. Die Patienten wurden ermordet, Herkunft Ostfriesland, Emsland bis zum Osnabrücker Land. Kenntlich gemacht durch sich wiederholende rote Kreuze. Das Ende einer Psychatrie, die nach 1850 so hoffnugsvoll begonnen hatte (alle sind heilbar). Scheinbar ist dieses Archiv unberücksichtigt für die aktuelle Arbeit geblieben, schade. Oder ich habe etwas übersehen. Als Quellen werden jedenfalls andere Dokumente aus anderen Archiven genannt.

Thursday, April 07, 2011

Nachtrag: Grabung am Marienhospital

Eine der wichtigsten archäologischen Ausgrabungen in der Neustadt Osnabrück war die am Marienhospital 2008 , kurz vor einem Neubau-Projekt. Mit was für Funden zu rechnen war, zeigt der Prozess der Dokumentation und Einordnung der Objekte:
Aufarbeitung der Funde aus der Grabung Marienhospital
Im Kreuzgang der Johanniskirche war vor einigen Jahren ein langes Foto (vielleicht noch vorhanden), es zeigt die Johannistraße. Ich habe versucht das Bild mit der Digikamera festzuhalten, als Video. Gar nicht so einfach aus der Hand. Den historischen Kern der Neustadt kann man beim Vorbeischreiten gut erkennen. In der Nähe waren auch die Ausgrabungen. Das Video beginnt am Neumarkt.

Tuesday, April 05, 2011

Eine Karriere im Königreich Hannover

Tja, 19. Jahrhundert. Die Geschichte hätte anders verlaufen können. Das Königreich Hannover verlor aber gegen Preußen. Ansonsten hätte man im Königreich später von einem der wichtigsten Denkmalkünstler des Landes gesprochen. So ist er nun ein deutscher Bildhauer. Heinrich Pohlmann, der diese Skulptur geschaffen hat:
Johann Carl Bertram Stüve
http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Pohlmann
Heinrich Pohlmann wuchs heran als Sohn eines Bauern. Während seiner Zimmermannslehre fiel einem Adjutanten des Königs von Hannover Pohlmanns Talent bei der Anfertigung von Schnitzereien auf. Er verhalf Pohlmann zu einer Förderung, die diesem von 1861 bis 1864 den Besuch der Akademie der Künste in Berlin ermöglichte. Hier wurde er Schüler von Fritz Schaper und Albert Wolff. Gefördert durch ein Stipendium des Königs von Hannover konnte Pohlmann 1866 eine Studienreise nach Italien antreten.

Das Denkmal selbst ist für einen Osnabrücker Bürgermeister. Auch hier kann man von einer Größe in Hannover sprechen:
Johann Carl Bertram Stüve, schon lange wieder zurückgestutzt auf regionale Bedeutung.

Saturday, April 02, 2011

Die Kapitelle des Kreuzgangs

Dom Osnabrück by Jens-Olaf
Dom Osnabrück, a photo by Jens-Olaf on Flickr.

Sie gehören zu den ältesten Architekturzeugen der Stadt. Die Originalteile wurden vor einiger Zeit ausgewechselt. Über 1000 Jahre steinerne Baugeschichte der Sadt Osnabrück finden sich im Kreuzgang des Doms .


Dazu gehören die Baumsargbestattungen der frühen Zeit. Hier in der Ausgrabungs-Dokumentation der Archäologinnen Ellinor Fischer und Sara Snowadsky.
Baumsargbestattung
2007 im Kreuzgangsbereich:
Domgrabung Osnabrück

Saturday, March 19, 2011

Nochmal verschätzt

Während Deutschland gegenüber Libyen eine unklare Haltung einnimmt, schickt Norwegen Kampfflieger. Norwegen ist nicht EU aber Nato. Ansonsten eher zurückhaltend. Aber jetzt verschieben sich nationale Prioritäten:
Norwegen schickt sechs F16

Neue Zeiten.
Und keine einfachen Antworten.

Thursday, March 03, 2011

Fehlprognose

Osnabrücker können deutliche Worte finden. Bundespräsident Christian Wulff hat seine Meinung zu Muammar Muhammad al-Gaddafi gesagt.
Erhoffte Konsequenz: Time over für den libyschen Führer.

Vor mir in meinem Bücherbord steht "The Clash of Civilizations" von Samuel P. Huntington.

Für die Konfuzianer in Asien hatte er keine gute Prognose gestellt. Aber er lag falsch. Südkorea, das konfuzianischte von allen, kämpft sich Schritt für Schritt weiter auf dem Weg der Demokratie vor.
Für die Araber sah es düster aus, leicht zu glauben damals in den 90ern. Beschämend, dass man selber davon überzeugt war.

Thursday, February 24, 2011

Steinwerke Update



Unsere westfälische Nachbarstadt Soest war fündig. 2006 wurde die Ausgrabung eines Kellers dokumentiert, der auf ein Steinwerk zurückzuführen sei. Dazu muss man wissen, dass um 1200 die tonangebenden Handelsstädte der Region Osnabrück, Minden, Soest und Münster waren und in der Stadtwerdung schon weite Fortschritte zeigten. Im Hausbau war dabei das Steinwerk ein wesentlicher Bestandteil. Der aber weitgehend aus den Stadtbildern wieder verschwunden ist. Aus Münster wohl bereits komplett.

Hier die pdf-Datei.

Und hier ein neuer Ansatz Archäologie und geisteswissenschaftliche Erkenntnisse bei der Deutung von Steinwerken und ihrer Funktion zu verbinden.

Olaf Goldstein: Steinwerke - Source for the Social History of High Medieval Towns?

Steinwerk Ledenhof
Steinwerk Ledenhof

Übrigens, eine Dozentin aus den USA hat kürzlich einen Kommentar zum Flickr-Fotoset Steinwerke hinterlassen. Steinwerke sind jetzt auch Vorlesungsstoff an der Pennsylvania State University.

Thursday, February 10, 2011

Möglichkeiten

Das Internet. Seit Beginn bin ich von den Möglichkeiten, das es bietet, überzeugt. Aber genutzt wird es nur in Ansätzen. Beispiel Bildersuche: Eine Amerikanerin hat die Fotosammlung ihres Großvaters aus Zeiten kurz nach dem 2. Weltkrieg entdeckt. Sie hat es in Flickr hochgeladen. Keine Ahnung, wo sie gemacht wurden. Seit ich die Fotos vor sechs Jahren das erste Mal gesehen habe, wuchs der Ehrgeiz, die Rätsel der Aufnahmen zu entschlüsseln. Wo wurden sie aufgenommen? Heute war ein weiteres Foto fällig:
WWII Germany
Und hier das Ergebnis:
Stop in Augsburg, Bavaria, Germany.
Riegele

Flickr.Member www.flickr.com/photos/augschburger/
Brauerei Riegele, brewery
www.flickr.com/photos/85441160@N00/407863835/

You can see the chimney:
www.flickr.com/photos/27045884@N05/3228393843

This is the offical page. Click on the historical photo, enlargment shows the main building:
www.riegele.de/zum_brauhaus/1312,5,5.php

maps.google.com/maps?f=q&source=s_q&hl=en&geo...

Tuesday, February 01, 2011

Denkmalschutz Steinwerke

In den letzten Posts über die mittelalterlichen Steinwerke in Osnabrück wurden vor allem Parallelen zu ähnlichen Bautraditionen benachbarter und weiter entfernter Städte gezogen. Wie sieht es mit dem Bestandsschutz bei uns aus?
Weitgehend werden die Steinwerke in Osnabrück genutzt. Zum Beispiel in dem mehrphasigen Gebäudeensemble "Grüner Jäger". Erkennbar an den dicken Mauern, wenn man die Toiletten aufsucht:
Grüner Jäger
Die Besitzer des Restaurants Manolo in der Hasestraße mussten erst das Gebäude renovieren, dafür ist eines der besterhaltensten Steinwerke der Stadt zu erkennen. Mit dem seltenen Dachgewölbe.
Wie viel Eigeninitiative nötig war, ist auf der Webseite des Manolo zu lesen:

Auf der Südseite wurde über Jahrzehnte die Abschlußschiene nicht gewartet, über das Flachdach konnte sich das Wasser seinen weg bahnen. Die ein Meter dicken Mauern waren völlig durchfeuchtet und es dauerte fast zwei Jahre bis die voll gesogenen Steine getrocknet waren.

Wer das Resultat der Bemühungen sehen möchte, hier klicken.

Tuesday, January 18, 2011

3. Ldst.-I.-Ers.-Btl. Braunschweig (X. 17) reverse

Eine Postkarte aus Osnabrück. Auf der anderen Fotoseite ein Gruppenbild im Kriegsgefangenenlager Ahlen.

Der Text von 1916 im 1. Weltkrieg:
Osnabrück 7. 1. 1916
Mein Liebes Annerli!
Unter herzlichen Danke für dein liebes Briefchen schicke ich dich hier als vorläufige Antwort diese Karte als Beitrag für dein neues Feldpostkartetalbum. Dort hast du wohl auch vielen anderen Photographien vom Moore untergebracht? Für heute herzlichste Grüße und Küsse von deinem dichliebenden Brüderlein.

Tja, Postkarte hochgeladen,, irgendwo weit weg von drakegoodman.

Saturday, January 08, 2011

Rückblick Neustadt

Einige Posts, die ich in den letzten Jahren veröffentlichen wollte, sind einfach untergegangen. Auch diese Fußnote zu den Ausgrabungen auf dem Marienhospitalgelände.
Die Neustadt ist ein äußerst interessanter Teil Osnabrücks, wenn man weiß, dass sie lange sehr selbstständig war und im Umfang zu einer der größten Mittelalterstädte Norddeutschlands gehört. Aber das ist nicht sofort erkennbar, obwohl mit Rathaus und Johannskirche noch bedeutende Relikte der Vergangenheit stehen. Aber unter der Oberfläche verbirgt sich noch viel.
Das ist nun umgesetzt, das neue Kinderhospital:
Marienhospital
Und das ist wahrscheinlich für die Fundamente des neuen Hospitals verschwunden:
Ausgrabung Marienhospital
Ein Brunnen, und der anstehende Sandboden.
Mauerzüge mit dem örtlichen Bruchstein:
Ausgrabung Marienhospital
Auch aufrechte Mauern gab es hier noch vor ein paar Jahren:
Neustadt Osnabrück

Tuesday, December 28, 2010

Deutschland im Krieg


Osnabrück nennt sich Friedensstadt. Doch der Krieg ist, seit die Stadt sich diesen Zweitnamen zugelegt hat, auch immer Teil vieler Menschen, die hier leben. Bevor die Bundeswehr in Kriegsgebiete geschickt wurde, hatten wir zum Beispiel die Briten, die schon bei der Operation Desert Storm 1990 im Zweiten Irakkrieg eingesetzt wurden.
Abschied 2006

Meiner Meinung nach gab es vor Ort nie großes Interesse, sich mit den Details des Einsatzes und den Erfahrungen der Soldaten auseinanderzusetzen. Das hat sich fortgesetzt, als deutsche Bundeswehrsoldaten im Kosovo, in Bosnien und später Afghanistan stationiert wurden.
Ich habe das Gefühl, entweder lehnt man Kriegseinsätze ab, oder man billigt sie. Nuancen sind seltener zu finden. Und obwohl viel über Krieg und Frieden gestritten wird, ist verhältnissmäßig wenig zu erfahren, was wirklich geschieht.
Diese jungen Iraker, Katholiken, die ihr Land verlasssen haben. Man hätte sie über ihre Erlebnisse, ihren Hintergrund, warum sie jetzt in Skandinavien leben, befragen können, 2005 beim Weltjugendtag in Osnabrück. Die Presse hat es als Fußnote registriert, das war es.
Iraker auf dem Weltjugendtag
Solche Lücken schließt zum Beispiel das Erfahrungsbuch der Bundeswehrsoldatin Daniela Matijevic. Aus Osnabrück stammend wurde sie in das Kosovo entsandt. Drei Monate dauerte der Einsatz. Und davon berichtet sie nun seit Monaten auf Lesereisen und Vorträgen. Zum Beispiel im letzten Jahr im Lutherhaus.
"Daniela's Blog"
Zuletzt gab es Resonanz in den Suttgarter Nachrichten:

Zwei Gesichter, die einen das Umdenken lehren. Daniela Matijevic und Heike Groos entsprechen nicht dem Bild, welches die Deutschen von einem Veteranen haben. Matijevic hat den Deutschen Veteranenverband gegründet; Groos ist zweite Vorsitzende des Bundes Deutscher Veteranen. 2010 hat die Bundesrepublik zwei Veteranen-Organisationen. Hier sitzen nicht Männer um die neunzig, die ergreifend von Stalingrad sprechen. Schlimm war das damals. Sofort werden Bilder wach im Blitzlicht der Erinnerung - lebendig selbst für die große Mehrheit der mehr und weniger Jüngeren, die den Wahnsinn des Zweiten Weltkriegs nur aus Erzählungen kennen oder aus Dokumentationen. Es fällt einem die Liedzeile der Kölner Rockband BAP ein, in der Wolfgang Niedecken singt: "Ich kenn von all dem zwar nur Bilder, doch die kenn ich ganz genau."
...

Der Kampf der Veteranen, von Claudia Lepping

Schon lange her, Erlebnisbericht von Pädagogen für bosnische Flüchtlingskinder - in Osnabrück Anfang der 90er:
Ein immer wiederkehrendes Thema ist auch in diesem Zusammenhang
die Schwierigkeit für uns Lehrkräfte, Distanz und Nähe zu
bewahren. Wir müssen viel Hintergrundwissen haben. Wir müssen
verstehen, warum alle Kinder blitzschnell unter den Tischen verschwinden,
wenn ein Hubschrauber dicht über die Gebäude fliegt.
Wir müssen beruhigen und auch trösten, z.B. bei Unglücksnachrichten
aus Bosnien. Dem können wir ausnahmslos gerecht
werden - keine und keiner von uns hat z.B. Probleme damit, Kinder
in den Arm zu nehmen, wenn sie das brauchen. Aber so manches
Schicksal geht einem so nahe, daß es "einem nachts auf die Bettdecke
springt", so der Stoßseufzer einer Kollegin. Unsere
PartnerInnen und Familienangehörigen beschweren sich manchmal
über das Gewicht, das die Arbeit mit den bosnischen Kindern
bekommt.


aus: Schwierigkeiten pädagogischer Arbeit
mit Flüchtlingskindern in der Schule -
und was wir dagegen tun können

Anke Fedrowitz

Monday, November 29, 2010

Wieder mal Osnabrück


Weltjugendtag Osnabrück
Originally uploaded by Jens-Olaf
Bischof Bode hat es getan. Was man sich sonst woanders von der Katholischen Kirche wünscht. Schuldbekenntnis und Aufräumen wegen der Mißbrauchsfälle. Selbst die TAZ lobte schon am 17. 11.:

"Ein Bischof hebt den Teppich an

Respekt verdient der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode. Denn sein konsequentes Vorgehen gegen sexuellen Missbrauch durch Geistliche ist alles andere als selbstverständlich. ..."

Nun hat er auch im Dom ein Zeichen gesetzt, und ich meine, woanders mit mehr Medienrummel, hätte das so kaum stattfinden können.
Für einige ist das immer noch zu wenig, nun ja. Aber wie gesagt, Bischof Bode war der Erste.
Foto NOZ:


Foto: Gert Westdörp
“Doch letztlich ist der Schaden nicht wiedergutzumachen“, sagte er. Die Taten dürften das Klima in der Kirche nicht weiter “unentdeckt vergiften“. Er betonte, dass die Missbrauchsfälle Änderungen in der katholischen Kirche in ganz Deutschland zur Folge haben müssten. Im Bistum Osnabrück sind bislang 28 Missbrauchs-Hinweise eingegangen.

Bei einer Klausurtagung im September hatten Laien und Priester über Konsequenzen für das Bistum geredet. Geplant ist unter anderem, mehr Frauen in kirchliche Führungspositionen zu bringen und den Einfluss von Laien in den Kirchengemeinden zu stärken. Bei dieser Klausurtagung war Bode auch um den Bußgottesdienst gebeten worden.

Come-On.de

Thursday, November 18, 2010

Gartengestaltung


In einem Film mit dem französischen Komödianten Jaques Tati, Mon Oncle, spielt ein futuristisches Haus eine große Rolle, auch der Garten. Den Film habe ich vor Jahrzehnten gesehen. Das Merkwürdige, tatsächlich haben wir lange Zeit diese Aussicht auf den Nachbargarten gehabt, vorweggenommene Realität:
Kinderbilder 069
Das zweite Foto ist jetzt ebenfalls Geschichte.

Ein Update, möglich:

Saturday, November 06, 2010

Sowas schon gesehen?


Untitled-Scanned-01
Originally uploaded by drakegoodman
Ich nicht. Drakegoodman ist ein Mitglied von Flickr, und wir posten immer wieder über den 1. Weltkrieg. Aber so ein Gruppenfoto ist mir noch nicht untergekommen.

Thursday, October 21, 2010

Ein Osnabrücker in Schwäbisch Hall, oder was !?


Ein Osnabrücker?
Originally uploaded by Jens-Olaf
Diese Begegnung mit einer bekannten Skulptur aus Osnabrück hatte ich schon fast vergessen. In Schwäbisch Hall stand auf einmal der "Mann im November" von Waldemar Otto am Marktplatz.
1974 wurde die Figur geschaffen.

Ist er in den Südwesten ausgewandert, weil dort der November erträglicher ist, oder hat er einen Doppelgänger?

Monday, October 18, 2010

Warburg - noch `ne Stadt mit Steinwerkgeschichte

Osnabrück hat westfälische Wurzeln, also ist Warburg Nachbarschaft. Ostwestfalen. Eine der Städte in Deutschland, die unbekannt sind, aber die einen überraschen können, wenn man sie das erste Mal besucht. Vorausgesetzt man mag alte Städte.
Und jetzt kommen die unvermeindlichen Parallelen mit Osnabrück. Sie besitzt eine Alt-und eine Neustadt. Beide alt und vereinigt. Anders als bei uns bauten sie am Ende ein gemeinsames Rathaus genau auf der Grenze.
Stadtbild: Durch die Gebirgslage ist ein Teil Oberstadt, der andere Unterstadt. Und die Stadt soll ehemals Steinwerke besessen haben, jedenfalls laut dieser Webseite der Familie Thonemann:

Neben den Fachwerkhäusern („hüser“) und Steinwerken („steyn kameren“) gab es in der Altstadt von Warburg auch eine Anzahl von steinernen Wohnhäusern, die in alten Urkunden als „steynhüser“ ausdrücklich hervorgehoben wurden und sich vorwiegend im Besitz von Adeligen und Patriziern befanden. Da diese Oberschicht ihr Einkommen aus Lehnsgütern, ministralen Ämtern oder der Beschäftigung von Bediensteten bezog, war in ihren Häusern ein der Straße zugeordneter Wirtschaftsraum („Deele“) nicht notwendig. In der Regel wurden die Steinhäuser über die meist großen Grundstücke von der Traufseite her erschlossen und wahrscheinlich von mehreren Nebengebäuden umgeben. Das älteste datierte Steinhaus in Warburg ist das „Haus zum Stern“, Sternstraße 35, aus dem Jahre 1340, heute Stadtarchiv und Museum.

Hier wäre wissenschaftliches Referenzmaterial im Internet erwünscht, aber online ist wohl immer noch ohne Zukunft, stellenweise.Warburg erreicht man in anderthalb Stunden mit dem Auto Richtung Kassel.


Vom selben Fotografen die Burgruine Desenberg bei Warburg. Einer meiner favorisierten Orte: Quelle: Wikipedia Rekonstruktion der Burg.

Wednesday, October 13, 2010

Ältestes Steinhaus in Volkmarsen - ein Steinwerk?


Ältestes Steinhaus in der Volkmarser Altstadt stellt sich vor Bildergalerien Foto & Video / WLZ/FZ-online.de


Da ich andauernd das Netz nach steinernen Gebäuden des Mittelalters absuche, landet man doch ab und zu einen Treffer, was steinwerkähnliche Bauten betrifft. Seit 2009 ist das älteste Haus von Volkmarsen wieder hergerichtet. Baujahr um 1350.

Ältestes Haus in der Altstadt Volkmarsens
700 Jahre Stadtgeschichte in die Neuzeit gerettet


und

Ältestes Haus in der Volkmarser Altstadt stellt sich vor

Auch hier Parallelen mit den Osnabrücker Steinwerken. Aber Zufluchtstätte für Adlige, wieso eigentlich? Also dann eher die Bremer Variante, Schutz vor Dieben, wenn man unterwegs ist.

Umso deutlicher rückt das alte Steinhaus in den Blick des Betrachters. Das zweigeschossige Gebäude mit Keller wurde wahrscheinlich um das Jahr 1350 aus Buntsandstein als Speicher für Getreide und Zufluchtstätte für Adelige errichtet.
Der Baustoff Stein galt als wertvoll und wurde hier aus Brandschutzgründen verwendet. So konnte dieses Gebäude den großen Stadtbrand von 1668 überstehen. Davon zeugen Rußspuren.


Volkmarsen liegt in Nordhessen.

Monday, October 11, 2010

Return of the Swamp Ladies of Estonia

Return of the Swamp Ladies of Estonia
Wer schon mal ein größere Anzahl von Dokumenten eingescannt und hochgeladen hat, weiß, wieviel Arbeit in diesem Post steckt. Hier finden sich viele Abbildungen vor allem aus Büchern mit denen Kinder in Estland groß geworden sind.

Saturday, October 09, 2010

Merkwürdig


Quelle
Da erscheint ein Buch über Osnabrück, aber es gibt kaum eine deutschsprachige Erwähnung darüber im Internet. Immerhin hat Panikos Panayi, ein britischer Historiker, die Jahre zwischen 1929 bis 1950 untersucht. Schwerpunkt ist die Alltagsgeschichte, besonders zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen und Minderheiten. Ich bin jetzt erst darauf gestoßen.


Wenigstens Sebastian Weitkamp von der Universität Osnabrück hat über das Buch eine Rezension verfasst:
...
Als zentrale Zielsetzung des Buches sollen die Kontinuitäten und Diskontinuitäten im Alltagsleben ethnischer Gruppen in Osnabrück von 1929 bis 1949 beschrieben werden, wozu der Migrationswissenschaftler insbesondere die Erfahrungen von christlichen und jüdischen Deutschen, Flüchtlingen, Sinti und Roma sowie Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen untersuchen möchte. Vielversprechend ist dabei der zeitliche Rahmen der Untersuchung, der nicht – wie oft üblich – auf die Zeit des Dritten Reiches beschränkt bleibt, sondern bewusst den Bogen schlägt von der Krise der Weimarer Republik bis in die ersten Nachkriegsjahre. Panayi begründet dies damit, dass alle genannten Gruppen in dem angegeben Zeitrahmen enormen Umbrüchen und Transformationen im Individuellen wie im Gesellschaftlichen ausgesetzt waren. ...


http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2008-1-141

Panayi, Panikos
Life and Death in a German Town. Osnabruck from the Weimar Republic to World War II and Beyond
Macmillan: Life and Death in a German Town: Osnabrück from the Weimar Republic to World War II and Beyond (International Library of Twentieth Centruy History): Panayi: Books

Wenn man weitergoogelt, findet man immer wieder Osnabrück in Panayis Arbeiten, so auch Immigranten aus dem Osnabrücker Land in England im 19. Jarhundert.

A small number of immigrants from the Osnabrück district entered the country because members of their families already lived there. For instance, Anton Friedrich Schröder emigrated from Quakenbrück in 1866 because of the residence of his brother-in-law in London, while Johann Thies, who left in the same year, had an uncle in London.[24] More solid evidence for chain migration exists in the residence of Germans from particular states in particular areas of Britain. For instance, for much of the nineteenth century east London acted as a focus for natives of Hanover and Hesse.[25]


aus: The Settlement of Germans in Britain
during the Nineteenth Century


Andrew Stuart Bergerson mit einer kritischen Betrachtung des Buches:
National History Locally Illustrated

Saturday, October 02, 2010

Stuttgart

bei Stuttgart


Stuttgart
Originally uploaded by Jens-Olaf
Vorzeigedeutschland, so kommt es einem vor, wenn man nicht mehr im Lande wohnt und wieder mal vorbeischaut. Jedenfalls die Gegend um Stuttgart.
Vor einem Jahr auf der Durchreise nach Schwäbisch Hall. Seitdem habe ich nur durch das Internet Kontakt mit deutscher Politik. Und was man nun aus Stuttgart wegen des Projekts Stuttgart 21 zu sehen bekommt, scheint etwas Anderes als politisches Tagesgeschäft zu sein. Mittlerweile hatte ich kein Gefühl mehr für Stimmungen, aber hier scheint sich noch was anzubahnen.

Für mich nachvollziehbar ist vor allem die Kritik an den steigenden Kosten, ein typischer Faktor bei Großprojekten. Man fängt mit zwei Milliarden an und nach und nach ändern sich die Ziffern. Das mit dem: Wir haben alles demokratisch beschlossen, ist richtig. Aber, wenn sich die Sachlage ändert?


Wikipedia: Stuttgart 21, die Diskussion

Tuesday, September 21, 2010

Der Duisburg-Osnabrück-Vergleich


Saubere Arbeit, ich liebe Visualisierungen. Gerade, wenn es um das eigentliche Mittelalter geht. Also die Zeit, wo noch nicht das bei uns übliche Mittelalter-Stadtbild vorliegt. Meist steht in unserem historischen Gedächtnis eine Stadtkonstruktion von 1500 oder 1600. Nur als die Städte ihre ersten Ummauerungen bekamen, sah es oft noch anders aus. Die Stadt Duisburg, im weiten Umkreis der frühen westfälischen Städte, hat die bisherigen archäologischen und historischen Kenntnisse zu dieser Darstellung modelliert:

Duisburg 1200


Das Ganze ist auf der Seite Archäologische Ruhrzeiten zu finden

Oben sieht man die Ähnlichkeit zu der Rekonstruktion der Bremer Stadtlandschaft um 1300. Größte Auffälligkeit sind die Steinhäuser und das recht großzügige Freilandverhältnis innerhalb der Mauern.
Der Vergleich mit den Steinwerken in Osnabrück steht noch aus, aber Parallelen sind erkennbar:

Besonders die Steinbauten mit einem Vorderhaus. Ich wüsste zu gern, ob es hier einen Austausch mit dem Osnabrücker Forschungsstand gibt.